Storegga

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Als Storegga (norwegisch: große Kante) wird der Kontinentalabhang im europäischen Nordmeer vor der norwegischen Küste am südlichen Vøring-Plateau bezeichnet, unterhalb dessen sich durch wiederholtes Abrutschen im Laufe der Jahrtausende eine riesige Geröllhalde gebildet hat.

Datierung[Bearbeiten]

Die Storegga-Rutschung, auch als Storegga-Ereignis bezeichnet, erfolgte in mehreren Phasen vor ca. 8200 Jahren (nach Radiokarbondatierungen 7250 ± 250 14C yrs BP[1]), wobei der Großteil der Rutschmasse während des ersten Rutschereignisses mobilisiert wurde.[2][3]

Storegga-Rutschung
StoreggaFLCommonsZone.jpg
Ort und Richtung
StoreggaFLCommonsZone2OK.jpg
Höhen der erzeugten Tsunamis
Norwegische Küste mit Storegga in gelb
Storegga Tsunami-Ablagerungen (Graue obere Schicht), von Torf (Dunkelbraune Schichten) eingeklammert, bei Maryton auf der Montrose-Senke in Schottland aufgenommen

Ereignis[Bearbeiten]

Die Rutschungen werden mit fortschreitender Destabilisierung von Gashydraten, insbesondere von Methanhydrat, in Verbindung gebracht. Ein größeres Abrutschungsereignis mit Abbruch der Schelfkante kann dabei zu einem Tsunami führen. So sind noch heute infolge der Storegga-Rutschung tsunamigene Ablagerungen an den Atlantikküsten im Norden Europas feststellbar: an der norwegischen Küste besaß die Flutwelle eine Höhe von mindestens 10-12 Meter über dem damaligen Meeresspiegel. Auch auf den Shetland-Inseln konnte anhand von Ablagerungen eine mehr als 20 Meter hohe Flutwelle nachgewiesen werden.[4] Je nach Region des Auftretens solch submariner Großrutschungen können die daraus resultierenden Flutwellen erhebliche Schäden an Küsten anrichten.

Es handelt sich hier mit über 800 km Länge und einem Volumen von 5608 km³ um eine der größten weltweit bekannten Rutschungen.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. J. Coles: Doggerland’s loss and the Neolithic. In: B. Coles, J. Coles, M. Schou Jorgensen (Hrsg.): Bog Bodies, Sacred Sites and Wetland Archaeology, 12. Department of Archaeology, University of Exeter: WARP (Wetland Archaeology Research Project) Occasional Paper 1999, S. 51-57.
  • Bernhard Weninger, Rick Schulting, Marcel Bradtmöller, Lee Clare, Mark Collard, Kevan Edinborough, Johanna Hilpert, Olaf Jöris, Marcel Niekus, Eelco J. Rohling, Bernd Wagner: The catastrophic final flooding of Doggerland by the Storegga Slide tsunami. (PDF; 2,5 MB) In: Documenta Praehistorica XXXV, 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. Haflidason, R. Lien, H. P. Sejrup, C. F. Forsberg, P. Bryn: The dating and morphometry of the Storegga Slide. In: Marine and Petroleum Geology 2005, S.123–136.
  2. Jürgen Mienert, Maarten Vanneste, Stefan Bünz, Karin Andreassen, Haflidi Haflidason, Hans Petter Sejrup: Ocean warming and gas hydrate stability on the mid-Norwegian margin at the Storegga Slide In: Marine and Petroleum Geology 22, Nr. 1–2, Januar-Februar 2005, S. 233–244, doi:10.1016/j.marpetgeo.2004.10.018.
  3. Bernhard Weninger, Rick Schulting, Marcel Bradtmöller, Lee Clare, Mark Collard, Kevan Edinborough, Johanna Hilpert, Olaf Jöris, Marcel Niekus, Eelco J. Rohling, Bernd Wagner: The catastrophic final flooding of Doggerland by the Storegga Slide tsunami. (PDF; 2,5 MB) In: Documenta Praehistorica XXXV, 2008.
  4. M. Latif: Klimawandel und Klimadynamik. Ulmer Verlag, 2009, S. 181
  5. M. Latif: Klimawandel und Klimadynamik. Ulmer Verlag, 2009, S. 180

63.70.1Koordinaten: 64° N, 0° O