Treibriemen

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Schematische Darstellung

Ein Treibriemen oder kurz Riemen ist in der Antriebstechnik ein flexibles, in sich geschlossenes Band zur Kraftübertragung in einem Riementrieb. Er ist in der Regel als ein endloses Stück gefertigt, früher waren auch Verbindungstechniken wie Kleben und Haken üblich.

Kurzbeschreibung[Bearbeiten]

„...Die Aufgabe des Treibenden Zeugs ist, eine Bewegung auf größere oder geringere Entfernung mit angemessen modificirter Richtung und Geschwindigkeit fortzupflanzen; es gehört daher dasselbe zu den wichtigsten Gegenständen des Maschinenbaus.“

Brockhaus 1855

Treibriemen werden anhand ihrer Form unterschieden:

  • Flachriemen bestehen aus einem flachen Band, ursprünglich meist aus Leder, später aus Kunststoff oder Gummi. Sie laufen oft auf balligen Riemenscheiben und benötigen dann keine Querführung.
  • Keilriemen haben ihren Namen aufgrund ihres keil- bzw. trapezförmigen Querschnitts, der hauptsächlich der Erhöhung der Reibung und damit der Steigerung der maximalen Kraftübertragung dient. Sie sind bei geringen Treibraddurchmessern oft gezahnt, greifen dann jedoch nicht formschlüssig ein.
    • Eine Weiterentwicklung sind Keilrippenriemen, die auf entsprechend geformten Rädern laufen. Sie sind eine Mischform aus Keil- und Flachriemen und vereinen deren Vorteile. Oft ist nur die Riemenscheibe mit dem kleineren Umschlingungswinkel ebenfalls mit Rillen versehen und liefert die seitliche Führung, während die zweite Scheibe glatt und ballig ist.
    • kleine Gummiriemen mit quadratischem Querschnitt sind prinzipiell ebenfalls Keilriemen. Sie laufen hochkant und werden in kleinen elektromechanischen Geräten angewendet. Derartige Riemen werden auch als Peese bezeichnet.
  • Zahnriemen besitzen gegenüber anderen Riemen keinen Schlupf - sie laufen formschlüssig auf einem gezahnten Rad. Sie werden wegen ihren synchronen Kraftübertragung häufig zur Steuerung, beispielsweise der Ventile von Otto- und Dieselmotor, sowie in Stellantrieben verwendet. Zahnriemen sind meist als Flachzahnriemen ausgeführt.
  • Rundriemen werden häufig bei der Übertragung von kleineren Kräften eingesetzt.
Treibriemen im Einsatz an einem historischen landwirtschaftlichen Gerät

Als Material für die Bänder hat sich seit Jahrhunderten Leder durchgesetzt, es kommen aber auch Gummi, spezielle Textilien und Mischprodukte zur Anwendung.[1]

Beeindruckend war die Zusammenschaltung zahlreicher Treibriemen auf großen mit Dampfmaschinen und später starken Motoren angetriebenen Wellen in den Fabriken des 19. Jahrhunderts.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur und Hauptquelle[Bearbeiten]

  • Allgemeine deutsche Real-Encyclopedie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon in fünfzehn Bänden. F. A. Brockhaus, Leipzig 1853. Hier: Band 15.1, Seite 178: „Treibendes Zeug oder Transmissionszeug“

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Berliner Adressbuch 1888: Geschäftsanzeige der Treibriemenfabrik W. Tennert mit Zeichnung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Treibriemen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien