Stiftung Niedersachsen

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Stiftung Niedersachsen
Rechtsform: rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
Zweck: Förderung von Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kunst und Kultur im Land Niedersachsen
Vorsitz: Hans Eveslage
Geschäftsführung: Joachim Werren
Bestehen: seit 2. Dezember 1986
Stifter: Land Niedersachsen
Stiftungskapital: ca. 58,2 Mio. Euro (Ende 2012)
Mitarbeiterzahl: 10
Sitz: Hannover
Website: www.stnds.de

Die Stiftung Niedersachsen ist eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Als Landeskulturstiftung fördert sie Kunst, Kultur, Bildung und Wissenschaft in Niedersachsen. Das landesweite Engagement der Stiftung Niedersachsen und ihr Auftrag, Kultur in die Fläche zu tragen, spiegelt die regionale Verteilung der Förderprojekte wider. Seit ihrer Gründung 1986 hat sie über 1.300 Projekte in allen Kultursparten im Umfang von gut 73 Mio. € gefördert. Die Stiftung setzt mit Programmen wie dem Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb, Hannover oder dem SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie eigene inhaltliche Akzente und betreut treuhänderisch Unterstiftungen. Sitz der Stiftung ist das Künstlerhaus in der Sophienstraße 2 in 30159 Hannover.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stiftung Niedersachsen wurde 1986 vom Land Niedersachsen errichtet. Ihr Kapital beträgt 2011 gut 50 Mio. €. Die Vermögenserträge werden für die satzungsgemäße Förderung von Kunst, Kultur, Bildung und Wissenschaft eingesetzt. Hinzu kommen Zuwendungen des Landes aus dem Aufkommen der Glückspielabgabe (2011: 4 Mio. €). Im Vermögen der Stiftung befinden sich darüber hinaus Kunstgegenstände und Sammlungen im Umfang von 5,5 Mio. €, die für niedersächsische Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen angekauft worden sind.

Organisation[Bearbeiten]

Gremien[Bearbeiten]

Die Organe der Stiftung sind der Präsident, der Verwaltungsrat, der Senat und der Generalsekretär. Der Präsident repräsentiert die Stiftung und entwirft die Grundzüge für deren Tätigkeit. Er wird von dem Senat für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Der Verwaltungsrat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Schatzmeister und ist Vorstand der Stiftung im Sinne der §§ 86 und 26 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Der Senat besteht aus den Mitgliedern des Verwaltungsrats, dem Generalsekretär und den Senatoren. Der Verwaltungsrat wählt bis zu 12 Senatoren; zusätzlich kann der Senat weitere Senatoren hinzuwählen, jedoch nicht mehr als ein Viertel der Zahl der von dem Verwaltungsrat gewählten Senatoren. Die Niedersächsische Landesregierung kann ein Mitglied aus ihrer Mitte als weiteres Mitglied des Senats entsenden. Der Generalsekretär führt die laufenden Geschäfte der Stiftung und wird auf Vorschlag des Präsidenten vom Senat für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt.

Geschäftsstelle im Künstlerhaus Hannover[Bearbeiten]

Sitz der Geschäftsstelle der Stiftung Niedersachsen ist seit 2001 das Künstlerhaus Hannover im Zentrum der Landeshauptstadt. Erbaut 1853 bis 1856 war das Künstlerhaus von Anbeginn bis heute Sitz unterschiedlicher kultureller Einrichtungen, wie z.B. des Museums der Provinz Hannover. Das Künstlerhaus ist ein Frühwerk des Architekten Conrad Wilhelm Hase. Heute ist das Künstlerhaus nicht nur ein bedeutsames Baudenkmal, sondern ein attraktives und lebendiges kulturelles Zentrum. Mit dem Kunstverein Hannover, dem Literaturhaus Hannover und dem Kommunalen Kino sind traditionsreiche hannoversche Kulturinstitutionen vertreten.

Ziele und Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Stiftung Niedersachsen verwirklicht ihren Zweck operativ mit Programmen und fördernd mit der Unterstützung von Projekten. Mit ihren Programmen, wie z.B. dem Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb, Hannover, dem SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie, dem Best OFF – Festival Freier Theater der Stiftung Niedersachsen oder dem Europa-Kolleg setzt sie eigene inhaltliche Akzente – in Kunst, Literatur, Musik und Theater, Bildung und Wissenschaft.

Die Förderung spiegelt die gesamte Vielfalt des kulturellen Schaffens in allen Teilen Niedersachsens wider. Große strukturelle Maßnahmen, eine umfangreiche Festivalförderung oder die Vielzahl kleinerer kultureller Vorhaben z. B. der Freien Theater stehen grundsätzlich gleichberechtigt nebeneinander. Jeder Förderung geht die Auseinandersetzung mit dem Antrag voraus.

Die Stiftung übernimmt mit Band 67 als neue Herausgeberin die Monografienreihe Kunst der Gegenwart aus Niedersachsen, die seit fast 50 Jahren einen Überblick über bedeutende niedersächsische Künstlerinnen und Künstler der verschiedensten Sparten bietet und ursprünglich herausgegeben wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Sie wird redaktionell betreut von Ulrich Krempel und Isabelle Schwarz.

Karl-Jaspers-Förderpreis[Bearbeiten]

Durch die Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg verlieh die Stiftung den ursprünglich mit 10.000 DM dotierten Karl-Jaspers-Förderpreis für junge Philosophen (nicht zu verwechseln mit dem Heidelberger Karl-Jaspers-Preis). Zu den Preisträgern gehören: Brigitte Falkenburg, Ralf Naumann, Lutz Wingert (1998), Thomas Noetzel (2000), Rolf Elberfeld (2002), Christoph Gödde und Henri Lonitz (2003), Martin Mulsow (2004), Georg Stenger (2006), Thomas Sören Hoffmann (2007), Dirk Brantl (2011). [2]

Erwerb von Kulturgut[Bearbeiten]

Die Stiftung Niedersachsen ist Eigentümerin zahlreicher Kunstobjekte und Sammlungen. Sie werden für Museen, Bibliotheken oder Hochschulen erworben und als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Die Stiftung Niedersachsen sichert damit für das Land bedeutendes Kulturgut. Sie fördert die gezielte und langfristig ausgerichtete Erwerbspolitik der (Kultur-)Einrichtungen und trägt zu deren Profilbildung bei.

Unterstiftungen[Bearbeiten]

Die Stiftung Niedersachsen betreut treuhänderisch die Konrad Liebmann-Stiftung (mit einer umfangreichen Dürer-Sammlung) und die Richard und Dietrich Moderhack-Stiftung (Förderung der Forschung zur niedersächsischen Landesgeschichte bis zum Ende des Alten Reichs).

Literatur[Bearbeiten]

  • Friederike Kohn, Olaf Kutzmutz & Peter Larisch (Hrsg): Destillate – Literatur Labor Wolfenbüttel 2010. Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel 2010; ISBN 978-3-929622-48-5 (aktuellste Ausgabe, erscheint jährlich seit 2001)
  • Rainer Ertel: Stiftung Niedersachsen, in: Stadtlexikon Hannover, S. 606
  • Stiftung Niedersachsen (Hrsg.): Die Kunst zu fördern, ohne Jahr [2007]
  • Stiftung Niedersachsen (Hrsg.): älter – bunter – weniger. Die demografische Herausforderung an die Kultur. transcript, Bielefeld 2006; ISBN 3-89942-505-7
  • Hansjörg Küster, Wolfgang Volz: Natur wird Landschaft – Niedersachsen. The Making of a Landscape – Lower Saxony. Zu Klampen, Springe 2005; ISBN 3-934920-51-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stiftung Niedersachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.stnds.de
  2. http://www.studium.uni-oldenburg.de/lv.php?pi_semester=Sommersemester+2007&pi_studiengang=30+Karl+Jaspers+Vorlesungen

52.3728879.743543Koordinaten: 52° 22′ 22″ N, 9° 44′ 37″ O