Turnhose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die kurze Sporthose. Zum langen Sportanzug siehe dort.
Fußballhosen mit längerem Bein
Leichtathletik-Sprinterhose der 1970er Jahre aus Nylon-Glanzstoff mit Baumwollinnenslip
Franz-Beckenbauer Sporthose der 1970er Jahre, wurde damals sehr viel getragen
Fußballtrikot mit Hose in Clubfarben

Turnhose, auch Sporthose genannt, ist die Bezeichnung einer kurzen Hose, die vorwiegend beim Sport Verwendung findet, teilweise aber auch als Alltagskleidung (und zwar sowohl als Oberbekleidung als auch als Badebekleidung und Unterhose). Es handelt sich bei der Turnhose um eine locker sitzende kurze Hose mit Gummitzug am Bund. In leichten schnittlichen Variationen kommt sie bei mehreren Sportarten zum Einsatz.

Der Bezug zum Begriff Turmen bezieht sich weniger auf die Disziplinen Geräte- und Bodenturnen, als auf Turnen als Bewegungskultur, d.h. etwa synonym mit dem Begriff Sport.

Populär sind insbesondere die Fußballshorts, die seit den 1970er Jahren auch zunehmend als Freizeitkleidung an Bedeutung gewannen und aktuell wieder ein Revival erfahren. Das betrifft insbesondere spezielle Glanzhosen der 70er Jahre, bekannt geworden durch den Fußballer Franz Beckenbauer, sie sind heute begehrte Sammlerstücke und werden auf Internetauktionen gehandelt, wobei seltene Exemplare dreistellige Eurobeträge erzielen können. Die in den Farben und Mustern von Sportvereinen – besonders Fußballclubs – gehaltenen Hosen und T-Shirts für Fans sind begehrte Fanartikel.

Daneben gibt es Turnhosen noch als Sprinter-Shorts. Ähnlich geschnitten, aber mit deutlich breiterem und höher sitzendem Gummizug-Bund sind die Shorts, die im Box-Sport getragen werden. Die populären Unterhosen, die Boxershorts genannt werden, orientieren sich daran allerdings nur vereinfacht und ähneln eher den Fußballshorts.

Die Turnhose wird in der Regel mit einem T-Shirt oder beim Sport mit einem Trikot kombiniert. Meistens besitzen sie heutzutage einen eingearbeiteten Innenslip, solche können deshalb ohne Unterhose getragen werden.

Werden sie als Badehosen verwendet, was besonders bei der männlichen Jugend verbreitet ist, wird dies aus hygienischen Gründen in einigen Badeanstalten auch so erwartet – in Frankreich werden in Badeanstalten oft nur noch eng anliegende Badeslips geduldet.

Während die Turnhosen zuerst meistens aus Baumwolle waren, wurden sie ab den 1970er Jahren vermehrt aus Nylon-Glanzstoff hergestellt. Moderne Turnhosen bestehen meistens aus atmungsaktiven synthetischen Mischungen, z. B. Climalite, Coolmax, Tactel.

Mit den Turnhosen verwandt sind die Shorts, die Begriffe werden oft gar synonym verwendet. Vor Wettkämpfen, zum Aufwärmen oder bei kalter Witterung wird über oder anstelle der Sporthose und zugehörigem T-Shirt ein Sportanzug getragen.

Für Frauen, Mädchen und Jungen (bei Jungen aber nur bis zum Alter von etwa 10 Jahren) gab es etwa zwischen 1960 und 1990 Turnhosen in Slipform, die zwar umgangssprachlich Turnslips genannt, im Katalog aber unter der Bezeichnung Turnhose geführt wurden. Als Material verwendete man anfangs schwarzen Doppelripp und Helanca. Passend dazu gab es auch die Turnhemden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Turnhose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Turnhose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen