Staffelei

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Staffelei

Eine Staffelei (auch Staffel) ist ein Gestell, meist aus Holz oder Metall, dessen sich der Maler beim Anfertigen seiner Bilder zur Befestigung mittels Aufstellen derselben bedient. Ein derart angefertigtes Gemälde wird auch im Gegensatz zur Wand- und Deckenmalerei als Staffeleibild bezeichnet. Das Wort kommt von der veralteten Bezeichnung Staffel für eine Leitersprosse, wie auch teilweise in manchen Gegenden des deutschsprachigen Raumes die Leiter noch vielfach als Staffelei bezeichnet wird.[1]

Beschaffenheit[Bearbeiten]

Akademiestaffeleien, Kofferstaffeleien und Feldstaffeleien sind, um Kippeln zu vermeiden, in der Regel dreibeinig und haben an der Rückseite eine bewegliche Stütze, um eine frei wählbare schräge Stellung zu erreichen. An der Vorderseite befindet sich ein bewegliches Querholz zur Höhenverstellung des Bildes, was durch eiserne oder hölzerne Bolzen erfolgt. Diese werden in parallel angebrachte Öffnungen gesteckt, auf denen das Querholz aufliegt. Daneben gibt es sogenannte H-Rahmen-Staffeleien. Ihre Streben sind parallel angeordnet, sodass sie einen rechteckigen Stand in H-Form haben. Der Winkel zum Boden kann bei manchen H-Rahmen-Staffeleien verstellt werden. Als dritte Form existiert Mischung aus Dreibein- und H-Rahmen-Gestell. Die Staffelei im „Mehrzweck-Design“ verfügt über viele extra Möglichkeiten zur individuellen Anpassung. Zum Beispiel eine drehbare Arbeitsfläche.[2]

Arten[Bearbeiten]

Staffeleien werden außer nach Konstruktionstyp auch nach Art unterschieden. Ateliersstaffeleien sind in der Regel schwer und damit stabil genug, um große Leinwandgemälde zu halten. Zum Transport und zur Aufstellung in freier Natur eignen sie sich allerdings nur bedingt. Hierfür werden leichtere, klapp- und faltbare Feldstaffelei benutzt. Eine Unterform sind Französische Kofferstaffeleien mit integriertem Fach für Malutensilien. Eher schmal und platzsparend sind auch zusammenklappbare Künstler-Staffeleien. Ebenso wie Paintstationen, die sich für Malarbeiten am Tisch - auch im Miniaturbereich - gut eignen. Etwas kürzer, und häufig mit Extras wie Whiteboard oder Kreidetafel ausgestattet, gibt es Staffeleien auch eigens für Kinder.

Für Präsentationszwecke bietet der Markt Präsentationsstaffeleien für Bilderausstellungen, Ministaffeleien für Speisekarten, Fotos und Ähnliches, sowie Moderationsstaffeleien, die zum Beispiel in Seminaren zur Visualisierung verwendet werden. Daneben finden Staffeleien auch in Fotolabors Verwendung, wo sie das Fotopapier während der Belichtung in Position halten.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Zahlreiche Maler porträtieren sich selbst an der Staffelei malend. Einige Künstler wie Goya oder Diego Velázquez (dieser in seinem Werk "Las Meninas") stellten sich auf großen Auftragsgemälden hinter ihrer Staffelei als subjektiver Beobachter der zu malenden Personen dar. Die befreundeten Maler Camille Pissarro, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir stellten oft ihre Staffeleien nebeneinander auf und malten gemeinsam die gleichen Motive, wobei jedoch jeder seinen eigenen Stil bewahrte.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Das Sternbild Maler wurde 1752 von dem französischen Astronomen Nicolas Louis de Lacaille eingeführt. Auf älteren Sternkarten wird es meist als Staffelei mit Pinsel dargestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bauarten und Gebrauch von Staffeleien. Geschichte und Wortherkunft. Abgerufen am 19. April 2013.
  2. Bauarten und Gebrauch von Staffeleien. Bauformen. Abgerufen am 19. April 2013.
  3. Bauarten und Gebrauch von Staffeleien. Geschichte und Wortherkunft. Abgerufen am 19. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Easels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien