Starrbrust-Pelomeduse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Starrbrust-Pelomeduse
Starrbrust-Pelomeduse

Starrbrust-Pelomeduse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halswender-Schildkröten (Pleurodira)
Familie: Pelomedusenschildkröten (Pelomedusidae)
Gattung: Pelomedusa
Art: Starrbrust-Pelomeduse
Wissenschaftlicher Name
Pelomedusa subrufa
Linné, 1788

Die Starrbrust-Pelomeduse (Pelomedusa subrufa) ist eine Art der Halswender-Schildkröten, die zu der Familie der Pelomedusenschildkröten zählt. Sie kommt von Südafrika bis in den Sudan vor und ist im Süden Afrikas die häufigste und weitesten verbreitete im Wasser lebende Schildkrötenart.[1]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Starrbrust-Pelomeduse erreicht eine Carapaxlänge von bis zu 32,5 Zentimeter und kann bis zu 2,5 Kilogramm wiegen. Weibchen sind gewöhnlich kleiner als Männchen und erreichen Carapaxlängen von bis zu 29,3 Zentimeter. Sie wiegen dann um die 2,2 Kilogramm.

Die Farbe des Rückenpanzers ist olivgrün bis braun. Die Schwanzoberseite sowie die Extremitäten sind graubraun. Der Kopf ist breit mit einer kurzen Schnauze. Der Bauchpanzer ist sehr farbvariabel. Einzelne Individuen weisen einen völlig schwarzen Bauchpanzer auf, während er bei anderen gelblich hornfarben ist. Männchen können an ihrem längeren und dickeren Schwanz von den Weibchen unterschieden werden.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Starrbrust-Pelomedusa ist in einem großen Teil Afrikas verbreitet. Das westliche Verbreitungsgebiet erreicht Ghana und kommt bis zum Kap von Afrika vor. Der bevorzugte Lebensraum sind Sümpfe und Stillgewässer. Sie nutzt gelegentlich auch nur temporär bestehende Gewässer und kann während der Regenzeit über beträchtliche Strecken wandern. Die Starrbrust-Pelomeduase kommt auch in Flüssen vor, auch wenn dies nicht ihr bevorzugter Lebensraum ist. Sie fehlt in Bergregionen, Wäldern und Wüstenregionen.

Trocknen die von ihr genutzten Gewässer aus, gräbt sie sich bis zu 5 Zentimeter tief in Erde ein. Da die Trockenperiode im Süden Afrikas gewöhnlich auf die afrikanischen Wintermonate fällt, handelt es sich hier um eine Winterstarre. Sie währt häufig von Mai bis August und gelegentlich sogar bis Oktober.[1]

Ernährungsweise[Bearbeiten]

Die Starrbrust-Pelomeduse ist eine ans Wasser gebundene und vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Schildkrötenart. Sie frisst bevorzugt Fisch, Kaulquappen und Frösche und geht auch an Aas. Sie ist dabei beobachtet worden, wie sie Zecken von größeren Säugetieren wie etwa Nashörnern zupft, die im Wasser ruhen.[1] Sie erbeutet aber auch Vögel, die sich an den Wasserstellen einfinden. Ein erbeuteter Vogel wird ins Wasser gezogen und dort ertränkt. Besonders gefährdet sind Entenküken.[1]

Sie frisst auch pflanzliche Kost wie die Wurzeln, Blätter und Blüten von Wasserpflanzen sowie Früchte. Grundsätzlich wird Nahrung von ihr nur im Wasser gefressen.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Fortpflanzungszeit der Starrbrust-Pelomeduse fällt ins Frühjahr. Männchen folgen in dieser Zeit den Weibchen und beschnüffeln dabei deren Schwanzregion. Reagiert das Weibchen nicht, schnappen die Männchen häufig nach den Hinterbeinen und dem Schwanz. Bei der Begattung klettert das Männchen auf den Rückenpanzer des Weibchens und klammert sich mit den Krallen seiner Läufe am Panzer fest. Kopf und Hals sind während der Paarung ausgestreckt, das Männchen sondert während der Paarung Wasser aus seinen Nasenlöchern ab.

Das Gelege umfasst 10 bis 30 elliptische Eier.[1] Die Inkubationszeit dauert 90 bis 100 Tage. Frisch geschlüpfte Starrbrust-Pelomedusen messen 2,5 bis 3,5 Zentimeter und haben während der ersten Lebenstage noch einen sichtbaren Dottersack.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Boycott, Bourquin: The southern African Toirtoise Book. 2000, S. 53–56.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard C. Boycott, Ortwin Bourquin: The southern African Toirtoise Book – A Guide to southern African Tortoises, Terrapins and Turtles. O. Bourqin, KiwaZulu-Natal 2000, ISBN 0-620-26536-1.

Weblinks[Bearbeiten]