Unieście

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Unieście
Wappen fehlt
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Unieście (Polen)
Unieście
Unieście
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Koszalin
Geographische Lage: 54° 16′ N, 16° 5′ O54.267816.0867Koordinaten: 54° 16′ 4″ N, 16° 5′ 12″ O
Einwohner:

Unieście (deutsch Nest) ist ein Fischerdorf und Seebad in der Landgemeinde Mielno (Großmöllen) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Unieście (Nest) liegt auf der 500 Meter bis 700 Meter breiten Nehrung zwischen dem Jamunder See (polnisch Jamno) und der Ostsee in Hinterpommern. Nachbarorte sind Mielno (Großmöllen) im Südwesten und Łazy (Laase) im Nordosten. Zu Fuß kann das Meer vom Dorf aus über breite Promenadenwege innerhalb von drei bis fünf Minuten erreicht werden.

Fischerboot am Sandstrand von Nest.
Badebetrieb in Nest (2007).
Ul. Morska - eine Dorfstraße in Nest.

Geschichte[Bearbeiten]

Das alte Fischerdorf Nest, das früher nahe am offenen Meer gelegen hatte, wurde im Jahr 1552 durch einen Sturm zerstört und danach näher am Jamunder See wieder neu aufgebaut. Der Ort ist durch bis zu etwa 30 Meter ansteigende Dünen vor Nord- und Nordostwinden geschützt. 1784 gab es in Nest 22 Fischer, einen Schulmeister und 24 Feuerstellen (Haushalte).[1] Die Fischer betrieben Küsten- und Hochseefischerei auf der Osrsee und im Sommer auch Fischerei auf dem Jamunder See. Als Brennmaterial wurde Torf verwendet, der im Puddemdorfer Moor gestochen wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde Nest auch als bescheidenes Seebad bekannt. 1910 gab es am Ort ein Hotel mit 23 Zimmern sowie Fremdenzimmer in Privathäusern. Nach dem Ersten Weltkrieg standen den Badegästen zusätzlich drei Pensionen zur Verfügung. Der Fischereihafen diente im Sommer auch als Yachthafen für Segelboote.

Während des Zweiten Weltkriegs war in Nest ein Fliegerhorst eingerichtet, auf dem Piloten für See-Kampfflugzeuge ausgebildet wurden.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Nest im Frühjahr 1945 während der Kriegshandlungen in einen Kessel und wurde schließlich von der Roten Armee erobert. Anschließend wurde die Region - wie ganz Hinterpommern - unter polnische Verwaltung gestellt. Der deutsche Ort Nest erhielt nun den polnischen Namen Unieście. Es begann die Zuwanderung von Polen, die sich der Häuser der Einheimischen bemächtigten. In den Folgemonaten wurden die Deutschen aufgrund der Bierut-Dekrete vertrieben.

Entwicklung der Einwohner- und Gästezahlen[Bearbeiten]

  • 1908: ca. 300 Einwohner, 770 Badegäste.[2]
  • 1923: ca. 300 Einwohner, 950 Badegäste.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort war von 1913 bis 1938 mit einer Straßenbahnlinie mit Köslin verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg.). II. Teil, 2. Band, Stettin 1784, S. 515, Nr. 7.
  2. Meyers Reisebücher: Ostseebäder und Städte der Ostseeküste. 4. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1910, S. 148.
  3. Meyers Reisebücher: Deutsche Ostseeküste. II. Teil: Rügen und die pommersche Küste mit ihrem Hinterland. 2. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig 1924, S. 176-177.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unieście – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien