Weißrussland

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Рэспубліка Беларусь (weißrussisch)
Республика Беларусь (russisch)
Respublika Belarus
Republik Weißrussland
Flagge Weißrusslands
Wappen Weißrusslands
Flagge Wappen
Amtssprache Weißrussisch, Russisch
Hauptstadt Minsk
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident
Alexander Lukaschenko
Regierungschef Ministerpräsident
Michail Mjasnikowitsch
Fläche 207.595 km²
Einwohnerzahl 9.457.000 (2012)
Bevölkerungsdichte 46 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[1]
  • 55,483 Milliarden USD (72.)
  • 141,77 Milliarden USD (60.)
  • 5.881 USD (84.)
  • 15.028 USD (62.)
Human Development Index 0,793 (50.)[2]
Währung Weißrussischer Rubel
Unabhängigkeit Erklärung 25. August 1991, faktisch Dezember 1991
Nationalhymne My Belarusy (Мы, беларусы)
Nationalfeiertag 3. Juli (Tag der Republik)[3]
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen BY
ISO 3166 BY, BLR, 112
Internet-TLD .by
Telefonvorwahl +375
Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Grönland Färöer Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weißrussland Russland Ukraine Autonome Republik Krim Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoBelarus in Europe.svg
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Weißrussland (weißrussisch Беларусь/Belarus, russisch Беларусь/Belarus bzw. traditionell Белоруссия/Belorussija) – in zwischenstaatlichen Dokumenten amtlich Belarus – ist ein Binnenstaat in Osteuropa, der an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen grenzt. Die Hauptstadt von Weißrussland ist Minsk. Bei der Auflösung der UdSSR 1991 wurde die ehemalige Sowjetrepublik unabhängig; 1994 wurde Alexander Lukaschenko Präsident, der das Land autoritär regiert. Westliche Beobachter bezeichnen das Land häufig als „letzte Diktatur Europas“.

Land[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Der Name Belarus ist seit dem Mittelalter überliefert und wurde im 19. Jahrhundert in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen. Die deutsche Übersetzung von Belarus in „Weiße Rus“ ist jedoch ungenau. Rus war der ostslawische Name für skandinavisch-slawische Herrschaftsgebiete wie das der Kiewer Rus, zu dem das Land von der Gründung an gehörte. Das Adjektiv bely bedeutete im Mittelalter „westlich“ und/oder „nördlich“, Belarus ist demnach mit „Westliche Rus“ zu übersetzen. Daneben gibt es in Weißrussland auch Ansichten über andere mögliche Bedeutungen.

Die Verwendung des Worts Belarus bietet sich also an, um Unklarheiten zu vermeiden. Jedoch ist im Deutschen die Bezeichnung Weißrussland traditionell verbreitet. Die weißrussischen offiziellen Stellen wie auch die deutsche Diplomatie verwenden in offiziellen deutschsprachigen Texten den Namen Belarus, um die Unterscheidung von Russland zu verdeutlichen. Laut Auswärtigem Amt kann auf Landkarten sowie in nicht-diplomatischen Texten weiterhin die traditionelle Bezeichnung Weißrussland verwendet werden.

Früher wurde das Land auch Weißruthenien und im Sprachgebrauch in der DDR Belorußland genannt.

Geografie[Bearbeiten]

Die größte Ausdehnung des Landes vom Westen nach Osten beträgt 650 km – von Nord nach Süd sind es 560 km. Unter den europäischen Staaten ist Weißrussland flächenmäßig an 13. Stelle und der größte Binnenstaat, der vollständig in Europa liegt.

Sumpfgebiet in der Nähe des Prypjat

Die Staatsgrenzen zu Russland und der Ukraine machen je etwa 1000 km und insgesamt zwei Drittel des Grenzverlaufs aus, während auf Polen, Litauen und Lettland das letzte Drittel entfällt. Der Grenzverlauf ist unregelmäßig und folgt nur nach Polen teilweise Gewässern (Bug), vornehmlich verläuft die Grenze aber über Sumpf- und Hügelland.

Die Entfernung von der Hauptstadt Minsk zu den Hauptstädten der Nachbarstaaten beträgt:

Weißrussland liegt in der Osteuropäischen Ebene und wird von Hügelketten der eiszeitlichen Endmoränen (Weißrussischer Höhenrücken) und breiten, naturbelassenen Flüssen durchzogen. Etwa 70 % des Landes entwässern nach Süden zum Prypjat (weißrussisch Prypjaz) und zum Dnepr (weißrussisch Dnjapro), der weiter durch die Ukraine ins Schwarze Meer fließt. (siehe auch: Liste der Flüsse in Weißrussland).

Im Süden liegen die Pripjatsümpfe (russisch Polessje). 30 % des Landes sind bewaldet. Die höchste Erhebung ist die Dsjarschynskaja Hara (345 m) im Weißrussischen Höhenrücken, die tiefsten Flussniederungen liegen etwa 50 Meter über dem Meer.

Die größten Flüsse in Weißrussland sind Dnepr, Beresina (weißrussisch Bjaresina), Prypjat und Memel (weißrussisch Njoman). Nicht groß, aber als Grenze zu Polen und damit zur EU relevant, ist der Bug. Größter See ist der Naratsch im Norden des Landes nahe der Grenze zu Litauen.

Umwelt[Bearbeiten]

Der Wisent, hier im Belowescha-Nationalpark, gilt als Nationaltier Weißrusslands

Weißrussland ist am stärksten von der Katastrophe von Tschernobyl (1986) betroffen, die ca. 25 % der Landesfläche, besonders im Osten und Süden, nachhaltig kontaminiert hat.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Weißrussland gliedert sich in sechs Verwaltungsbezirke (weißrussisch Woblasz) mit 118 Kreisen (Rajone). Die Hauptstadt Minsk hat einen Sonderstatus und gehört keiner der Woblasze an.

Ukraine Polen Litauen Lettland Russland Minsk Minskaja Woblasz Wizebskaja Woblasz Mahiljouskaja Woblasz Homelskaja Woblasz Breszkaja Woblasz Hrodsenskaja WoblaszDie weißrussischen Verwaltungsbezirke
Über dieses Bild
  1. Stadt Minsk
  2. Breszkaja Woblasz
  3. Homelskaja Woblasz
  4. Hrodsenskaja Woblasz
  5. Mahiljouskaja Woblasz
  6. Minskaja Woblasz
  7. Wizebskaja Woblasz

Größte Städte[Bearbeiten]

Siegesplatz in der Hauptstadt Minsk

(Einwohner 1. Januar 2004)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Weißrusslands von 1992 bis 2003

Gemäß der Volkszählung aus dem Jahr 2009 beträgt die Bevölkerung Weißrusslands knapp 9,5 Millionen Einwohner (Stand 2009). Das Bevölkerungswachstum beträgt zurzeit etwa −0,15 %. Seit 1993 sank die Einwohnerzahl stetig um insgesamt etwa 6 %. Die Lebenserwartung in der Bevölkerung liegt bei 68,14 Jahren; bei Männern sind es 62,06 Jahre, bei Frauen 74,52. Die Alphabetisierungsquote ist mit 98 % auf europäischem Standard-Niveau.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Das Staatsvolk bilden die ostslawischen Weißrussen mit ca. 83 % der Gesamtbevölkerung. Neben ihnen gibt es zu 8,3 % Russen, zu 3,1 % Polen und zu 2,4 % Ukrainer. Die ehemals sehr stark vertretene jüdische Minderheit (Größenordnung eher im oberen einstelligen Prozentbereich, über eine halbe Million) betrug als Folge des Holocausts auf weißrussischem Gebiet 1959 nur noch rund 1,9 % der Bevölkerung (etwa eine siebtel Million), 2009 wurden nur noch 12.926 (0,1 %) gezählt.

