Keltische Mythologie

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Keltische Mythologie ist eine von der Sprachwissenschaft (Philologie) und Religionswissenschaft geprägte Sammelbezeichnung für die Gesamtheit der religiösen Erzählungen (Mythen, Sagen und Legenden) der Kelten von der Zeit vor ihrer Christianisierung bis ins christliche Mittelalter hinein. Dagegen bedeutet der Begriff Keltische Religion die Summe der Institutionen, Riten oder Zeremonien zu bestimmten den Göttern oder den Verstorbenen gewidmeten Anlässen vor der Christianisierung. Für die keltische Mythologie sind praktisch keine direkten schriftlichen Quellen, wie Gebete, Hymnen oder religiöse Schriften überliefert, die Tradierung (Überlieferung) erfolgte in vorchristlicher Zeit nahezu ausschließlich durch mündliche Überlieferung. Nur die Berichte antiker griechischer und römischer Autoren sowie die viel später verfassten monastischen (von christlichen Mönchen niedergeschriebenen) Manuskripte von den Britischen Inseln geben Informationen. Bei den antiken Autoren ist wegen der Verwendung der Interpretatio Graeca und der Interpretatio Romana (Gleichsetzung altkeltischer mit griechischen und römischen Gottheiten) eine Veränderung dieser Mythen in Richtung der klassischen Mythologie zu erkennen.

Aus allen diesen deshalb mit gebotener Vorsicht zu verwendenden Quellen ist zu erkennen, dass es für den keltischen Raum (das Celticum) keine einheitliche mythologische Tradition gab, was darauf zurückzuführen ist, dass bei die keltischen Völker keine politische oder kulturelle Einheit vorlag. Die große Zahl regionaler Mythen standen nur in sehr geringem Umfang in Einklang untereinander.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursprünge und Überlieferung

Da es diese genannte kulturelle oder politische Einheit der Kelten nicht gab, ist die keltische Mythologie ebenfalls keine Einheit, sondern regional unterschiedlich. Ein klassischer Pantheon ist deshalb für die Götterwelt der Kelten nicht vorhanden und das Fehlen der entsprechenden Quellen für eine den klassischen antiken Göttern des europäischen Mittelmeerraumes entsprechende Tradierung (Überlieferung) verstärkt dies noch.[2] Die bisher aufgefundene Überlieferung ist bruchstückhaft, da es in der keltischen Urzeit lediglich eine mündliche Tradierung gab. Ein schriftliches Festhalten der überlieferten Mythen war üblicherweise im Kreis des Kultpersonals (Druiden, Vates, Filid) verpönt, da dieses Wissen nur ihren Adepten zugängig gemacht werden sollte.[3] Schriftliche Aufzeichnungen der Mythen gibt es für die Festlandkelten erst durch die antiken Ethnographen, die allerdings vom jeweiligen Götterbild der Autoren geprägt sind. Die von ihnen dabei angewandten Interpretationes Romana und Graeca sind hier zusätzlich wenig bis gar nicht hilfreich.

Mönch im Skriptorium

Die inselkeltischen Aufzeichnungen ab dem frühen Mittelalter (6. bis 11. Jahrhundert) durch irische und britannische Mönche, die oft noch den alten Druiden- und Bardengeschlechtern entstammten, sind dagegen durch die christliche Sicht verändert.[4] In Irland traf gewissermaßen die heidnische Gedächtniskultur auf die christlich-monastische Schriftkultur, die es sich zur Aufgabe machte, die alten Legenden zu bewahren.[5][6] Im Laufe der mündlichen Überlieferung veränderten sich die Inhalte der zu Grunde liegenden Mythen und nahmen Einflüsse spätantiker (römischer) und frühmittelalterlicher (vor allem wikingerzeitlicher und angelsächsischer) Quellen auf. Bei der schriftlichen Niederlegung kamen biblischen Überlieferungen oder frühritterliche Tradition dazu, deshalb bieten die inselkeltischen Mythen zusätzlich einen Einblick in die früh- und hochmittelalterliche Sagen- und Gedankenwelt der Britischen Inseln und Irlands.

Helmut Birkhan nennt folgende nach ihrer wissenschaftlichen Verlässlichkeit sortierten Quellen für die Erforschung der keltischen Mythologie:[5]

Sprachwissenschaftlich werden in der keltischen Mythologie analog zur geographischen Aufteilung der keltischen Volks- und Sprachgruppen mehrere Zweige unterschieden:

Archäologische wie philologische Zeugnisse ergeben das Bild einer polytheistischen Anschauung mit zahlreichen lokalen und regionalen, aber auch einigen überregional verbreiteten keltischen Gottheiten. Die festlandkeltischen und britannischen Götter wurden in gallo-römischer und romano-britischer Zeit mit römisch-griechischen Gottheiten interpretiert, was aber nur eine sehr vereinfachende Funktionsbeschreibung der gallischen Gottheiten ergab. Deren oft einseitige, aber auch wieder vieldeutige Darstellung ist zumeist unbefriedigend. Diesen Interpretationes steht die Interpretatio Celtica (das Gleichsetzen römisch/griechischer mit keltischen Göttern) gegenüber. Wenn Caesar über die Mercurius-Verehrung in Gallien schreibt (b. G. VI, 17[8]): Von ihm gibt es die meisten Abbildungen, ihn halten sie für den Erfinder aller Künste, für den Führer auf Wegen und Reisen und ihm schreiben sie die größte Macht in Geldangelegenheiten und Geschäften zu…, so wird damit eine große Zahl lokaler Gottheiten und ihre Funktionen einem einzigen römischen Gott zugeordnet.[9]

Die auf den britischen Inseln, in Irland und der Bretagne überlieferten Mythen beschreiben Heroen, die auf ursprüngliche Gottheiten zurückzuführen sind. Göttergeschlechter wie die irischen Túatha Dé Danann sind in den frühmittelalterlichen Legenden zu mythischen Helden geworden, die im Volksmärchen zu Kobolden, Elfen und anderen Sagenfiguren umgedeutet werden.[5] In die Heiligenviten werden in den klösterlichen Skriptorien immer wieder Begegnungen der christlichen Heiligen mit längst verstorbenen heidnischen Helden(göttern) hineingeschrieben.[10] Ein Beispiel dafür ist Acallam na Senórach („Die Unterredung der Alten“) aus der Zeit um 1200 n. Chr., wo ein Gespräch zwischen mythischen Helden und dem heiligen Patrick von Irland erzählt wird.

[Bearbeiten] Gemeinsame Mythologien

[Bearbeiten] Heilige Hochzeit

Wie in anderen Kulturkreisen der Bronzezeit soll bei den Kelten die Heilige Hochzeit (griechisch ιερός γάμος, ierós gámos) eine wichtige Rolle gespielt haben. Ein Herrschaftsantritt eines neuen Königs war nur dann möglich und gültig, wenn er sich zuvor mit dem personifizierten Symbol des Landes vereinigte.[11] Dies wird unter anderem von Ailill mac Máta mit Medb, Conn Cétchathach in der Erzählung Baile in Scáil („Die Vision des Gespenstes“) und anderen Legenden berichtet, in denen sich eine erst alte und hässliche, dann junge und wunderschöne Frau als „Herrschaft über Schottland und Irland“ (flathius Alban is Erenn) bezeichnet. Auch die Cailleach Bérri oder Senainne Bérri („Die Alte von Beare“) soll eine ähnliche Funktion gehabt haben. Die Verwandlung der alten in die junge Frau ist ein Symbol für die Verjüngung des Landes durch den neuen, jungen König.[12] Nach Miranda Green ist in der Verbindung römischer Götter mit keltischen Göttinnen eine Form der Hierogamie des Herrschers mit der Landesgöttin zu sehen. Beispiele sind Apollon/Grannus und Sirona, Mars/Loucetius und Nemetona, Mars/Lenus und Ancamna, und einige andere.[13]

Weihestein für die Matronae Vacallinehae aus Weyer

[Bearbeiten] Die Muttergottheiten

Der Kult der Muttergottheiten (Matres, Matrae, Matronae) ist durch eine große Zahl von Inschriften und anderen archäologischen Artefakten für das gesamte Celticum nachgewiesen. Vor allem in den keltisch besiedelten Gebieten des Römischen Reiches sind vom 2. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. über 1000 derartige Funde registriert. Sehr oft sind die Matres als Dreiergruppen dargestellt, manchmal als deutliche Vertreterinnen der verschiedenen Lebensalter. Die Matres galten als Schützerinnen der Familie, des Stammes und der Fruchtbarkeit, Einzelheiten über den Kultus sind nicht bekannt.[14][15] Ein Beispiel sind die Matronae Vacallinehae aus dem Tempelbezirk Pesch bei Bad Münstereifel-Nöthen, Kreis Euskirchen. Eine eindeutige Zuordnung zum keltischen oder germanischen Kultur- und Sprachraum ist wie bei vielen der Matres schwierig, da sie zumeist im Gebiet einer Mischbevölkerung verehrt wurden.

