Tschirpen

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Tschirpen
Die Tschirpen Südwand, hinten die Aroser Dolomiten

Die Tschirpen Südwand, hinten die Aroser Dolomiten

Höhe 2'728 m ü. M.
Lage Kanton Graubünden (Schweiz)
Gebirge Alpen
Koordinaten 766524 / 18129046.761972689.618723392728Koordinaten: 46° 45′ 43″ N, 9° 37′ 7″ O; CH1903: 766524 / 181290
Tschirpen (Graubünden)
Tschirpen
Gestein ostalpin
Erstbesteigung unbekannt
Erschließung Hörnli Express zur Nordwand

Der Tschirpen (2'728 m ü. M.) ist ein Berg in den Plessur-Alpen im Kanton Graubünden in der Schweiz. Er steht auf dem Gebiet der Gemeinde Arosa an der Grenze zu Tschiertschen-Praden.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten]

Der Tschirpen liegt als Teil der Zentralen Plessurberge zwischen dem Hörnligrat und dem Parpaner Weisshorn. Zusammen mit diesem bildet er als langgezogener Grat den südlichen Abschluss des Urder Augstbergs. Sein Südostgrat fällt gegen Schafälpli beziehungsweise Schaftällihorn ab und bildet mit dessen Ende den natürlichen Riegel des Älplisees. Der Nordgrat, der mit einem Klettersteig erschlossen ist, geht lückenlos in den Hörnligrat über. Die Nordostflanke fällt steil gegen die Verborgenen Weng oberhalb von Hauen- und Schwellisee ab. Dem Ostabbruch ist ein Felsturm vorgelagert, den man aus der Scharte zwischen Turm und Wand über einen etwa zehn Meter hohen Absatz erklettern kann. Die Gipfelaussicht ist beschränkt, bietet aber einen interessanten Tiefblick auf den Urdensee und das Aroser Tal. Der Name Tschirpen leitet sich wahrscheinlich von "Scherben" (Bergtrümmer) ab.[1]

Geologie und Bergbau[Bearbeiten]

Der Tschirpen ist Namensgeber der Tschirpen-Decke, einem ostalpinen Ablagerungsraum aus dem Mesozoikum, der grossteils unter der Aroser Dolomiten-Decke und der Silvretta-Decke liegt. Die Weisshorn-Plattenhorn-Kette, ein Teil der Aroser Schuppenzone, taucht von Nordosten her unter den Tschirpen ein.

Wie am Aroser und Parpaner Rothorn sowie am Erzhorn und Guggernellgrat wurden auch am Tschirpen in früheren Zeiten Eisenerze abgebaut und im Schmelzofen in der Isel verhüttet. Die Stollen, in denen vorwiegend Hämatit gewonnen wurde, befanden sich in den Verborgenen Weng auf rund 2'360 m ü. M..

Routen zum Gipfel[Bearbeiten]

Tschirpen von Innerarosa, hinten links das Aroser Rothorn, rechts der Hörnligrat

Über den Nordgrat[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (2'511 m)
  • Schwierigkeit: T4
  • Zeitaufwand: 45 Minuten
  • Besonderes: Klettersteig (K 2-3) oder ungesicherte Normalroute

Durch die Südflanke[Bearbeiten]

Tschirpen vom Urdenfürggli gesehen
  • Ausgangspunkt: Älplisee (2'156 m)
  • Route: Auf dem Wanderweg bis ins Schafälpli
  • Schwierigkeit: T4
  • Zeitaufwand: 2 Stunden, von Innerarosa 3,5 Stunden

Über den Ostgrat[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Älplisee (2'156 m)
  • Schwierigkeit: T4
  • Zeitaufwand: 1 3/4 Stunden, 3 1/4 Stunden von Innerarosa

Über den Westgrat[Bearbeiten]

  • Ausgangspunkt: Parpaner Weisshorn (2'824 m)
  • Schwierigkeit: T5
  • Zeitaufwand: 45 Minuten

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen E. Hüsler, Daniel Anker: Die Klettersteige der Schweiz, AT Verlag, Aarau 2010, S. 226.
  • Manfred Hunziker: Ringelspitz/Arosa/Rätikon, Alpine Touren/Bündner Alpen, Verlag des SAC 2010, ISBN 978-3-85902-313-0, S. 302 f.
  • SAC Clubführer, Bündner Alpen 1, Tamina- und Plessurgebirge, Verlag des SAC, 4. Auflage 1988, S. 27 ff, 339.
  • SAC Clubführer, Bündner Alpen 1, Tamina- und Plessurgebirge, Central-Comité des SAC, 2. Auflage 1925, S. 305 f., 322 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam, Terra Grischuna Verlag, 3. Auflage, Chur 1999, S. 144.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tschirpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien