Tepecik-Çiftlik

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38.17194444444434.493611111111Koordinaten: 38° 10′ 19″ N, 34° 29′ 37″ O

Reliefkarte: Türkei
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Tepecik-Çiftlik
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Türkei

Tepecik-Çiftlik ist ein archäologischer Fundplatz bei der Kreisstadt Çiftlik (Provinz Niğde) im südlichen Zentralanatolien im antiken Kappadokien.

Der Siedlungshügel liegt von seiner weiteren Umgebung weitestgehend abgeschottet in einer Ebene, die durch Verlandung eines Kratersees des Pleistozän entstanden war. Der Ort war um 7. und 6. Jahrtausend v. Chr. besiedelt, als nur noch ein kleines Gewässer vorhanden war. Seit 2000 werden dort Ausgrabungen durch Erhan Bıçakçı von der Universität Istanbul durchgeführt, wobei bisher etwa ein dreiviertel Hektar freigelegt werden konnte. Dabei wurden Besiedlungsspuren der byzantinischen Zeit, des Chalkolithikums und des Neolithikums identifiziert.

Am meisten Aufmerksamkeit erhielten die Funde des frühen Chalkolithikums, in welchem der Ort aus einzelnen Gebäuden an freien Flächen und Gassen bestand. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Gebäude mit auf Steinfundamenten ruhenden Lehmziegelmauern errichtet. Durch Erweiterungen entwickelten sich einige der Gebäude zu größeren Komplexen. In diesen Gebäuden fanden sich dann Feuerstellen und Öfen sowie Vorratsbehältnisse. Die in diesen Schichten gefundene Keramik zeigt in ihrem Dekor Verbindungen zum Fundort Köşk Höyük. Reichhaltig sind zudem Funde von aus Bein gefertigten Werkzeugen und Figurinen. Aufgrund der Nähe zum Göllü Dağ, einer der reichshaltigsten und hochwertigsten Obsidianlagerstätten Anatoliens, entwickelte sich im Ort außerdem eine hochstehende Steinindustrie. Da diese vor Ort zahlreiche Typen von Lanzen- und Pfeilspitzen kennt, die aus dem gesamten Vorderen Orient bekannt sind, muss davon ausgegangen werden, dass Tepecik-Çiftlik als Produktions- und Handelszentrum diente. Die Subsistenz der Bewohner beruhte, wie die Vielzahl gefundener Mahlsteine nahelegt, wohl vor allem auf Getreide. Daneben spielten aber auch tierische Produkte eine große Rolle, zu denen bisher nicht geklärt werden konnte, ob sie auf Domestikation oder Jagd zurückzuführen sind.

Soweit angeschnitten, bargen die neolithischen Schichten am Tepecik-Çiftlik einige Bestattungen in Hockerlage. Diese enthielten ein Steingeräteinventar, das dem des Chalkolithikums bereits entspricht. Stilistische Unterschiede lassen sich nur in der Keramik ausmachen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Erhan Biçakcı: Tepecik-Çiftlik. A New Site in Central Anatolia (Turkey). In: Architectura. Zeitschrift für Geschichte der Baukunst 34 (2004) S. 21–26.
  • Erhan Biçakcı: Tepecik-Çiftlik. In Vor 12.000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit, Ausstellungskatalog Karlsruhe 2007, S. 135.

Weblinks [Bearbeiten]