Tigernmas

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Tigernmas ['tʴiɣʴernvas] („der Herrenmäßige“) ist in der keltischen Mythologie Irlands eine vielschichtige Gottheit. Er führte als sagenhafter König den Bergbau („Chthonische Gottheit“) in Irland ein und gilt deshalb unter anderem als Gott des Todes und des Reichtums, vergleichbar dem griechischen Hades bzw. dem römischen Pluto. [1]

Mythologie[Bearbeiten]

Tigernmas ist nach dem Lebor Gabála Érenn („Das Buch der Landnahmen Irlands“) ein Nachkomme des Königs Éremón und damit der Milesier, nach anderer Tradition ein Angehöriger der Fomori[2]. Wie alle Chthonischen Götter ist er als Herrscher in der Unterwelt zugleich Fruchtbarkeits- und Vatergottheit. Diese Funktionsvielfalt ist auf den Seelenwanderungsglauben der Druiden zurückzuführen, die den Tod als Beginn eines neuen Lebens ansahen.

Als Begründer des (Gold-)Bergbaus führt er nach den „Annalen der Vier Meister“ gleichzeitig die Technik der Vergoldung und Versilberung von Gefäßen, aber auch das Buntfärben von Gewandstoffen ein[3]. Die Farben der Kleider teilt er nach der gesellschaftlichen Stellung der Träger zu. Birkhan nennt dies die Zeit einer saturnalen Prosperität.

Sein Todestag ist der Samuin, der Vorabend des 1. Novembers. Er starb in Mag Slécht (dem „Feld der Anbetung“ bei Ballymagorry, County Cavan). Vor dem dort aufgestellten Kultstandbild des Cromm Cruach zerschlugen sich seine Anhänger in einer Art von kollektivem Massenselbstmord die Schädel an Steinen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass zu Samuin den Unterwelts- und Fruchtbarkeitsgottheiten zwei Drittel aller Erstgeborenen, allen Weizens und aller Milch zu opfern war[1].

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3, S. 561 f.
  2. H. d'Arbois de Jubainville: Cours de littérature celtique. Paris 1884-1902, Band II, S. 112, 303.
  3. J. O'Donovan: Annals of the Kingdom of Ireland by the Four Masters. Dublin 1856, Band I, S. 38 f.