Tarot 1JJ

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13. Trumpf: Der Tod

Das Tarot 1JJ (auch Schweizer Tarot genannt) ist ein Kartenspieldeck, das für die Tarockspiele Troccas und Troggu und für divinatorische Zwecke (siehe Tarot) gebraucht wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kartendeck ist aus dem französischen Kartenspiel Tarot de Besançon, einer Variante des Tarot de Marseille hervorgegangen und wird ihm auch manchmal zugerechnet. Die erste Version wurde zwischen 1831 bis 1838 in der Kartenwerkstatt von Johann Georg Rauch entwickelt. Es war das erste Tarockspiel der Kartenwerkstatt und hatte unerwartet grossen Erfolg auf dem amerikanischen Markt. Die erste Version wurde vom Nachfolger Johann Müller unverändert bis 1860 herausgegeben.[1] Heute ist ein Nachfolgedeck im Handel, das sich durch eine sauberere Linienführung auszeichnet.

Kartendeck[Bearbeiten]

Im Kartendeck des Tarots de Besançon wurde das Sujet des 2. Trumpfes der Hohepriesterin zur römischen Göttin Juno und der 5. Trumpf des Papstes zum römischen Gott Jupiter getauscht. Das sind die wesentlichen Sujetänderungen zum Vorläuferdeck Tarot de Marseille. Diese zwei Trümpfe wurden ebenfalls ins 1JJ-Kartendeck übernommen, wenn auch mit verändertem Sujet. Die restlichen Trümpfe haben ähnliche Sujets wie das Tarot de Marseille.[2] Einige weitere Karten haben Sujet-Änderungen. So ist auf der 6. Trumpfkarte der Liebenden beim Marseiller und Besançoner Deck eine zusätzliche Frau und bei 1JJ ein älterer Mann abgebildet. Auf der 11. Trumpfkarte im 1JJ-Deck ist keine Löwenbänderin sondern ein Bändiger dargestellt, der an Herakles erinnert. Die 15. Trumpfkarte des Teufels zeigt im Gegensatz zum Besançon-Deck keine zwei zusätzlichen angebunden Dämonen, sondern eine sitzende Frau, die aus Verzweiflung oder Trauer das Gesicht in ihren Händen hält. Die 18. Trumpfkarte des Mondes zeigt beim Besançoner Deck zwei Wölfe, die den Mond anheulen. Im Vordergrund steigt ein Krebs aus dem Wasser auf einen Weg, der durch zwei Türme rechts und links in den Hintergrund führt. Beim 1JJ-Kartendeck ist das Sujet in zwei Bilder aufgeteilt. Das untere stellt einen Krebs dar, der als Wandschmuck zwischen zwei Fenstern hängt. Im oberen Bild ist einen junger Mann mit seinem Hund abgebildet, der für seine Geliebte, die auf dem Balkon steht und ihm die Hand entgegenstreckt, Mandoline spielt.[3]

Unterschiede in der Darstellung der Trümpfe II. und V. zwischen Tarot de Besançon und 1JJ[Bearbeiten]

Im Tarot de Besançon steht Juno mit einem Gewand und zeigt mit der rechten Hand nach oben und mit der linken Hand nach unten. Um sie schwingt sich lose ein Tuch. Zu ihren Füssen stehen je nach Ausgabe ein oder zwei Pfaue. Im 1JJ-Kartendeck, steht Juno in einem Gewand und trägt eine Krone und schaut nach rechts. Mit der rechten Hand zeigt sie nach unten und hält in ihrer linken Hand einen übermannshohen Gehstock. Hinter ihren Füssen befindet sich ein männlicher Pfau.

Im Tarot de Besançon wird Jupiter als nackter Mann dargestellt, der eine Krone trägt und auf einem Adler steht. Ein loses Tuch schwingt sich um seinen Körper und verdeckt die Schamzone. Er hat beide Arme ausgestreckt und trägt in der rechten und linken Hand ein paar Blitze. Im 1JJ-Kartendeck wird er ebenfalls als König dargestellt. Nur sitzt er und hat seinen Kopf auf die linke geballte Hand aufgestützt. In der linken Hand hält er ein Zepter und lässt es lose nach unten hängen. Vor seinen Füssen im Vordergrund ist ein Adler abgebildet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max Ruh: Schaffhauser Spielkarten. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2005, ISBN 3-909059-32-5, S. 27–31, S. 52, S. 73.
  2. Vergleich Tarot-Decks
  3. Lee A. Bursten: 1JJ Swiss Tarot Cards. - Review, 1999.