Bevölkerung Weißrusslands nach Volksgruppen 1959-2009
Volks-
gruppe
Zensus 19591 Zensus 19702 Zensus 19793 Zensus 19894 Zensus 19995 Zensus 20096
Zahl  % Zahl  % Zahl  % Zahl  % Zahl  % Zahl  %
Weißrussen 6.532.035 81,1 7.289.610 81,0 7.567.955 79,4 7.904.623 77,9 8.158.900 81,2 7.957.252 83,7
Russen 659.093 8,2 938.161 10,4 1.134.117 11,9 1.342.099 13,2 1.141.700 11,4 785.084 8,3
Polen 538.881 6,7 382.600 4,3 403.169 4,2 417.720 4,1 395.700 3,9 294.549 3,1
Ukrainer 133.061 1,7 190.839 2,1 230.985 2,4 291.008 2,9 237.000 2,4 158.723 1,7
Juden 150.084 1,9 148.011 1,6 135.450 1,4 111.975 1,1 27.800 0,3 12.926 0,1
Armenier 1.751 0,0 2.362 0,0 2.751 0,0 4.933 0,1 10.200 0,1 8.512 0,1
Tataren 8.650 0,1 9.992 0,1 10.851 0,1 12.436 0,1 10.100 0,1 7.316 0,1
Roma 4.662 0,1 6.843 0,1 8.408 0,1 10.762 0,1 9.900 0,1 7.079 0,1
Aserbaidschaner 1.402 0,0 1.335 0,0 2.654 0,0 5.009 0,1 6.300 0,1 5.567 0,1
Litauer 8.363 0,1 8.092 0,1 6.993 0,1 7.606 0,1 6.400 0,1 5.087 0,1
Andere 16.666 0,2 24.493 0,3 29.183 0,3 43.635 0,4 41.200 0,4 261.712 2,8
Total 8.054.648 9.002.338 9.532.516 10.151.806 10.045.200 9.503.807
1 Quelle: [4]. 2 Quelle: [5]. 3 Quelle: [6]. 4 Quelle: [7]. 5 Quelle: [8]. 6 Anmerkung: Zahl der Anderen enthält 31847 Zugehörige zu anderen Volksgruppen (0,3 %) und 225.921 mit unbekannter Zugehörigkeit (2,4 %). Quellen: Seite 8 (ZIP; 2,1 MB) Belarus,2009, Total, both sexes anklicken.
Weißrussische Nationalkleidung

Sprachen[Bearbeiten]

Die Heiliggeist-Kathedrale in Minsk

Die offiziellen Amtssprachen des Landes sind Weißrussisch und Russisch. Die russische Sprache ist jedoch im Alltag dominierend, etwa 75 % der Bevölkerung nutzt inzwischen das Russische als Hauptumgangssprache und nur noch knapp 12 % das Weißrussische.[4] Seit der Unabhängigkeit hat die Bedeutung des Weißrussischen zwar zugenommen, das Russische dominiert das öffentliche Leben jedoch nach wie vor. Verbreitet ist auch das Trassjanka, eine mündliche Mischform aus weißrussischer und russischer Sprache.

Religionen[Bearbeiten]

Laut offiziellen Statistiken bezeichnen sich 58,9 % der Bevölkerung als gläubig. Die größte Kirche in Weißrussland ist die orthodoxe Kirche, die im Weißrussischen Exarchat, das dem Patriarchen von Moskau untersteht, organisiert ist. Nach Schätzungen von 1997 gehören ihr ca. 82 % der Gläubigen an – vor allem Weißrussen, Ukrainer und Russen. Die restlichen 20 % der Bevölkerung verteilen sich auf mehrere Konfessionen (vor allem römisch-katholische, aber auch protestantische, moslemische und jüdische Gemeinden).[5][6] Weißrussland war eines der schwerpunktmäßig betroffenen Gebiete des Holocaust. Vorher lebte hier eine große jüdische Bevölkerungsgruppe. Seit 1989 wanderte ein großer Teil der Nachkommen überlebender Juden aus.

Römisch-katholisch sind die meisten Polen und Litauer sowie die Weißrussen im Westen und Norden des Landes. Es gibt eine kleine Minderheit der griechisch-katholischen Christen von etwa 10.000 Gläubigen. Insgesamt umfasst die katholische Kirche nach eigenen Angaben zwischen 10 %[7] und 14 %[8] der Bevölkerung. Die Letten und die ziganischen Gruppen wie Jerli (auch Sinti, Lowara, Manusch, Roma und Kalderasch) bekennen sich vorwiegend zur evangelisch-lutherischen Kirche.

Soziales[Bearbeiten]

Bildungswesen[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

Die Universitäten und Hochschulen sind großteils in der Hauptstadt:

Schulkontakte ins Ausland[Bearbeiten]

Einige tausend junge Weißrussen studieren in Deutschland und eine etwas größere Zahl in Russland oder Ländern des Westens.

Mit den erstgenannten drei Hochschulen hat der Internationale Hilfsfonds[9] von EU und Deutschland Partnerschaften in den Westen eröffnet. Die oft beklagte Isolation war für Weißrussland schon zu Zeiten der Sowjetunion schmerzhaft. Seit der Unabhängigkeit des Landes wuchs die Hoffnung der Universitäten auf Kooperationen, was aber wegen der autoritären Staatspolitik kaum gelang.

Die 1992 gegründete einzige Privatuniversität, die „Europäische humanistische Universität“, wurde im August 2004 auf staatlichen Druck geschlossen. Sie hatte, größtenteils aus westlichen Mitteln finanziert, Europastudien, Sprach- und Politikwissenschaften angeboten. Auch das Institut für Deutschlandstudien befand sich dort. Die Hochschule wurde im Juni 2005 im Exil in Vilnius (Litauen) wieder eröffnet.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Verbreitung von Krankheiten[Bearbeiten]

Zum 1. April 2004 wurden offiziell 5751 HIV-Infektionen, 107 AIDS-Fälle und 439 AIDS-Tote in der Republik Weißrussland gemeldet. HIV tauchte 1996 zum ersten Mal unter den spritzenden Drogenabhängigen in Swetlahorsk (Homelskaja Woblasz) auf. Bis September 1998 waren in derselben Stadt 2173 HIV-Fälle offiziell registriert. Dies macht 81 % aller gemeldeten Fälle im gesamten Land zu dieser Zeit aus. Die Zahl der infizierten Drogenabhängigen stieg auf 74 %. HIV-Tests sind Pflicht für Blutspender, Gefängnisinsassen, Patienten mit sexuell übertragbaren Krankheiten, Drogenabhängige und Prostituierte. Die HIV-Fälle, in denen die Ansteckungsursache dokumentiert wurde, listen für das Jahr 2003 auf, dass sich 76 % (im Vorjahr: 64 %) durch nicht sterilisierte Spritzen beim Drogenkonsum und 23 % (im Vorjahr 35 %) durch heterosexuelle Kontakte infiziert haben. 2002 lebten von den 319 dokumentierten Fällen einer heterosexuellen Ansteckung 52 % mit Risikopartnern, hauptsächlich Drogenabhängigen. Wie auch in Russland ist die Krankheit nicht im gesamten Land gleich verteilt, sondern zeigt die höchsten Zahlen in der Homelskaja Woblasz (3380 Fälle, oder 224,5 auf 100.000 Einwohner) und in Minsk (823 Fälle, oder 47,3 auf 100.000 Einwohner).

Kinderverschickung[Bearbeiten]

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde in verschiedenen Ländern eine Reihe privater Hilfsorganisationen gegründet, die den Kindern aus den vom radioaktiven Niederschlag betroffenen Gebieten Erholungsaufenthalte bieten. Dadurch wird das Immunsystem der Kinder weniger belastet und die Völkerverständigung gefördert. Vom Staat Weißrussland und von der Deutschen Botschaft werden diese Erholungsaufenthalte unterstützt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Weißrusslands
Rus-Fürstentümer im Verband der Kiewer Rus
Bis 1793 gehörte Weißrussland Polen-Litauen (hier in den Grenzen von 1619)
Partisanen in Weißrussland 1943

Das im Süden Weißrusslands gelegene Gebiet Polesien gilt als eine mögliche Urheimat der Slawen insgesamt. Im frühen Mittelalter war der Großteil des heutigen Weißrussland von ostslawischen Stämmen besiedelt, darunter die Dregowitschen, die Radimitschen und die Polotschanen. Im Nordwesten lebten baltische Stämme. Der Landstrich wurde Teil des Kiewer Reichs, des ersten ostslawischen Großstaates. Zu dessen Bestandteilen auf dem Gebiet Weißrusslands zählten das Fürstentum Polozk und das Fürstentum Turow-Pinsk. Bis 1240 zerstörte der Mongolensturm aus dem Osten die Kiewer Rus. Bis zum 14. Jahrhundert hatte sich die altrussische Einheit aufgelöst. Aus der Kiewer Rus entstanden mehrere Volksgruppen:

  • Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine entstand das Galizische Fürstentum, das sich von den nördlichen Hängen der Karpaten über das heutige Ostgalizien und Wolhynien erstreckte. Dieses Königreich bestand bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts und bildete den Grundstein für die spätere ukrainische Volksgruppe, fiel dann aber unter litauisch-polnische Herrschaft.
  • Auf dem Gebiet Weißrusslands bildete sich allmählich die belorussische Volksgruppe heraus.
  • Großrussland fiel bis 1480 unter tatarische Herrschaft, bis es sich unter Moskauer Führung vom tatarischen Joch lösen konnte.

Im 14. Jahrhundert wurde das weißrussische Gebiet mit dem Fürstentum Smolensk und dem Fürstentum Polazk jedoch vom weit nach Osten expandierenden Großfürstentum Litauen erobert. Dessen Herrscher führte den Titel magnus dux Littwanie, Samathie et Rusie (siehe auch Goldenes Zeitalter (Weißrussland)). Die beiden Völker (Weißrussen und Litauer) nennen sich selber in ihren Sprachen Litauer (lietuvis bzw. litwin). Aufgrund der Bevölkerungsanteile war in dieser Zeit die Amtssprache weitgehend das ostslawische Ruthenisch. Nach der Union von 1386 wurde Weißrussland als Teil Litauens Bestandteil des Doppelstaats Polen-Litauen, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb.

Mit der ersten und zweiten Teilung Polens gelangte das Gebiet des heutigen Weißrussland bis 1793 vollständig unter russische Herrschaft, was von der russischen Seite als eine Wiedervereinigung gesehen wurde. Der Anschluss der Weißen Rus wurde durch Katharina die Große unter dem Motto Отторгнутое возвратихъ vollzogen – „ich habe das Entrissene zurückgeholt“.

Nach dem Einmarsch des deutschen Heeres in Minsk Anfang 1918 bestand zeitweise die nominell unabhängige Weißruthenische Volksrepublik. In den Jahren 1919/1920 war Weißrussland zwischen dem wieder entstandenen polnischen Staat und Sowjetrussland umkämpft und wurde 1920 nach dem Sieg der polnischen Truppen über die Rote Armee teilweise an Polen angegliedert. Aus dem sowjetischen Teil wurde die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik gebildet, die 1922 Gründungsmitglied der Sowjetunion wurde. Ebenso wie der sowjetische Teil war auch der polnische Teil mehrheitlich weißrussisch besiedelt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 der zuvor zu Polen gehörende Landesteil von sowjetischen Truppen besetzt und in die Weißrussische SSR eingegliedert. Im Sommer 1941 wurde ganz Weißrussland von der deutschen Wehrmacht erobert. Die deutsche Besatzungsherrschaft richtete große materielle Zerstörungen an und führte zum Tod von ca. 25 % der Bevölkerung, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes. Weißrussland war von 1941 an mit über 1.000 Gruppen ein Hauptgebiet des sowjetischen Partisanenkampfes gegen die deutschen Besatzer. Von Ende 1943 an wurde das Land von der Roten Armee zurückerobert und galt im Sommer 1944 als vollständig von der deutschen Besatzung befreit.

Etwa 8 bis 9 % aller ermordeten europäischen Juden stammten aus Weißrussland. Fast alle Städte des Landes waren völlig zerstört. Die Industriebetriebe waren um 85 %, die Industriekapazität um 95 %, die Saatfläche um 40 bis 50 %, der Viehbestand um 80 % zurückgegangen. Es gab nach Kriegsende 3 Millionen Obdachlose. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Weißrussland 10 Millionen Menschen. Erst gegen Ende der 1980er Jahre war die weißrussische Bevölkerung wieder auf diese Vorkriegszahlen gewachsen.

Die Weißrussische SSR war 1945 wie die Ukrainische SSR und die UdSSR Gründungsmitglied der Vereinten Nationen.

Stark betroffen ist Weißrussland durch die Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 im ukrainischen Tschornobyl, in deren Folge weite Teile des Landes durch radioaktiven Niederschlag kontaminiert wurden.

Seit Ende 1991 ist das Land ein eigenständiger Staat. 1991 bis 1994 wurde es von Stanislau Schuschkewitsch regiert. Er wurde von Aljaksandr Lukaschenko abgelöst, der bis heute regiert und zunehmende Macht auf sich vereint. Lukaschenkos Politik wird von westlichen Beobachtern als undemokratisch, autoritär und marktfeindlich beschrieben. Das Land ist in Europa wirtschaftlich und politisch stark isoliert. Seine wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner sind Russland, der Iran und Venezuela. Mit Russland wurde eine Zoll- und Verteidigungsgemeinschaft gegründet, eine weitergehende Union mit gemeinsamer Währung und gemeinsamer Außenpolitik wird seit den 90er Jahren ohne große Fortschritte immer wieder angekündigt. Die Präsidentschaftswahlen vom 19. März 2006 wurden von zahlreichen internationalen Beobachtern als undemokratisch bezeichnet. Vertreter der GUS-Staaten und die traditionell dem Staat freundlich gesinnte Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde führten gegensätzliche Ansichten auf.

Politik[Bearbeiten]

Innenpolitik[Bearbeiten]

Staatsaufbau Weißrusslands

Präsident Lukaschenko kam 1994 ins Amt. Laut der damaligen weißrussischen Verfassung war die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Perioden begrenzt. Diese Einschränkung wurde jedoch mit einem Referendum im Oktober 2006 abgeschafft, weswegen Lukaschenko auch an den Präsidentschaftswahlen 2006 und 2010 teilnehmen konnte.[10]

Angesichts demokratischer Defizite und eines autoritären Regierungsstils wird Weißrussland aus westlicher Perspektive auch als letzte Diktatur Europas bezeichnet.[11]

Das Vertretungs- und Gesetzgebungsorgan der Republik Weißrussland ist das Parlament – die Nationalversammlung. Es setzt sich aus zwei Kammern, der Repräsentantenkammer und dem Rat der Republik zusammen. Die Repräsentantenkammer besteht aus 110 Abgeordneten, die in allgemeiner, freier, gleicher, direkter und geheimer Wahl gewählt werden sollen. Der Rat der Republik ist die Kammer der territorialbezogenen Vertretung. Für jede Woblasz und die Stadt Minsk werden je acht Abgeordnete des Rats der Republik in geheimer Abstimmung gewählt. Acht Mitglieder werden vom Präsidenten berufen.

