Thomas Görnitz

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Thomas Görnitz

Thomas Görnitz (* 1943 in Leipzig) ist ein deutscher Physiker. Er war bis 2009 Professor für Didaktik der Physik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Leben[Bearbeiten]

1961 erhielt Görnitz mit einer Bronzemedaille[1] als erster Deutscher einen Preis bei einer Internationalen Mathematik-Olympiade. Nach Abschluss der Schule studierte Thomas Görnitz an der Universität Leipzig Physik und Mathematik und wurde dort 1973 in mathematischer Physik (mit einer Arbeit zum Thema Zur Ausreduktion von Darstellungen der Poincarégruppe) promoviert. Nachdem er 1976 einen Ausreiseantrag aus der DDR stellte, war er als Totengräber tätig. Im Jahr 1979 übersiedelte er nach München. Dort gewann ihn Carl Friedrich von Weizsäcker für eine Tätigkeit am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt, es begann eine langjährige Zusammenarbeit über die physikalischen und philosophischen Grundlagen der Quantenphysik und Kosmologie.

Von 1992 bis 1994 arbeitete er am Institut für Mathematische Physik der TU Braunschweig und von 1994 bis 2009 als Professor für Didaktik der Physik an der Universität Frankfurt.

Er ist Vorsitzender des Vorstandes von Wissen und Verantwortung – Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaft e. V. seit deren Gründung 1994 und seit 2002 Mitglied des Stiftungsrates der Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung. Er war von 1996 bis 2009 Mitglied der Arbeitsgruppe Theologie und Naturwissenschaft und des Templeton Research Lectures-Komitees an der Universität Frankfurt und ist Mitglied des Arbeitskreises Philosophie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Seit 1964 ist er verheiratet mit der Tierärztin und Psychologin Brigitte Görnitz und hat mit ihr fünf Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2003: Michael-und-Bizerka-Baum-Preis des Frankfurter Vereins für physikalische Grundlagenforschung und des Fachbereichs Physik der Goethe-Universität Frankfurt.
  • 2009: Theophrastus Wissenschaftspreis Ganzheitliche Medizin (mit Brigitte Görnitz).

Forschung[Bearbeiten]

Die Vermittlung der modernen Physik und ihre verständliche Darstellung ist Schwerpunkt seiner Arbeit als Didaktiker.

Daneben liegen seine Forschungsschwerpunkte bei den Grundfragen der Quantentheorie und Kosmologie und deren philosophische Interpretation. Daraus ergeben sich Folgerungen für die Erkenntnis der grundlegenden Strukturen in der Natur und für das Verständnis des Menschen als einer Einheit von Körper und Psyche. Abstrakte bedeutungsfreie Quanteninformation (Protyposis) wird von Görnitz als Basis der kosmischen Evolution angesehen. Sie ermöglicht demgemäß seiner Ansicht nach unter anderem eine Begründung der Struktur von Raum und Zeit und eine Herleitung der Einsteinschen Gleichungen sowie ein neues Verständnis der Materie als „geformte“ Quanteninformation und damit auch eine naturwissenschaftliche Erklärung des Bewusstseins.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Thomas Görnitz: Carl Friedrich v. Weizsäcker - Physiker, Philosoph, Visionär, Verlag der C.F.v. Weizsäcker-Stiftung, Enger, 2012, ISBN 978-3-942711-01-2
  • Thomas Görnitz, Brigitte Görnitz: Die Evolution des Geistigen; Quantenphysik – Bewusstsein – Religion. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-56717-3.
  • Thomas Görnitz, Brigitte Görnitz: Der kreative Kosmos; Geist und Materie aus Quanteninformation. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 978-3-827-41368-0.
  • Thomas Görnitz: Quanten sind anders; Die verborgene Einheit der Welt. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 978-3-827-40571-5.
  • Thomas Görnitz: Carl Friedrich v. Weizsäcker – ein Denker an der Schwelle zum neuen Jahrtausend. Herder, Freiburg 1992, ISBN 3-451-04125-1.
  • Thomas Görnitz, Holger Lyre (Hrsg.): Carl Friedrich von Weizsäcker; The Structure of Physics. Springer Netherlands, Stuttgart 2007, ISBN 1402052340.
  • Thomas Görnitz (Hrsg.): C. F. v. Weizsäcker: Die Sterne sind glühende Gaskugeln und Gott ist gegenwärtig. Herder, Freiburg 1992, ISBN 3-451-04077-8.
  • Thomas Görnitz: Quantum Theory as Universal Theory of Structures - Essentially from Cosmos to Consciousness in: Advances in Quantum Theory; ISBN 978-953-51-0087-4, Edited by: Ion I. Cotaescu, Publisher: InTech, February 2012 (Online abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikseite der IMO