Terra incognita

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Die 1595 bekannte Welt. Unbekannte Gebiete werden weiß dargestellt und mit "Terra incognita" bezeichnet.
Karte Nordamerikas aus dem Jahr 1566 mit „Terra In Cognita“ und „Mare In Cognito“ (Unbekanntes Meer)

Terra incognita (lat. „unbekanntes Land“) ist ein historischer Begriff für Landmassen oder Gebiete, die seinerzeit noch nicht kartografiert oder beschrieben waren.

Die Bezeichnung findet sich auf alten See- oder Landkarten jener Regionen, die noch unerforscht oder teilweise nur vermutetes Land waren. Auf vielen Karten wurden solche Gegenden mit Drachen oder anderen Fabelwesen ausgeschmückt.

Terra australis incognita

Das bedeutendste Gebiet der Terra incognita war die Terra Australis (incognita), eine große Landmasse auf der südlichen Halbkugel, die man im Altertum und Mittelalter als Gegengewicht zu den nördlichen Kontinenten postulierte. Der um 1600 von Seefahrern entdeckte Erdteil Australien erhielt seinen Namen von daher. Andere Teile erwiesen sich als nicht existent oder als Packeis bzw. Küstenabschnitte der Antarktis.

Clements Markham bezeichnete 1883 unbekanntes Gebiet als blank of the maps, das von Sven Hedin mit weiße Flecken ins Deutsche übertragen wurde.[1]

Mit der zunehmenden Erforschung und Kartografierung der Erde verlor der Begriff seine Aktualität und wird überwiegend nur noch in historischem und übertragendem Sinne verwendet. Dabei wird übersehen, dass aber auch heute noch große Teile der Erde nahezu unerforscht sind.[2]

Im übertragenen Sinne steht er auch heute noch für nicht erkundete bzw. erforschte Bereiche der Realität, von deren Existenz man zwar Kenntnis hat oder die man vermutet, aber noch nicht inhaltlich definieren kann. Im Deutschen spricht man auch von (wissenschaftlichem) Neuland.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • F.A. Brockhaus: Der Neue Brockhaus (6-bändig), Band 5. Wiesbaden 1959/1960
  • Karl Weule: Die Erforschung der Erdoberfläche, Teil II, 460 S. (Kapitel III B/3 "das unbekannte Südland"). Vierter Band aus der Reihe "Weltall und Menschheit"" (Hsg. Hans Kraemer), Verlaghaus >Bong & Co., Berlin-Leipzig-Wien ~1902
  • Jules Verne: Die großen Seefahrer und Entdecker. Eine Geschichte der Entdeckung der Erde im 18. und 19. Jahrhundert. (Erster Teil, Kapitel II "Auf der Suche nach dem südlichen Kontinent", p.44-73). ISBN 3257009356, 502 S., zahlr. Ill., Diogenes-Verlag, Zürich 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dirk Liesemer: Welterkundung: Die letzten weißen Flecken. spiegel.de, 8. Dezember 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  2. Dirk Liesemer: Welterkundung: Die letzten weißen Flecken. spiegel.de, 8. Dezember 2013, abgerufen am 11. Dezember 2013.