[Bearbeiten] Regionale Mythologien

Von den Festlandskelten kennen wir (zum Teil wenigstens) die Religion, aber keine Mythologie, wogegen die Inselkelten die Mythologie in einer Zeit literarisch gestalteten, als die zugrundeliegende Religion nicht mehr existierte

Helmut Birkhan[5]

[Bearbeiten] Festlandkeltischer Bereich

Die Mythologie der Festlandkelten ist weitestgehend verschollen. Bildmotive wie der Kessel von Gundestrup oder der Nautae Parisiaci (Pfeiler der Pariser Schiffergilde) scheinen vom Mythos der Tötung eines Stieres, des Tarvos Trigaranos inspiriert zu sein. Außerdem werden der Sieg des Gottes oder Heroen Smertrios über eine mythische Riesen-Schlange und die Fällung eines Baumes durch den Gott Esus wiedergegeben. Aufgrund fehlender antiker Quellen ist die Deutung der abgebildeten Szenen überaus schwierig und umstritten.[16]

Jupiter-Taranis, Gigantensäule in Obernburg am Main

Lateinische Inschriften auf Gallo-römischen Jupiter-Gigantensäulen aus den römischen Provinzen Germania superior, Germania inferior und dem nördlichen Gallien deuten zusätzlich auf einen keltischen Mythos hin, in dem der keltische Gott Taranis/Jupiter gegen Giganten kämpft. Manche Keltologen vermuten in den Säulen eine Weiterführung der Verehrung heiliger Bäume.[17]

Die festlandkeltische Götterwelt ist fast nur durch ihre aufgezeichneten Namen überliefert, Funktion oder Kultus können lediglich durch den Fundort der Weihesteine oder anderer Artefakte unzureichend vermutet werden. Caesar (b. G. VI, 13) berichtet über einen „Heiligen Hain“ (nemetom, „das Geweihte“) als Kultzentrum und Versammlungsort beim Aufstand des Vercingetorix (52 v. Chr) im Gebiet der Karnuten als „Zentrum Galliens“. Dort fanden die alljährlichen Druidenversammlungen statt.[18]

Aus der Bretagne, Aremorica genannt, gibt es nahezu keine überlieferten Mythen, die wenigen vorhandenen beziehen sich auf Kontakte mit Wales und Cornwall, wie z.B. einige spätere Artus-Sagen. Obwohl schon ab dem 4. Jahrhundert offenbar die ersten Siedler von den britischen Inseln das Land erreichten, so hat eine kontinuierliche schriftliche Tradierung erst ab dem 14. und 15. Jahrhundert begonnen. Die bretonischen Märchen und volkstümlichen Erzählungen können möglicherweise auf altes Sagengut zurückgehen, dafür gibt es derzeit keine gesicherten Quellen.[19][20]

[Bearbeiten] Kleinasien

Über Mythos und Kultus der kleinasiatischen Galater ist wenig bekannt. Sie hielten den Großen Rat der 300, die Versammlung der Vertreter der drei Galater-Stämme, in einem drunémeton (δρυναίμετον), einem „Heiligen Hain“ ab, der von Druiden als Kultplatz betreut wurde. Der Vergleich mit dem gallischen Hain im Karnutenwald drängt sich hier auf. Die abgehaltenen Riten sind nicht überliefert, jedoch werden von den Druiden ekstatische Praktiken berichtet. Ein Priesterkönigtum ist bezeugt, es gab Menschenopfer (Livius, XXXVIII, 47), der gallische Genius cucullatus hat sein Gegenstück im galatischen Heilgott Telesphoros („Vollender“), Zeus wurde unter verschiedenen keltischen (Bei-)Namen verehrt (Boyssoyrigios, „mit dem königlichen Mund“, Bennios, vom gallischen benna, „Wagen“). Namen der Tetrarchen (Stammes-Anführer), wie De(i)otaros, „Himmelsstier“ und Brogitaros, „Stier das Landes“, deuten auf einen Stierkult hin.[21][22]

[Bearbeiten] Irland

Die schriftlich tradierten Mythen des alten Irlands beginnen mit dem Lebor Gabála Érenn („Das Buch der Landnahmen Irlands“). Es wurde in seiner überlieferten Fassung von irischen Mönchen aufgeschrieben, die die keltische mit der christlichen Überlieferung zu verbinden suchten. Das Lebor beschreibt die Besiedlung Irlands und wurde bis ins 17. Jahrhundert nicht als Teil des irischen Sagenzyklus, sondern als Geschichtswerk angesehen. Heute ist diese Einstellung auf Grund neuerer archäologischer Befunde einer großen Skepsis gewichen[23]

Cú Chulainn und sein Wagenlenker

Geschildert wird im Lebor Gabála Érenn die Reihenfolge der Besiedlungen oder Eroberungen der Insel, wobei sechs Etappen unterschieden werden: Zuerst kam Cessair, dann Partholon und Nemed, die Firbolg, die Túatha Dé Danann und schließlich die Milesier, die als die eigentlichen Vorfahren der irischen Gälen genannt werden. In der Form des Euhemerismus (Überhöhung quasi-historischer Personen) sollen diese Gestalten der vorchristlichen Mythologie als Götter, später aber als historische Personen dargestellt werden. Nachdem sich die jeweils unterlegenen Besiedler in die Anderswelt zurückzogen, in das Reich der Toten, auf Inseln weit jenseits des Horizonts, in die unterirdischen Höhlen (Síd) oder in magische Reiche unterhalb des Meeres, wurden sie von den Menschen als Götter verehrt.

In den Sagen des mythologischen Zyklus wird ausführlich von diesem áes sídhe („Volk der [Grab-]Hügel“) erzählt, das meist mit den Legenden um die Túatha Dé Danann in Verbindung gebracht wird.[24] Spätere Sagen sind zum Beispiel der Ulster-Zyklus, der hauptsächlich vom Helden Cú Chulainn und dem Epos des Táin Bó Cuailnge („Der Rinderraub von Cooley“) handelt, der Finn-Zyklus über Fionn mac Cumhaill und den sagenhaften Kriegerbund der Fianna, der Königs- oder Historische Zyklus über die späteren vor- und frühchristlichen Königsgeschlechter Irlands und die Imrama über Reisen in die Anderswelt. In allen diesen jüngeren Zyklen sind die früheren Gottheiten bereits zu mythischen Helden mit übersinnlichen Gaben mutiert.

Ein wesentliches, bis heute nachwirkendes Brauchtum bilden die vier Hauptfeste des irisch/keltischen Jahres, Samhain (1. November), Imbolc (1. Februar), Beltaine (1. Mai) und Lughnasadh (1. August), die alle auf alte Mythen und die damit eng verbundenen Gottheiten zurückzuführen sind.[25][26]

[Bearbeiten] Britannien

König Arthur, Miniatur im Flores Historiarum, 13. Jh.

Die schriftlich überlieferte britannische Mythologie lässt sich in drei Gruppen aufteilen: mittelalterliche Texte in kymrischer sowie bretonischer Sprache und mittelalterliche Texte in lateinischer oder angelsächsischer Sprache. Während für Wales, ebenso wie für Irland, die mönchischen Manuskripte Basis der Überlieferung sind, ist es in Schottland eine mündliche Tradierung in Form von balladenähnlichen Liedern, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts noch immer gesungen wurden.[5]

Als sagenhafter Stammvater der Britannier gilt Prydein, Britus genannt. Eine Überlieferung in der Historia Regum Britanniae („Die Geschichte der Könige Britanniens“) des Geoffrey von Monmouth über einen Britto oder Brutus erwähnt die Landnahme in Britannien und die Kämpfe gegen die Ureinwohner.