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Präsidentschaftswahlen 2006 einigten sich die weißrussischen Oppositionsparteien auf Aljaksandr Milinkewitsch als gemeinsamen Kandidaten. Durch politische Besuche in Russland und EU-Ländern suchte Milinkewitsch auch nach Unterstützung im Ausland. Seinen Mitbewerbern Aljaksandr Kasulin und Sjarhej Hajdukewitsch wurden nach Ansicht von Beobachtern von vornherein keine reellen Wahlchancen eingeräumt. Umfragen ließen auch 2006 keinen Zweifel daran, dass Amtsinhaber Lukaschenko die Wahl für sich entscheiden würde. Die Wahlen wurden von der Ankündigung des Geheimdienstes begleitet, gegen Gegner der Regierung, die am Wahltag auf der Straße die Lage zu destabilisieren drohten, mit lebenslanger Haft und sogar Todesstrafen vorzugehen.[12][13]

Nachdem Lukaschenko bei den Präsidentschaftswahlen am 19. März 2006 laut offiziellen Angaben 81 % der Stimmen geholt hatte, demonstrierten nach Schließung der Wahllokale mehr als 10.000 Menschen auf dem zentralen Oktoberplatz in Minsk und forderten Neuwahlen, da sie das Wahlergebnis für gefälscht hielten.[14] Milinkewitsch, der auf sechs Prozent der Stimmen kam, bezeichnete die Wahl als Farce und sagte, dass die Opposition die Angst besiegt habe und kündigte an, die Wahl nicht anzuerkennen und auch mit internationaler Hilfe eine Annullierung der Wahl anzustreben.[15] Den Präsidentschaftswahlen 2010 war zunächst eine Phase relativer Annäherung der EU an Minsk vorausgegangen. So wurde Belarus 2009 in die Programme der Östlichen Partnerschaft der EU aufgenommen.[16] Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2010 lag mit 79,67 % erneut in einem Bereich, in dem Wahlfälschung angenommen wurde. Es schlossen sich Proteste an, die niedergeschlagen wurden. Viele Oppositionelle, darunter auch die Kandidaten Andrej Sannikau, Jaraslau Ramantschuk und Uladsimir Njakljajeu wurden in diesem Zuge verhaftet.[17] Die Beziehungen zur EU und ihren Mitgliedsstaaten haben sich infolgedessen erheblich abgekühlt. Als die Parlamentswahlen im Jahr 2012 eröffnet waren, boykottierten einige regierungskritische Parteien die Wahl. Die anderen angetretenen oppositionellen Parteien gewannen keinen Sitz. Nur die regierungstreuen Parteien wie die Kommunistische Partei von Belarus, die Agrarpartei oder die Republikanische Partei für Arbeit und Gerechtigkeit gewannen Mandate.[18]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Amnesty International dokumentierte für das Jahr 2010 neben drei Todesurteilen diverse Verletzungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung und des Versammlungs- und Demonstrationsrechts.[19] Laut Amnesty werden Menschenrechtler, Gewerkschafter, Umweltaktivisten sowie Angehörige und Vertreter sexueller Minderheiten verfolgt.[20] Nachdem diverse Oppositionelle wegen regimekritischer Äußerungen auf Demonstrationen verhaftet worden waren, begann die Opposition Schweigemärsche durchzuführen. Um diesen entgegenzuwirken, wurde ein Gesetz erlassen, das „nicht sanktionierte Handlungen oder nicht sanktionierte Tatenlosigkeit“ seit September 2011 unter Strafe stellt.[21][22] Mit dem 6. Januar 2012 traten neue Regelungen im Internetverkehr in Kraft: Benutzer in öffentlich zugänglichen Internetlokalitäten müssen registriert und deren Verkehr protokolliert werden, jegliche Internetgeschäfte müssen über weißrussische Server abgewickelt werden. Vollstreckt wird das Gesetz durch Polizei, Steuerbehörden und Staatssicherheitsorgane.[23][24] Im August 2012 wurden 14 politische Gefangene gezählt.[25]

Lukaschenko ist bekannt für seine homophoben Äußerungen. Zwar ist Homosexualität legal, es kommt jedoch mehrfach zu Razzien und Festnahmen.[26]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Weißrussischer Präsident Lukaschenko mit den Präsidenten anderer GUS-Staaten 2010

Weißrussland ist Mitglied in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit und bildet mit Russland die Russisch-Weißrussische Union, die in letzter Zeit jedoch starken Belastungen ausgesetzt war. Außerdem ist Weißrussland Mitglied in der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft. Freundschaftliche Verbindungen werden daneben zu Venezuela, zu Ecuador, zu Syrien, zum Iran, zu Nordkorea, zur Volksrepublik China und zu Kuba gepflegt.[27] Die Beziehungen zu den NATO-Staaten gelten als gespannt, diejenigen zur Ukraine als ambivalent. Im Jahr 2011 kündigte Lukaschenko an, mit Russland und Kasachstan eine Eurasische Union zu gründen.[28] Der Vertrag über deren Gründung wurde im Mai 2014 in der kasachischen Hauptstadt Astana unterzeichnet.

Beziehungen zur Europäischen Union[Bearbeiten]

Seit die Europäische Union 1991 Weißrussland als unabhängigen Staat anerkannt hat, wurden die gegenseitigen Beziehungen ausgebaut. Nach dem Amtsantritt von Aljaksandr Lukaschenko 1994 verschlechterte sich das Verhältnis. Trotz Vorbehalten, die sich auf das Demokratiedefizit Weißrusslands beziehen, wurde 1995 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterzeichnet. Im Mai 2009 hat die EU Weißrussland in die Östliche Partnerschaft aufgenommen. Angesichts der sich nach Ansicht der Verantwortungsträger der Europäischen Union zunehmend verschlechternden Lage der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit in Weißrussland verhängte der Rat der Europäischen Union im Juni 2011 ein Waffenembargo und ein Exportverbot für Materialien, die zu interner Repression verwendet werden könnten, und erweiterte die Liste der Personen, denen die Einreise verwehrt wird.[29] Auch zeigte sich die EU besorgt über Einschränkungen der Medienfreiheit und Nichtbeachtung diplomatischer Immunitäten. Die Lage in Weißrussland werde von der EU weiterhin genau verfolgt.[30]

2012 kam es zu einem diplomatischen Streit zwischen Schweden und Weißrussland. Der Streit hat offenbar mehrere Hintergründe. Schweden kritisiert offen die undemokratischen Zustände in Weißrussland und unterstützt die Opposition. Zum Beispiel traf der schwedische Botschafter Oppositionelle. Hinzu kam eine Aktion mit Teddybären, die die weißrussische Führung düpierte. Schwedischen Medienberichten zufolge war Anfang Juli 2012 ein Leichtflugzeug von Litauen aus unerkannt in den weißrussischen Luftraum geflogen. Über der Kleinstadt Iwjanets wurden demnach an Fallschirmen Hunderte Teddybären abgeworfen, an denen Schilder mit Bürger- und Menschenrechtsforderungen befestigt waren. Kurz darauf begannen die diplomatischen Querelen zwischen Schweden und der weißrussischen Führung. Diese verwies den schwedischen Botschafter des Landes. Die 27 EU-Länder zeigten sich zur Folge solidarisch mit Schweden und bestellten die weißrussischen Botschafter in ihren Staaten zu Gesprächen ein, um gegen die Schließung der schwedischen Botschaft in Minsk zu protestieren.[31]

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Weißrussland bestand ab 2008 bis mindestens 2011 eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit, bei der Sicherheitskräfte Lukaschenkos in Deutschland geschult wurden. Fast 400 Grenzschützer, leitende Milizionäre und Kriminaltechniker wurden von deutschen Beamten zudem direkt in Weißrussland geschult und 2010 beobachteten weißrussische Sicherheitskräfte deutsche Polizisten mehrere Tage im Einsatz beim Castor-Transport ins niedersächsische Gorleben.[32]

Beziehungen zu Russland[Bearbeiten]

Nach wiederholten Zerwürfnissen zwischen Weißrussland und Russland im Jahre 2007, die sich um die Themen Gaspreise, Energiepolitik und Öltransit drehten, wird die russisch-weißrussische Integration von vielen Beobachtern für faktisch tot angesehen. Die Beendigung der Vorzugsbehandlung durch Russland bei den Rohstofflieferungen führte bis zum Ende des Jahres zu einer starken Annäherung Weißrusslands an Venezuela.

Im Januar 2008 hat das Land den Bau seines ersten Kernkraftwerks auf den Weg gebracht, um seine Abhängigkeiten von Russland zu verringern. Bauen soll es jedoch ein russisches Unternehmen.[33]

Beziehungen zu Venezuela[Bearbeiten]

Zwischen Venezuela und Weißrussland sind seit dem ersten Besuch des Präsidenten Chávez 2006 enge wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen entstanden.

Auf diplomatischer Ebene verbindet die beiden Staaten insbesondere das Ziel, eine multipolare Weltordnung aufzubauen und die hegemoniale Stellung der USA zu begrenzen. Weißrussland unterstützt Venezuela zudem insbesondere durch Lieferung von Rüstungsgütern sowie Transfer von militärischer Technologie beim Umbau seiner Streitkräfte.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit erfasst u. a. die Bereiche Energie, Handel, Landwirtschaft und eine wissenschaftlich-technologische Kooperation. So existieren in Venezuela u. a. Joint Ventures für die Förderung von Öl und Gas, den Bau von Traktoren, Autobussen und Lastwagen. Zudem engagiert sich Weißrussland in Venezuela im Bereich des Wohnungsbaus. Venezuela dient Weißrussland zudem als Zentrum für den Handel mit anderen Staaten Lateinamerikas. Der Wert der wirtschaftlichen Zusammenarbeit betrug 2009 rund 200 Mio. US-Dollar, wobei offizielle Quellen einen erheblichen Ausbau planen.[34]

Nach dem Tod Chávez’ rief Lukaschenko eine dreitägige Staatstrauer aus und kündigte an, eine Straße in Minsk nach ihm zu benennen und eine Büste zu dessen Ehren zu errichten.[35]

Militär[Bearbeiten]

Eine Su-27 der weißrussischen Luftwaffe

Die Streitkräfte Weißrusslands wurden am 20. März 1992 offiziell gebildet und umfassten anfangs die Truppen des Weißrussischen Militärbezirks der Sowjetunion ohne strategische Einheiten. Am 4. Februar 1992 ratifizierte das Parlament den Strategic Arms Reduction Treaty (Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen). Bis Dezember 1995 wurden 63 Interkontinentalraketen vom Typ RS-12M Topol (NATO-Code: SS-25 Sickle) aus Weißrussland abgezogen. Die letzten beiden einsatzfähigen mobilen Regimenter mit rund 18 Atomraketen wurden bis Ende 1996 nach Russland verlegt. Am 19. Dezember 1997 wurde ein Vertrag zwischen der Republik Belarus und der Russischen Föderation über militärische Zusammenarbeit und das Abkommen über die gemeinsame Gewährleistung regionaler Sicherheit im Militärbereich abgeschlossen. Am 22. Januar 1998 erfolgte auf einer Sitzung des Höchsten Rats der Russisch-Weißrussischen Union in Moskau die Einigung über eine Konzeption für die gemeinsame Verteidigungspolitik. Seit der Streitkräftereform 2001 gibt es zwei Territorialkommandos in Hrodna (vormals der Sitz der 28. Armee) und Baryssau (vormals 65. Armee). Im Rahmen einer gemeinsamen GUS-Luftabwehr unterhält Russland eine Radarstation nahe dem Militärflugplatz Baranawitschy im Rajon Hanzawitschy. Außerdem haben beide Seiten ihre Rüstungsindustrien sowie -exporte eng aufeinander abgestimmt.

Nachrichtendienst[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

500 weißrussische Rubel

Die weißrussische Wirtschaft wurde nicht in eine Marktwirtschaft umgewandelt, da die Planwirtschaft von der Regierung bevorzugt wird. Aufgrund sehr guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland (starker Export, verbilligter Rohstoffimport) war die wirtschaftliche Situation bislang stabil. Industrie und Landwirtschaft sind größtenteils in Staatshand. Die Anhebung der Rohölpreise durch Russland brachte die durch die bisherige Vorzugsbehandlung bei den Rohstoffpreisen subventionierte Wirtschaft in Schwierigkeiten.

Die Landwirtschaft, auf die 15 % der Beschäftigung entfällt, wird durch Kollektivierung mit zwei Hauptzweigen beherrscht: den Anbau von Kartoffeln und Viehzucht. Historisch gesehen sind wichtige Industriezweige die Textilindustrie und die Holzverarbeitung. Seit 1965 wurde der Maschinenbau (Traktoren, Kühlschränke) verstärkt ausgebaut. Innerhalb der Sowjetunion gehörte Weißrussland zu den am weitesten entwickelten Teilrepubliken. Wirtschaftlich engagiert sich das Land neben der GUS in der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft und in der Russisch-Weißrussischen Union.

Ende 2006 übernahm die russische Gazprom für 2,5 Milliarden US-Dollar einen 50-Prozent-Anteil an dem weißrussischen Energie- und Gasunternehmen Beltransgaz.

Ein BelAZ-Großmuldenkipper

Weitere bedeutende weißrussische Unternehmen sind neben den Verkehrsbetrieben Belaruskaja Tschyhunka und der Belavia Belarusian Airlines das weißrussische Automobilwerk BelAZ, der Kaliproduzent Belaruskali, der Reifenhersteller Belshina, das Minsker Armbanduhrenwerk Strahl (Lutsch), der Fahrzeug- und Rüstungsproduzent Minski Awtomobilny Sawod (MAZ), der Fahrzeughersteller Minski Sawod Koljosnych Tjagatschei (MZKT), die Minsker Traktorenwerke (MTS), der Halbleiterhersteller Integral oder der Softwarehersteller Wargaming.net.

Die weißrussische Industrie zählt heute rund 600 staatliche Unternehmen, die 30 Prozent der gesamten Produktion erzeugen. Mit dem IWF wurde 2009 eine Pilot-Privatisierung von fünf der größten Staatsbetriebe vereinbart. Zudem sind schon rund 160 staatliche Großbetriebe in Industrie, Bauwirtschaft und Transportsektor in Aktiengesellschaften überführt worden, darunter das Erdöl verarbeitende Kombinat Naftan-Polimir, der Fahrzeug- und Rüstungsproduzent Minski Awtomobilny Sawod (MAZ), die Minsker Traktorenwerke (MTS) und das Stahlwerk in Schlobin. Federführend bei der Privatisierung ist Vize-Ministerpräsident Andrei Kobjakow.

Seit einigen Jahren befindet sich Weißrussland in einer der stärksten Finanzkrisen seit der Unabhängigkeit. Weißrussland besitzt den höchsten Leitzins Europas. Ende 2012 soll der Wert 22 bis 23 Prozent betragen.[36]

In den letzten Jahren nahmen auch die Direktinvestitionen von Unternehmen aus dem Westen zu und betrugen im Jahr 2007 nach Angaben der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Zu den wichtigsten ausländischen Unternehmen in Weißrussland gehören:

  • Dänemark
    • Maersk Medical A/S
  • Deutschland
  • Italien/Estland
    • Milavitsa
  • Österreich
  • Polen
    • Inko-Food
  • Russland
  • USA
    • Coca-Cola Beverages Byelorussia
    • McDonald’s Restaurants (u. a. mit fünf Filialen in Minsk)
    • Double Star International Ltd.
  • Zypern
    • SB Telecom Ltd. (gehört zu 70 Prozent zur Telekom Austria), zugleich ist SB Telecom Haupteigentümer des 1999 gegründeten weißrussischen Mobilfunkbetreibers Belarus JV “MDC” Ltd. (Mobile Digital Communications) (Marke: Velcom).

Kenndaten[Bearbeiten]

Mit der beginnenden Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen im Jahre 1990 sank die Wirtschaftsproduktion. 1996 begann wieder eine Wachstumsphase, wodurch 2001 sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Industrie die Werte von 1990 wieder erreicht wurden. Das Bruttoinlandsprodukt nom. des Jahres 2007 lag bei 44,8 Milliarden US-Dollar, was ungefähr 4.620 US-Dollar pro Kopf entsprach. Im Jahr 2007 lag bei einer Inflationsrate von 12,1 Prozent das reale Wachstum bei 8,2 Prozent. Weißrussland hat laut der UNO den höchsten Lebensstandard in den GUS-Staaten – das durchschnittliche Monatseinkommen wuchs von 20 US-Dollar auf 225 US-Dollar innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Mai 2009 betrug laut Statistikamt der Republik Belarus dieses 347 US-Dollar.[37] Die Arbeitslosenrate lag nach Angaben der weißrussischen Regierung 2007 bei etwa 1 %. Experten sagen jedoch, dass die tatsächliche Rate höher sei. Das andere Problem der Wirtschaft ist jedoch die Landeswährung. Diese ist seit der Unabhängigkeit der Weißrussische Rubel. Infolge der Russisch-weißrussischen Union gab es Verhandlungen über eine Währungsunion. Die Auslandsverschuldung nahm ebenfalls in den letzten Jahren zu. 2007 umfassten diese 12,7 Milliarden US-Dollar gegenüber 5,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005.

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten]

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Veränderung in % gg. Vj. 8,4 3,4 5,8 4,7 5,0 7,0 11,4 11,5 9,9 8,6 10,0 0,2 ~2,4 ~4,6
Quelle: bfai[38] ~ = geschätzt
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US-Dollar) je Einwohner (in Tsd. US-Dollar)
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 Jahr 2003 2004 2005 2006 2007
BIP in Mrd. US-Dollar 17,8 23,1 30,2 37,0 44,8 BIP je Einw.
(in Tsd. US-Dollar)
1,81 2,36 3,09 3,82 4,62
Quelle: bfai[38]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ = Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Inflationsrate 28,4 18,1 8,0 6,6 12,1 ~11,2 Haushaltssaldo −1,2 0,1 −0,6 2,2 0,6 ~-1,9
Quelle: bfai[38] ~ = Prognose
Haupthandelspartner (2007)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
Russland 36,1 Russland 59,8
Niederlande 17,8 Deutschland 7,6
Vereinigtes Königreich 6,3 Ukraine 5,4
Ukraine 6,0 China 2,9
Polen 5,0 Polen 2,9
Lettland 4,1 Italien 2,2
Deutschland 3,0
sonstige Länder 21,7 sonstige Länder 19,2
alle EU-Länder zusammen 43,6 alle EU-Länder zusammen 21,7
Quelle: bfai[38]
Hauptprodukte des Außenhandels (2007)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
mineralische Rohstoffe und Primärenergieträger 35,6 mineralische Rohstoffe und Primärenergieträger 36,4
Chemie- und Kunststofferzeugnisse 13,6 Maschinen, Kernreaktoren und Ausrüstung 11,6
Transportmittel 11,9 Chemie- und Kunststofferzeugnisse 11,3
Quelle: bfai[38]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2003 2004 2005 2006 2007
Mrd. US-Dollar  % gg. Vj. Mrd. US-Dollar  % gg. Vj. Mrd. US-Dollar  % gg. Vj. Mrd. US-Dollar  % gg. Vj. Mrd. US-Dollar  % gg. Vj.
Einfuhr 11,5 26 16,5 43 16,7 1,3 22,4 33,8 28,7 28,3
Ausfuhr 10,0 24 13,8 38 16,0 16 19,7 23,5 24,4 23,3
Saldo −1,5 −2,7 −0,7 -2,6 -4,3
Quelle: bfai[38]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 22,5 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 22,1 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,9 % des BIP.[39]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Tourismus[Bearbeiten]

Schloss Mir

Weißrussland ist für den internationalen Tourismus wenig erschlossen. Ähnlich wie für Russland benötigt man ein für den Besuchszweck (z. B. Privatbesuch, Tourismus, Geschäftsreise) passendes Visum, das nur in Verbindung mit weiteren Nachweisen wie einer Hotelbuchung oder einer formellen Einladung durch eine weißrussische Person/Institution ausgestellt wird. Das Visum kann direkt bei der Botschaft der Republik Belarus in Berlin gegen Gebühr beantragt werden.[41] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Vorgang der Visumbeschaffung durch ein Reisebüro abwickeln zu lassen. In den meisten Fällen ist diese Variante jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Den touristischen Hauptanziehungspunkt stellt Minsk selbst dar; es verfügt über ein umfangreiches Netzwerk von kulturellen Einrichtungen mit 18 Museen und zwölf Theatern. Es gibt zudem zahlreiche interessante historische Orte und Baudenkmäler.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Für Russland ist Weißrussland (zusammen mit Litauen) das Haupttransitland zu seiner Exklave, der Oblast Kaliningrad. Die Hauptverkehrsachse von (WesteuropaWarschau–)Brest über BaranawitschyMinskBaryssau nach Orscha(–Moskau) verläuft von Südwest nach Nordost quer durch das Land. Sie besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja Tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie mit parallel verlaufender autobahnartig ausgebauter Fernstraße.

Pipelines[Bearbeiten]

Weißrussland ist zwar aufgrund seiner Lage ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und Russland: 50 % des russischen Erdöls fließen durch die Druschba-Pipeline, die auf weißrussischem Gebiet durch das Unternehmen Gomel Transneft betreut wird, und 25 % des Erdgases fließen über Pipelines des staatlichen Beltransgas-Verteilsystems. Wegen der politischen Verhältnisse weicht man jedoch zunehmend auf Nordeuropa oder die Ukraine aus. 2005 wurde der Bau einer Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland beschlossen. Dies wird auch Auswirkungen auf den Gastransit durch Weißrussland haben.

Anfang 2007 forderte die weißrussische Regierung von Russland Transitgebühren für die Benutzung der Ölpipelines nach Westeuropa. Mit dem Geld sollten die Verluste kompensiert werden, die durch die Erhöhung der Gaspreise durch den russischen Gazprom-Konzern entstanden waren. Dieser Konflikt hatte einerseits ein Aussetzen der russisch-weißrussischen Integrationspläne zur Folge, andererseits wurde von mehreren Politikern in der EU die Abhängigkeit von russischer Energie beklagt und eine Umorientierung gefordert.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja Tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie. Die Eisenbahnstrecke erreicht aus Polen kommend die weißrussische Grenze bei Brest in Normalspur (1435 mm Spurweite) und führt von dort in russischer Breitspur (1520 mm) weiter. Auch die Kupplungssysteme der Bahnen des westlichen Europa (Schraubenkupplung) und der Bahnen in Nachfolge der sowjetischen Staatsbahn (Mittelpuffer-Klauenkupplung) sind unterschiedlich, was im Bahnhof Brest einen Aufenthalt zum Auswechseln der Drehgestelle und Kupplungen erforderlich macht. Der Aufenthalt beläuft sich zwar oft auf einige Stunden, die eigentliche Tauschprozedur dauert aber nur ca. 20 Minuten.

Straße[Bearbeiten]

O-Bus in Minsk

Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer parallel zur Eisenbahnmagistrale verlaufenden autobahnartig ausgebauten Fernstraße. Rund um Minsk besteht ein Schnellstraßenring mit Ausläufern nach Litauen/Hrodna und nach Babrujsk/Homel im Südosten des Landes. Außerdem sind noch Polazk über Wizebsk und Orscha sowie Mahiljou über Babrujsk an Minsk angeschlossen.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Im Osten des Landes durchquert in Nord-Süd-Richtung der Dnepr Belarus. In Ost-West-Richtung wird das Land im Süden vom Prypjat durchquert. Weißrussland besitzt eine Handelsflotte, die in lettischen Ostseehäfen stationiert ist.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Bei Minsk befinden sich ein internationaler und ein nationaler Flughafen, daneben bestehen verschiedene Regionalflughäfen. Nationale Fluggesellschaft ist die Belavia. Der internationale Flughafen Minsk (Minsk-2, IATA Code: MSQ) transportiert jährlich über eine Million Passagiere. Täglich zwischen 7:10 und 22:35 Uhr verbindet ein Pendelbus den internationalen Flughafen und die Hauptstadt mit stündlichen Abfahrten. Visumhinweis: Aus Russland kommende Flugreisende aller Nationalitäten mit Zwischenstopp in Minsk benötigen ein Transitvisum (40 Euro und ca. 30 min Zeitaufwand), obwohl sie den Flughafen nicht verlassen. Entsprechend sollte dies bei scheinbar günstigen Flügen mit Belavia berücksichtigt werden.

Kultur[Bearbeiten]

Neben einigen erhaltenen architektonischen Denkmälern aus der Epoche der Kiewer Rus hat Weißrussland ein reiches kulturelles Erbe aus der Zeit der Zugehörigkeit zur polnisch-litauischen Adelsrepublik zu bieten. Hierzu zählen bedeutende Schlösser im Westen des Landes wie das Schloss Mir und barocke Kirchengebäude. Als UNESCO-Weltkulturerbe zählen neben dem Schloss Mir der Struve-Bogen und die Residenz der Familie Radziwiłł in Njaswisch. Hinzu kommt eine reiche Volkskultur.

Ein weiterer kulturell prägender Faktor war die jahrhundertelang bestehende große jüdische Bevölkerungsgruppe. Wahrscheinlich einer der bekanntesten Kulturschaffenden aus Weißrussland ist der Maler Marc Chagall, der in Wizebsk geboren wurde und später lange Zeit in Frankreich lebte. Bekannt wurde ferner die Schutzheilige Weißrusslands, Euphrosyne von Polazk.

Bedeutende Schriftsteller sind bzw. waren Jakub Kolas, Janka Kupala, Maksim Bahdanowitsch, Wassil Bykau, Ales Adamowitsch und Swjatlana Aleksijewitsch.

Sport[Bearbeiten]

Beliebteste Sportart der Weißrussen ist Eishockey. Die höchste nationale Spielklasse heißt Extraliga, die zweite Spielklasse ist die Wysschaja-Liga. Die weißrussische Eishockeynationalmannschaft steht nach der Weltmeisterschaft 2010 auf Platz zehn der IIHF-Weltrangliste. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in den USA erreichten die Weißrussen den vierten Platz. Seit 2008 spielt der HK Dinamo Minsk in der Nachfolgeliga der russischen Superliga, der KHL. Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 wurde in Weißrussland ausgetragen. Die Vergabe der Spiele wurde kontrovers diskutiert.

Der weißrussische Fußball durchlebt momentan einen leichten Aufschwung. Doch es mangelt dem osteuropäischen Land an genügend Spielern von Format, um konstante Leistungen zu bringen. Bekannte Spieler sind u. a. Aliaksandr Hleb, Anton Puzila oder Wassili Chomutowski. Die Nationalmannschaft belegt Rang 40 der FIFA-Weltrangliste und erreichte bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 einen guten vierten Platz. Bekanntester Verein des Landes ist der sowjetische Meister von 1982, der FK Dinamo Minsk.

Ähnlich sieht es im Handball aus. Die weißrussische Nationalmannschaft nahm bisher einmal an einer Welt- und zweimal an einer Europameisterschaft teil (WM 1995, EM 1994 und 2008). In der Vergangenheit bescherte der Hauptstadtclub SKA Minsk dem weißrussischen Handballsport zumindest auf internationaler Vereinsebene große Erfolge. Bekannteste Handballer des Landes sind Sjarhej Harbok und – der seit 2005 für Deutschland spielende – Andrej Klimovets, die beide ihr Geld in der deutschen Handball-Bundesliga verdienen.

Bei den Olympischen Spielen konnten insgesamt 80 Sportler aus Weißrussland 72 olympische Medaillen erringen (10 Gold, 20 Silber, 39 Bronze). Im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele belegt Weißrussland den 40. Rang und bei den Olympischen Winterspielen Rang 29. Bekannte Medaillengewinner sind der Weltmeister im Hammerwerfen Iwan Zichan, die zur Weltspitze zählende Diskuswerferin Iryna Jattschanka, die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Rudern Ekaterina Karsten und die Leichtathletin Julija Neszjarenka.

Erfolgreichster Tischtennisspieler ist Wladimir Samsonow. Er wurde 1995 Vizeweltmeister im Doppel und 1997 Vizeweltmeister im Einzel.[42] Neben vielen weiteren Erfolgen wurde er dreimal Europameister im Einzel und gewann viermal das europäische Ranglistenturnier TOP-12.

Medien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Presse in Weißrussland
Hauptartikel: Radio Belarus

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Weißrussland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Weißrussland

Literatur[Bearbeiten]

Spezialisierte Literatur

  • Olga Abramova: Integration zwischen Realität und Simulation. Die belarussisch-russländischen Beziehungen seit 1991, Untersuchungen des Forschungsschwerpunktes Konflikt- und Kooperationsstrukturen in Osteuropa an der Universität Mannheim (FKKS) 19, Mannheim, 1998
  • Claudia M. Buch: Währungsreformen im Vergleich: monetäre Strategien in Russland, Weißrussland, Estland und der Ukraine, Kieler Studien 270, Tübingen, 1995
  • Irina Bugrova, Svetlana Naumova: Parliamentary elections and foreign policy orientations of Belarus, in: Vector – Belarusian Journal of International Politics, 1/1, S. 2–7, 1996
  • Herbert Dederichs, Jürgen Pillath, Burkhard Heuel-Fabianek, Peter Hill, Reinhard Lennartz: Langzeitbeobachtung der Dosisbelastung der Bevölkerung in radioaktiv kontaminierten Gebieten Weißrusslands – Korma-Studie, Verlag Forschungszentrum Jülich 2009, ISBN 978-3-89336-562-3
  • Heinrich Linus Förster: Von der Diktatur zur Demokratie – und zurück? Eine Auseinandersetzung mit der Problematik der Systemtransformation am Beispiel der ehemaligen Sowjetrepublik Belarussland., Hamburg, 1998
  • Folkert Garbe / Rainer Lindner: Wahlfarce in Belarus – Inszenierter Urnengang und neuer Widerstand Diskussionspapier der Stiftung Wissenschaft und Politik, April 2006
  • Rainer Lindner: Historiker und Herrschaft. Nationsbildung und Geschichtspolitik in Weißrussland im 19. und 20. Jahrhundert, Ordnungssysteme 5, München, 1999
  • Rainer Lindner: Präsidialdiktatur in Weißrussland: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unter Lukaschenko, in: Osteuropa 47/10–11, S. 1038–1052, 1997
  • Menschenrechte in Belarus e. V.: Zur Lage der Menschenrechte in Belarus, Berlin 2014 (PDF-Datei; 1,1 MB), ISBN 978-3-86468-643-6.
  • Anja Obermann: Die Beziehungen der Europäischen Union zu nicht-demokratischen Staaten: Europäische Außenpolitik gegenüber Algerien, Indonesien und Belarus. VDM-Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 3-8364-4839-4
  • Astrid Sahm: Schleichender Staatsstreich in Belarus. Hintergründe und Konsequenzen des Verfassungsreferendums im November 1996, in: Osteuropa (Zeitschrift), 47/9, 1997, S. 475–487
  • Roland Scharff (Hrsg.): Belarus Belarus : Zwischenbilanz einer stornierten Transformation, Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Wirtschaft, Osnabrück 2001, ISBN 978-3-925716-67-6.
  • Eberhard Schneider: Der erste Mann Weißrusslands: Stanislau Schuschkewitsch, in: Osteuropa, 43/12, 1993, S. 1147–1151
  • Silvia von Steinsdorff: Das politische System Weißrußlands (Belarus), in: Wolfgang Ismayr: Die politischen Systeme Osteuropas, S. 429–468, Opladen, 2004
  • Jan Zaprudnik: Historical dictionary of Belarus, London, 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Weißrussland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Weißrussland – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Weißrussland – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Weißrussland – Reiseführer
 Wikimedia-Atlas: Weißrussland – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  2. Human Development Index
  3. Auswärtiges Amt abgerufen am 10. Februar 2014
  4. http://www.informador.com.mx/cultura/2009/139096/6/tres-de-cada-cuatro-bielorrusos-emplean-en-su-vida-cotidiana-el-ruso.htm
  5. Außenministerium Weißrusslands: Religion and denominations in the Republic of Belarus, 2011, pdf, Link eingesehen am 8. Februar 2014
  6. Vgl. CIA World Factbook über Belarus, Abschnitt Religionen, Zahlangaben von 1997, Link eingesehen am 29. Mai 2011.
  7. Vgl. die Angaben im Annuario pontificio 2005 zu den weißrussischen Diözesen.
  8. Першая :: Рыма-каталіцкі Касцёл на Беларусі
  9. http://www.internation-hilfsfonds.org/projekte/unikoop.htm
  10. Link zur Verfassung (englisch)
  11. ZEIT-Artikel
  12. Berliner Zeitung: Lukaschenkos Gegnern droht Todesstrafe vom 12. Januar 2011
  13. Mitteldeutsche Zeitung 16. März 2006 19:19 Uhr: Lukaschenko droht Opposition vor der Wahl mit Gewalt „Demonstranten gegen die Staatsmacht würden als Terroristen verfolgt, sagte der Leiter des Geheimdienstes KGB, Stepan Sucharenko, am Donnerstag in Minsk. Auf Terrorismus stehen in Weißrussland 8 bis 25 Jahre Haft oder die Todesstrafe.“ „‚Wer am 19. März riskiert, auf die Straße zu gehen und die Lage zu destabilisieren, wird als Terrorist eingestuft‘, drohte Sucharenko.“
  14. 10 000 Regimegegner demonstrieren in Minsk auf der Website der Mitteldeutschen Zeitung vom 19. März 2006; abgerufen am 16. Mai 2013
  15. Wahl-Farce in Weißrussland: Demonstranten trotzen Lukaschenkos Drohungen
  16. Adam Busuleanu und Wolfgang Sender: Wahlen in Belarus. Menschenrechte in Belarus e. V.; ISBN 978-3-86468-643-6. S. 141. Abgerufen am January 31, 2014.
  17. Adam Busuleanu und Wolfgang Sender: Wahlen in Belarus. Menschenrechte in Belarus e. V.; ISBN 978-3-86468-643-6. Abgerufen am January 31, 2014.
  18. http://www.parties-and-elections.eu/belarus.html
  19. Länderbericht von Amnesty International, Stand Dezember 2010
  20. http://amnesty.de/2013/4/18/belarus-massive-repressionen-gegen-die-zivilgesellschaft?destination=startseite
  21. Weißrussland stellt Schweigemärsche unter Strafe
  22. Weißrussland verbietet Demonstranten sogar das Schweigen
  23. Gesetz vom 21. Dezember 2011 (Weißrussisch)
  24. Information von der US Law Library of Congress (Englisch)
  25. List of political prisoners, abgerufen 25. August 2012
  26. http://www.blick.ch/news/ausland/40-festnahmen-bei-razzia-gegen-homosexuelle-in-weissrussland-id2191260.html
  27. http://orf.at/stories/2128998/2128996/
  28. [1]
  29. Beschluss 2011/357/GASP des Rats vom 20. Juni 2011 (Belarus), Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, abgerufen am 22. September 2011.
  30. PDF bei www.cdep.ro
  31. Eine Teddybär-Affäre zieht Kreise (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  32. Deutsche Polizei schulte Lukaschenkos Sicherheitskräfte in sueddeutsche.de, 23. August 2012
  33. Weißrussland errichtet erstes Atomkraftwerk
  34. Bericht vom Staatsbesuch Lukaschenkas in Venezuela im März 2009 – Infolatam
  35. Lukaschenko verewigt Chávez in Weißrussland. ria.ru, abgerufen am 12. März 2013.
  36. http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:100-prozent-inflation-weissrussland-ist-zinsweltmeister/70016014.html (Version vom 1. April 2012 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  37. news.tut.by über die Wirtschaft Weißrusslands
  38. a b c d e f Entwicklung des BIP von Belarus bfai, 2010, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  39. a b c The World Factbook
  40. Der Fischer-Weltalmanach 2010: Zahlen-Daten-Fakten, Fischer, Frankfurt 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  41. http://www.germany.mfa.gov.by/de/konsularwesen/visaerteilung
  42. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatITTF Database SAMSONOV Vladimir (BLR). International Table Tennis Federation (ITTF), abgerufen am 2. April 2009.

53.51666666666728.766666666667Koordinaten: 54° N, 29° O