Vatermörder

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vatermörder (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemälde von 1825, Mann mit Vatermörder

Als Vatermörder wird ein steifer, vorne offener, hoher Stehkragen des Herrenoberhemdes bezeichnet. Die lose nach oben abstehenden spitzen Enden des Vatermörders reichen bis über das Kinn.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Wilhelm Groener mit Kläppchenkragen 1928

Die Kragenform des Vatermörders entwickelte sich im 19. Jahrhundert und fand ihre größte Verbreitung zur Zeit des Biedermeier und Vormärz (ca. 1815 bis 1848). Er erreichte die größte Kragenhöhe in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts. Den heute üblichen umgeschlagenen Hemdkragen (Kentkragen) gab es seinerzeit bereits, aber seine Verwendung war nur im informellen Rahmen üblich.

Eine modernere Form ist der Kläppchenkragen. Er reicht bis etwa zur Hälfte des Halses und seine Enden sind nach vorn geklappt. Es ist die einzige heutzutage noch verbreitete Form und wird nur bei besonders festlichen Gelegenheiten in Verbindung mit einem Frack oder Smoking getragen.

Wortherkunft[Bearbeiten]

In Frankreich, dem Ursprungsland dieser Kragenform, nannte man den Vatermörder-Kragen ursprünglich parasite (d. h. „Schmarotzer“), da Speisereste leicht an den langen Ecken hängenblieben.[1]

Eine andere Deutung führt die Bezeichnung „Vatermörder“ auf eine Verballhornung zurück: Die Deutschen hörten die französische Bezeichnung parasite, die vom ähnlich klingenden parricide akustisch kaum zu unterscheiden ist, und übersetzten dieses Wort als „Vatermörder“.[2]

Einer Legende zufolge soll der Name aufgekommen sein, weil ein Mann gestorben sei, nachdem ihm sein Sohn bei der Umarmung mit dem Kragen ein Auge ausgestochen habe.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Vatermörder – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vatermörder. In: Duden online. Abgerufen am 2. Februar 2015.
  2. Vatermörder. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage. Bd. 2, F. A. Brockhaus, Leipzig 1911, S. 903.
  3. Vatermörder. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Altenburg 1857–1865 (online bei zeno.org, abgerufen am 2. Februar 2015).