Aus Wales sind vor allem die Pedeir Ceinc y Mabinogi („Die Vier Zweige des Mabinogi“) zu nennen, in denen es um die euhemerisierten walisischen Gottheiten aus verschiedenen Göttergeschlechtern geht, im Besonderen aus dem Hause Dôn und dem Hause Llŷr, vergleichbar den irischen Túatha Dé Danann. Die vier Zweige tragen die Titel Pwyll Pendefig Dyfed („Pwyll, Fürst von Dyfed“), Branwen ferch Llŷr („Branwen, Tochter des Llyr“), Manawydan fab Llŷr („Manawydan, Sohn des Llyr“) und Math fab Mathonwy („Math, Sohn des Mathonwy“). Sowohl die britannische Mythologie, als auch Sagen und Märchen sind als Quellen dieser Erzählungen anzusehen.[27][5]

Die frühe Artussage ist ein wesentlicher Teil der walisisch/britisch/cornisch/bretonischen Mythen, zu welcher Iarlles y Ffynnawn („Die Herrin des Brunnens“), Culhwch ac Olwen („Kulhwch und Olwen“), Breuddwyd Rhonabwy („Der Traum Ronabwys“), Peredur fab Efrawg („Peredur, Sohn des Evrawg“), Gereint fab Erbin („Gereint, Sohn des Erbin“), Breuddwyd Macsen („Der Traum Macsens“) und Preiddeu Annwfn („Die Beraubung von Annwfn“) gezählt werden. Außerdem damit verbunden sind auch die Sagen um Taliesin (Hanes Taliesin, „Die Geschichte Taliesins“ und Llyfr Taliesin „Das Buch Taliesins“). Die späteren Artusromane der Autoren Chrétien de Troyes, Hartmann von Aue, Ulrich von Zatzikhoven, Wolfram von Eschenbach, Wirnt von Grafenberg, Heinrich von dem Türlin, Der Stricker und Konrad von Stoffeln, die ab dem 12. Jahrhundert entstanden, zusammengefasst unter dem Begriff Matière de Bretagne („Thema aus Britannien“), fußen auf diesem britannischen Artus-Mythos.

Hinweise auf weitere, bereits verschollene Mythen enthalten die Trioedd Ynys Prydein („Walisische Triaden“)[23]

[Bearbeiten] Neopagane Rezeption

Die unvollständige Quellenlage der keltischen Mythologie begünstigt eine spekulative und fantasievolle Interpretation im Neopaganismus (Neuheidentum) und seinen Versionen Keltischer Neopaganismus, Neuzeitliches Druidentum, dem feministischen Wicca-Kult und anderen. Auch Autoren wie James Macpherson („Ossian“), Iolo Morganwg („Barddas“) und in neuerer Zeit Robert Graves („Die weiße Göttin“) oder Ingeborg Clarus („Keltische Mythen“) haben durch ihre Werke dazu beigetragen. Clarus versucht besonders die inselkeltischen Mythen in ihrem Buch auf den Geschlechterkampf im Zuge der von ihr als Theorie verfochtenen Ablösung des Matriarchates durch das Patriarchat bei den Kelten zu reduzieren.[28]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Keltische Religion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 Portal:Mythologie – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mythologie

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 245.
  2. Bernhard Maier: Die Religion der Kelten. Götter - Mythen - Weltbild. S. 106 f.
  3. Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. S. 11 f.
  4. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 245, 274.
  5. a b c d e f Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 431 f.
  6. Ray Dunning: Die Kelten. S. 77.
  7. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 778 f.
  8. Johann Christoph Held (Übers.& Komm.): Caii Julii Caesaris Commentarii de bello Gallico, Seidel, 1839, S. 223. Deum maxime Mercurium colunt; huius sunt plurima simulacra, hunc omnium inventorem artium ferunt, hunc viarum atque itinerum ducem, hunc ad quaestus pecuniae mercaturasque habere vim maximam arbitrantur.
  9. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 491 f., 593.
  10. Ray Dunning: Die Kelten. S. 92 f.
  11. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 164 f.
  12. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 531 f.
  13. Miranda Green: Pagan Celtic Religion: Archeology and Myth. In: Transactions of the Honourable Society of Cymmrodorion, Issued by the Society, London 1990, S. 25.
  14. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 228.
  15. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 513.
  16. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 153, 246 f.
  17. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 182.
  18. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 753.
  19. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 265 f.
  20. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 52.
  21. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 146 f., 626, 747.
  22. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 136 f.
  23. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 471 f.
  24. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 507 f.
  25. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 195 f.
  26. Ray Dunning: Die Kelten. S. 791 f.
  27. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 217.
  28. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 13 f.
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