Stiftung Maximilianeum

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Fotografie des Maximilianeums aus dem Jahr 2002

Die Stiftung Maximilianeum wurde vom bayerischen König Maximilian II. 1852 gegründet, um begabte Studenten mit freier Unterkunft und Verpflegung zu unterstützen. Sitz der Stiftung ist das Maximilianeum in München, wo auch der Bayerische Landtag untergebracht ist. Bekannte Stipendiaten waren z. B. der Physiker Werner Heisenberg, der Politiker Franz Josef Strauß und der Schriftsteller Carl Amery.

Geschichte der Stiftung[Bearbeiten]

Der Begriff Maximilianeum beinhaltet dreierlei: die Studienstiftung, das Bauwerk und das Bayerische Parlament. Schon als Kronprinz fasste Maximilian II. von Bayern (1811–1864) den Plan, „auf der Isarhöhe bei München einen großen Nationalbau“ zur „Hebung des monarchischen nationalen Volksgeistes“ errichten zu lassen. Dazu gesellte sich bald die Idee eines „Athenäums“, einer Anstalt mit dem Ziel, talentvollen Jünglingen (jeglichen Standes) die Erreichung jener Stufe wissenschaftlicher und geistiger Ausbildung zu erleichtern, welche zur Lösung der höheren Aufgaben des Staatsdienstes erforderlich ist. 1852 wurde das „Athenäum“, das endgültig seit 1857 nach dem Stifter „Maximilianeum“ heißt, provisorisch in einem Mietshaus untergebracht. Als Stipendiaten wurden sechs Abiturienten aus Bayern und der Pfalz ausgewählt, die ohne materielle Sorgen Rechts- und Staatswissenschaft studieren konnten.

Max II. war es nicht mehr vergönnt, die Vollendung des Anstaltsgebäudes zu erleben, und auch die juristische Form erhielt die Stiftung erst unter seinem Sohn und Thronfolger Ludwig II.: Gemäß der Urkunde von 1876 gehören der Stiftung bis heute der Maximilianeums-Bau sowie eine Galerie mit Historienbildern und Marmorbüsten. Nach dem Ende der Monarchie 1918 ging das Protektorat über das Maximilianeum auf die Ludwig-Maximilians-Universität München über; dies ist bis auf den heutigen Tag so geblieben. Die Inflation zehrte das Stiftungsvermögen rasch auf, so dass als einzige spärliche Einnahmequelle die Eintrittsgelder der Galerie blieben. Die finanzielle Situation besserte sich erst, als das ausgebombte Bayerische Parlament 1949 ins Maximilianeum einzog, gegen einen jährlichen Mietzins von 70.000 DM und gegen Übernahme der Unterhaltspflicht des Gebäudes.

Seit 1980 ermöglicht die Wittelsbacher Jubiläumsstiftung auch begabten bayerischen Mädchen ein Stipendium. So haben seit der Gründung der Anstalt rund 800 Studentinnen und Studenten die Vorzüge der Stiftung genossen.

Aufnahme in die Stiftung[Bearbeiten]

Um in die Stiftung aufgenommen zu werden, muss man folgende Voraussetzungen erfüllen:[1]

  1. Schulvorschlag: Der hochbegabte Abiturient muss bis Mitte März von den Leitern der „Gymnasien sowie der Fach- und Berufsoberschulen in Bayern und der linksrheinischen Pfalz“ vorgeschlagen werden. Der Schüler muss ein „christliches Glaubensbekenntnis und tadellose sittliche Führung“ vorweisen können.
  2. Abitur: Die Gesamtnote muss 1,0 sein und keine der dafür erbrachten Leistungen darf weniger als 13 von 15 Punkten betragen.
  3. Ministerialbeauftragten-Prüfung: In dieser Prüfung dürfen nicht weniger als 60 von 75 Punkten erreicht werden.
  4. Maximsprüfung: Die Maximsprüfung findet im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus statt. Der Schüler wird von einem Gremium, das etwa aus einem Dutzend Lehrern besteht, geprüft. Bei dieser Prüfung wird nicht nur Abiturstoff abgefragt.

In Bayern und der linksrheinischen Pfalz erreichen jährlich etwa 400 Abiturienten einen Notendurchschnitt von 1,0. Aufgenommen werden sechs bis acht Kandidaten.

Der Verein der Freunde der Stiftung Maximilianeum[Bearbeiten]

Im November 2004 gründeten ehemalige Stipendiaten der Stiftung Maximilianeum und der ihr angegliederten Wittelsbacher Jubiläumsstiftung in München den Verein Freunde der Stiftung Maximilianeum e. V.

Der Verein unterstützt die Arbeit der Stiftung Maximilianeum und der Jubiläumsstiftung durch materielle Zuwendungen. Dazu zählen insbesondere Sprachkurse, Studienaufenthalte von Stipendiaten an ausländischen Universitäten sowie wissenschaftliche und kulturelle Aktivitäten. Zugleich ist es Ziel des Vereins, Angehörige und Förderer beider Stiftungen zusammenführen und ihnen damit ein Forum zu geben, um Kontakte zu knüpfen, auszubauen und auch auf diese Weise die beiden Stiftungen bei der Förderung hochbegabter junger Studentinnen und Studenten zu unterstützen.

Bekannte Stipendiaten[Bearbeiten]

Name Lebzeiten Beruf
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Ernst Mayer 1862–1932 Rechtshistoriker
Eugen von Knilling 1865–1927 Politiker
Franz Gürtner 1881–1941 Jurist, Politiker
Karl August Fischer 1885–1975 Politiker
Werner Heisenberg 1901–1976 Physiker (Nobelpreisträger)
Franz Josef Strauß 1915–1988 Politiker
Carl Amery 1922–2005 Schriftsteller
Michael Kunze * 1943 Schriftsteller
Franz-Christoph Zeitler * 1948 Rechtswissenschaftler
Kai Brodersen * 1958 Historiker
Peter M. Huber * 1959 Rechtswissenschaftler
Ulrike Draesner * 1962 Schriftstellerin
Ferdinand Wollenschläger * 1976 Rechtswissenschaftler
Karsten Borgwardt * 1980 Bioinformatiker
  • Liste aller Stipendiaten (siehe Weblinks)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufnahme. In: Stiftung. Stiftung Maximilianeum, abgerufen am 17. Februar 2011 (Website der Stiftung).

Weblinks[Bearbeiten]

48.13638888888911.594166666667Koordinaten: 48° 8′ 11″ N, 11° 35′ 39″ O