Theozentrismus

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Der Begriff Theozentrismus setzt sich zusammen aus griechisch θεός, theos (Gott), und griechisch κέντρον, kentron, Stachel, Zirkelspitze, Kreismitte, daraus lateinisch centrum und bezeichnet eine religiös geprägte Weltanschauung, die Gott oder eine oder mehrere Gottheiten im geistigen Zentrum der Welt sieht.

Gott oder ein göttliches Wesen steht in der Mitte der Welt, das heißt die Lebens- und Denkweise der Menschen ist religionsorientiert. Gegenteil des Theozentrismus ist der Anthropozentrismus, dem zufolge keine transzendente Instanz sondern der Mensch das Zentrum der Welt ist.

Der Übergang vom Theozentrismus zum Anthropozentrismus fand erstmals bereits in der Antike statt und wird von dem griechischen Philosophen Thales von Milet 600 v. Chr. eingeleitet.

Das Christentum ist christozentrisch, also theozentrisch und anthropozentrisch zugleich, das heißt es hat Jesus Christus als Zentrum, der zugleich Gott und Mensch ist. Anthropozentrismus und Theozentrismus sind also im Christentum kein Gegensatz sondern stehen in untrennbarer Beziehung zueinander.[1] Während man im Mittelalter vor allem die theozentrische Seite betonte, ist die moderne Theologie mehr von der anthropozentrischen Sicht auf den christlichen Glauben bestimmt.

Mit der Aufklärung wurde die allgemeine Weltanschauung wieder anthropozentrisch.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_30111980_dives-in-misericordia_ge.html