Temne

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Karte der Ethnien in Sierra Leone; die Temne-Gebiete in Orange

Die Temne (andere Schreibweise Timmene) sind eine Ethnie im westafrikanischen Staat Sierra Leone. Mit einem Anteil von 30 % und 1,6 Millionen Menschen stellen sie zusammen mit den Mende (ebenfalls etwa 30 %) einen Hauptteil der Bevölkerung des Landes. Ihre Siedlungsgebiete liegen am Rokel-Fluss im Nordwesten von Sierra Leone.

Die Sprache der Temne, die Temnische Sprache, ist nahe verwandt mit der des benachbarten kleinen Volkes der Bullom-Sherbro und jener der Baga in Guinea.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Temne wanderten im späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert in ihr heutiges Gebiet ein und spielten vermutlich zur Zeit der Reiche Mali und Songhai eine bedeutende Rolle im Fernhandel mit Kolanüssen. Der Begriff Kolanuss soll von dem entsprechenden Temne-Wort aŋ-kola stammen.

Die Temne trieben auch Handel mit den Portugiesen an der Küste.

Bai Bureh, Führer des Temneaufstandes 1898

1898 führten die Temne, geführt von Bai Bureh, einen Aufstand (Mende-Temne-Krieg) gegen die Besteuerung durch die britische Kolonialmacht, wobei sie sich auch gegen die – den Briten näher stehenden – Kreolen und Mende wanden.

Kultur[Bearbeiten]

Heute sind die Temne hauptsächlich Reisbauern, Meerfischer und Händler. Die meisten sind Muslime, wobei sie jedoch auch Elemente traditioneller animistischer Religionen beibehalten haben. Es gibt Geheimgesellschaften, die Poro ist diejenige für Männer und die Bondo diejenige für Frauen. Die bedeutendsten Rituale der Temne sind die Krönungen oder Begräbnisse von Chiefs und die Initiation neuer Geheimgesellschaftsmitglieder.

Bei manchen Sierraleonern aus anderen Volksgruppen gelten die Temne als aggressiv, auch weil sie früher Kriege gegen benachbarte Völker führten[1].

Quellen[Bearbeiten]

  1. onWar.com