Ubik
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Ubik ist ein Science-Fiction-Roman von Philip K. Dick, der 1966 geschrieben und 1969 veröffentlicht wurde. Dieser Roman fehlt in keiner Aufzählung der bedeutendsten Werke des Autors. Wie häufig bei Dick, werden auch in Ubik mehrere Realitätsebenen ineinander verschachtelt und der Leser letztlich im Unklaren darüber gelassen, welche dieser Realitäten die tatsächliche ist.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Inhalt
Ubik spielt in einer Zukunftswelt im Jahr 1992, in der Psi-Phänomene als real existierend angesehen werden. Die Hauptpersonen des Romans sind die Mitarbeiter der Agentur von Glen Runciter. „Runciter Associates“ bietet die Dienste von „Antitalents“ an, die sogenannte Talente, Personen wie Telepathen oder mit anderen Psi-Fähigkeiten ausgestattete Menschen, aufspüren und neutralisieren können. Diese Talente hingegen kann man bei einer anderen Agentur (der von Ray Hollis) mieten, hauptsächlich um wirtschaftliche Unternehmungen auszuspionieren und zu unterwandern.
„Runciter Associates“ steht unter Druck, etliche Talente von Hollis sind spurlos verschwunden und man hat keine Ahnung, wohin.
Joe Chip ist neben Runciter die zentrale Figur des Romans. Seine Aufgabe ist es, neue Antitalents für Runciter anzuwerben. Er wirbt Pat Conley an, die offenbar die Fähigkeit hat, in der Vergangenheit stattgefundene Ereignisse zu verändern.
Runciter bekommt den Auftrag, ein industrielles Projekt auf dem Mond zu schützen. Hollis' Talente werden dort vermutet. Er reist mit viel Personal dorthin. Doch der Auftrag entpuppt sich als Falle: Auf dem Mond explodiert eine Bombe, die Glen Runciter tötet. Es gelingt der Gruppe vom Mond zu fliehen und die Leiche Runciters mitzunehmen.
Beim Rückflug zur Erde beginnt ein „Degenerationsprozess“: Obwohl das Schiff fabrikneu ist, ist das Telefonverzeichnis an Bord veraltet. Auf der Erde angekommen geben Kaffeeautomaten kalten Kaffee und verdorbene Milch aus. Münzen, die vor dem Abflug in Ordnung waren, sind nicht mehr gültig. Dinge altern schneller; außerdem entwickeln sich Gegenstände in ihre (historisch gesehen) frühere Form zurück (wo eben noch ein moderner Aufzug war befindet sich ein altertümliches Modell mit schmiedeeiserner Gittertür …). Dies passiert nicht synchron, sodass verschiedene Teile der Wirklichkeit nicht mehr zueinander passen.
Runciter wird in ein sog. Moratorium gebracht. Dort ist es möglich, bei einem gleich nach seinem Tod eingefrorenen Menschen die Gehirnaktivität aufrecht zu erhalten. So können Angehörige für einen begrenzten Zeitraum mit dem Toten kommunizieren. Runciter selbst hat vor seinem Tod mit seiner verstorbenen Frau immer dann gesprochen, wenn wichtige Entscheidungen zu treffen waren. Es gelingt nicht, Runciter in diesen Zustand des „Halblebens“ zu versetzen.
Die Gruppe erhält aber auf den seltsamsten Wegen Nachrichten von Runciter, ein Zettel in einer zufällig ausgewählten Zigarettenschachtel, in einem zufällig ausgewählten Supermarkt; eine Werbung auf einem Streichholzbriefchen, ein Graffiti auf einer Toilette:
| „lean over the bowl and then take a dive all of you are dead. i am alive“ |
„Beugt euch über das Waschbecken und geht auf Tauchfahrt Ihr alle seid tot, ich bin am Leben“ |
Die Degeneration wird (fast) nur von den Mitgliedern der Gruppe wahrgenommen und nimmt immer gefährlichere Formen an, schließlich zerfallen die ersten von ihnen innerhalb von Minuten zu Staub. Ein Heilmittel dagegen ist Ubik-Spray, teilt ihnen Runciter mit. Ubik selbst ist ein Produkt, das in verschiedenen Formen auftaucht. (Jedes Kapitel des Buches beginnt auch mit einem kurzen Werbetext für ein Produkt namens Ubik, jeweils versehen mit dem Hinweis, dass es „absolut sicher“ sei, wenn es „nach Vorschrift angewendet“ würde, und jedesmal ist es etwas anderes: Eine Biersorte, Rasierklingen, ein Deospray oder auch ein Leihhaus). Doch auch Ubik hat sich zurückverändert.
Joe Chip begibt sich auf die Suche nach Erklärungen für den Zerfall und die Botschaften. Zwischenzeitlich bieten sich Deutungen an: Hat in Wirklichkeit Runciter überlebt und die anderen sind tot? Ist die Degeneration auf das Verblassen der Hirnaktivitäten von Joe Chip und seinen Kollegen zurückzuführen, die im Moratorium eingefroren liegen? Und sind die Nachrichten Runciters seine Versuche, dort mit ihnen Kontakt aufzunehmen? Oder ist Pat Conley eine Agentin von Hollis, nutzt sie ihr Talent um die Gruppe zu neutralisieren, sie in einer „Zeit- oder Wirklichkeitsblase“ gefangen zu halten?
Dick wirft noch im letzten Absatz all diese Deutungen über den Haufen und lässt das Geschehen so noch seltsamer erscheinen. Auch wird der letzte Abschnitt nicht mehr mit einem Werbetext, sondern mit einer Selbstbeschreibung von Ubik eingeleitet:
- „Ich bin Ubik. Ich war, bevor das Universum war. Ich habe die Sonnen und die Welten gemacht. Ich erschuf das Leben und das Land für das Leben. Ich lenke es hierhin, ich lenke es dorthin. Es bewegt sich nach meinem Willen, es tut, was ich sage. Ich bin das Wort und mein Name wird niemals ausgesprochen, der Name, den niemand kennt. Ich werde Ubik genannt, aber das ist nicht mein Name. Ich bin. Ich werde immer sein.“
[Bearbeiten] Verfilmung
Das Drehbuch für eine Verfilmung, das Dick selbst geschrieben hatte, wurde in den 70er Jahren herumgereicht, verfilmt wurde das Werk aber nie. Unverkennbar jedoch sind Einflüsse (vor allem die Idee des Halblebens und das Wahrnehmen einer nicht existierenden Realität) auf Filme wie Matrix, The Sixth Sense, Abre los ojos und Vanilla Sky.
Im Jahre 2008 wurden die Filmrechte für Ubik von der Firma Celluloid Dreams gekauft. Laut eines Gerüchts wird der Film von Dick's Tochter Isa Dick Hacket produziert. Als Produktionsbeginn ist 2009 geplant.
[Bearbeiten] Software
Cryo Interactive Entertainment veröffentlichte 1998 ein, an den Roman angelehntes Spiel mit dem schlichten Titel 'Ubik'. Ihm wurde aber nur mäßiger Erfolg zuteil.
[Bearbeiten] Deutschsprachige Ausgaben
- Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977
- Heyne, München 2003, ISBN 345387336X (Neuübersetzung, enthält ein ebenfalls von Dick verfasstes Drehbuch, das nie umgesetzt wurde)

