Gewöhnliche Brenndolde

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Gewöhnliche Brenndolde
Gewöhnliche Brenndolde(Cnidium dubium), (Herbarbeleg)

Gewöhnliche Brenndolde(Cnidium dubium), (Herbarbeleg)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Brenndolden (Cnidium)
Art: Gewöhnliche Brenndolde
Wissenschaftlicher Name
Cnidium dubium
(Schkuhr) Thell.

Der Gewöhnliche Brenndolde (Cnidium dubium) ist ein in Mitteleuropa selten vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht von Mitte Juli bis August.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Art ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie ist schlank und wird bis zu 70 cm hoch. Sie ist gänzlich kahl, unverzweigt (bis wenig verzweigt) und entfernt beblättert. Die Blätter sind zwei bis dreifach fiederschnittig und besitzen lineale, 1 bis 2 mm breite, am Rand schmal umgeschlagene Blattzipfel mit weißen Stachelspitzen. Die Dolde besitzt keine oder nur wenige Hüllblätter. Die Blüten sind weiß. Die Frucht ist eiförmig bis fast kugelig und 2 bis 2,5 mm lang. Die Teilfrucht besitzt 5 deutlich hervortretende Rippen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Standortansprüche[Bearbeiten]

Cnidium dubium wächst an feuchten bis nassen, zeitweise überfluteten, kalkarmen, sauren, doch basenreichen bis (schwach) kalkhaltigen, basischen Stellen. Sie bevorzugt nicht gedüngte nährstoffarme Streuwiesen auf humosen wie schluffigen Böden. Sie ist Kennart einer eigenen Gesellschaft (Cnidio-Violetum).

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten]

Cnidium dubium (Herbarbeleg der Stängelblätter). Die Art sollte wegen ihrer Gefährdung und Seltenheit keinesfalls gesammelt werden!

Die Gewöhnliche Brenndolde kommt in Osteuropa und Westasien (Westsibirien) vor. Die Westgrenze verläuft an der Ostküste von Südschweden nach Deutschland und Österreich hinein. Sie ist ein kontinentales Florenelement .

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten]

Cnidium dubium ist in Deutschland meist selten in Nord- und Nordostdeutschland, Thüringen, Sachsen, Hessen, Nordbayern und der mittleren bzw. nördlichen Oberrheinebene zu finden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach der Mahd erfolgt keine zweite Blüte. Die vegetative Vermehrung erfolgt über Ausläufer bzw. Wurzelschosse (besonders im Herbst nach der Mahd zu beobachten.)

Artenschutz[Bearbeiten]

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 2-: stark gefährdet !

Fotos[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
  • Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
  • Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
  • Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gewöhnliche Brenndolde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien