Karl Lagerfeld
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mit der bolivianischen Modedesignerin Monica Moss auf dem Festball des Roten Kreuzes in Monaco
Karl Otto Lagerfeld (* 10. September 1933[1] in Hamburg als Karl Otto Lagerfeldt) ist ein deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner.
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[Bearbeiten] Leben
Lagerfeld wuchs als Sohn des Hamburger Dosenmilch-Fabrikanten (Glücksklee-Milch GmbH) Otto Lagerfeldt und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nach eigenen Aussagen blieb das Verhältnis zu seiner Mutter sein Leben lang recht distanziert. Andererseits war die Beziehung – mehr als die losere zu seinem Vater – von bewunderndem Respekt geprägt, und er habe vieles von seiner Mutter gelernt, zum Beispiel „die richtigen Antworten zu geben“. „Meine Eltern fand ich toll“ äußerte Lagerfeld einmal.
Sein Geburtsjahr gibt er offiziell mit 1938 an; Bild am Sonntag veröffentlichte jedoch Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburg sowie Kommentare seiner Lehrerin und eines Klassenkameraden[2], die 1933 bestätigen.[3] Daher ließ sich Karl Lagerfeld – wie schon im Jahr 2003 zu seinem „65. Geburtstag“ – am 10. September 2008 „offiziell“ zum „70er“ gratulieren. Einige Medien richteten sich nach den Angaben des Modeschöpfers, andere nicht.
1944 zog Lagerfeld nach Bad Bramstedt auf das heute abgerissene Landgut Bissenmoor. Dort ging er einige Jahre zur Jürgen-Fuhlendorf-Schule. 1953 verließ Lagerfeld zusammen mit seiner Mutter Deutschland und ging nach Paris. Zunächst besuchte er dort eine Privatschule und das Lycée Montaigne. Lagerfeld lebt nach eigenen Angaben bevorzugt alleine.[4]
Zurzeit lebt und arbeitet Lagerfeld in Paris und Biarritz, wo er ein Schloss im Stile des 18. Jahrhunderts einrichten ließ. Außerdem hat er Wohnungen in Monte Carlo, Rom und New York.
[Bearbeiten] Mode
Mit einem Wollmantel gewann er 1955 einen Preis in einem Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats IWS. Daraufhin bekam er eine Stelle bei Pierre Balmain. Der Wollmantel ging später bei Balmain in Produktion. 1958 wechselte er zu Jean Patou, wurde jedoch bereits nach einem Jahr freiberuflich für Häuser wie Mario Valentino und Krizia tätig. 1964 verließ er das Modegeschäft und begann ein Kunststudium, kehrte aber nach drei Jahren wieder zurück.
Bis 1983 entwickelte er Kollektionen für Chloé, weltweite Anerkennung brachte ihm 1972 die Deco-Kollektion ein, die aus Schwarz-Weiß-Drucken mit geschicktem, asymmetrischem Schnitt bestand. Sodann wechselte er zu Chanel, wo er Chefdesigner der Kollektion und insbesondere der Prêt-à-Porter-Sparte wurde. Außerdem entwirft er seit 1965 noch für das italienische Pelzhaus Fendi, das heute allerdings vollständig zum Luxusgüterhersteller LVMH gehört.
Von 1980 bis 1984 war Lagerfeld als Gastprofessor der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig, seine Nachfolgerin war Jil Sander.
Daneben gründete er sein eigenes Label, bekannt für extravagante Strickmode, das er 2004 an den US-Modekonzern Tommy Hilfiger verkaufte. Die Pariser Designer-Kollektion für Damen, „Lagerfeld Gallery“, wurde umbenannt in „Lagerfeld Collection“ und von zwei jüngeren Labels, „Karl Lagerfeld“ für Damen sowie „KL Lagerfeld“ für Herren, komplementiert, welche sich am Stil der New Yorker Mode-Szene orientieren. Hauptvertriebspunkte sind der europäische und asiatische Raum. Mitte 2006 beschloss die Tommy Hilfiger Corp., selbst erst Ende 2005 vom britischen Finanzinvestor Apax Partners aufgekauft,[5] die Lagerfeld-Kollektionen in den USA nicht mehr zu vertreiben.[6]
Im November 2004 erregte Lagerfeld durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Discount-Modefilialisten Hennes & Mauritz (H&M) Aufsehen, für den er eine kostengünstige Kollektion entwarf.
Im Jahr 1975 brachte er außerdem eine eigene Parfüm-Kollektion Photo heraus, 1978 folgte Lagerfeld und 1983 KL.
[Bearbeiten] Kostümbildnerei
Lagerfeld war wiederholt als Kostümbildner für Theater und Oper tätig, etwa 1978 in Genua (Der grüne Kakadu/Komtesse Mizzi von Arthur Schnitzler, Regie Luca Ronconi), 1980 am Wiener Burgtheater (Komödie der Verführung von Arthur Schnitzler; Regie Horst Zankl, Bühnenbild Hans Hollein) sowie beim Maggio Musicale in Florenz (Les Contes d'Hoffmann von Jacques Offenbach, Regie Ronconi), 1982 an der Mailänder Scala (Les Troyens von Hector Berlioz; Regie Ronconi, Bühnenbild Ezio Frigerio), 1990 bei den Salzburger Festspielen (Der Schwierige von Hugo von Hofmannsthal; Regie Jürgen Flimm, Bühnenbild Erich Wonder; übersiedelte später nach Wien ans Burgtheater).
[Bearbeiten] Fotografie
Neben der Mode und der Kostümbildnerei entdeckte Lagerfeld 1987 die Fotografie als neues Steckenpferd. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.[7] Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel One Man Shown zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell Brad Kroenig, das der Designer entdeckt und gefördert hatte. Die klassischen Schwarzweiß-Porträts, die in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren entstanden und sowohl Modeaufnahmen als auch Aktfotografien einschlossen, waren beim Publikum erfolgreich. Die Kritik reagierte verhalten und teilweise ablehnend auf die fotografischen Studien Lagerfelds. Während das Magazin Der Spiegel die Gleichförmigkeit der Bilder anprangerte und attestierte, dass der Modeschöpfer auch Langeweile perfekt verkaufen könne,[8] kritisierte der US-amerikanische Star-Fotograf David LaChapelle Lagerfeld als „Dilettanten“, der der Geschichte der Fotografie nichts Neues hinzuzufügen hätte.[9]
[Bearbeiten] Ausstellungen
- One Man Shown, C/O Berlin, 11. November 2006 - 18. Februar 2007
- Konkret Abstrakt Gesehen, Langen Foundation, Neuss, 18. November 2007 - 4. Mai 2008
- Versailles à l'ombre du soleil, Paris, 11. Juni - 7. September 2008
[Bearbeiten] Privates und Anderes
- Am 15. Januar 2007 scheiterte er vor einem Pariser Gericht mit seiner Klage gegen „The Beautiful Fall“, einem Buch aus der Modewelt, geschrieben von der Autorin Alicia Drake. Der Vorsitzende Richter konnte im Unterschied zu Lagerfeld keinen Angriff auf dessen Privatsphäre feststellen, da das Buch in Frankreich nicht verlegt wurde.
- Im Jahr 1990 entdeckte Lagerfeld seine zeitweilige Muse Claudia Schiffer, die 1993 in einem von Lagerfeld mit Koranversen bestickten Mieder auf einer Modenschau einen Skandal provozierte. Zuvor war Inès de la Fressange seine Muse, jedoch gingen Lagerfeld und sie 1989 im Streit auseinander.[10]. Zu Lagerfelds weiteren Musen gehören das männliche Model Brad Kroenig und das neue deutsche Supermodel Toni Garrn.
- Lagerfeld sagte einmal: „Ich bin Opportunist und mag die Veränderung, deswegen ist Mode für mich OK.“
- Markenzeichen Lagerfelds ist neben seinem gepuderten Haarzopf auch seine Sonnenbrille, die seinen Sehfehler korrigiert. Seit 1. November 2000 hat Lagerfeld durch die 3D-Diät innerhalb von 13 Monaten ca. 42 kg Gewicht verloren. Grund seien die schmal geschnittenen Anzüge des Designer-Kollegen Hedi Slimane gewesen, die er gerne anziehen wollte. Auch heute noch gibt er Eitelkeit als Motiv für seine Ernährungsgewohnheiten an: „Ich trage enge Anzüge, damit ich nicht zunehmen kann. Mein einziger Ehrgeiz ist es, weiterhin bei Dior Größe 48/46 tragen zu können.“[11] Empörung löste er im November 2006 aus, nachdem zwei Pariser Nachwuchsmodels an Magersucht verstorben waren. Zu diesen Vorfällen von internationalen Medienvertretern befragt, gab er die Stellungnahme ab: „In Frankreich sind über 15 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 25 zu dick. Anorexie beträgt nicht mal ein Prozent. Da müssen wir erst mal über die Dicken sprechen, damit die schlank werden. Und ich sehe diese Mädchen nie. Die Mädchen, die wir nehmen, sind schmal, aber die können auch nicht mehr wiegen, weil die einen ganz anderen Knochenbau haben.“[12]
- Ebenfalls für negative Schlagzeilen sorgte 2004 eine Bemerkung zu einer Kollektion für das Modehaus H&M. Das Modehaus bot die Kleidung auch in größeren Varianten an, worauf Lagerfeld sagte: "Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee."[13]
- Lagerfelds Privatbibliothek umfasst ca. 300.000 Bücher.[14]
- Am 24. April 2008 wurde beim Donaufestival in Krems an der Donau (Österreich) als Auftragswerk das Musical „Lagerhouse“ uraufgeführt.[15]
[Bearbeiten] Kritik
- Lagerfeld gerät immer wieder in die Kritik, weil er bevorzugt sehr dünne bis dürre Models für seine Kollektionen engagiert. Ebenso spricht er sich gegen ein Laufstegverbot für zu dünne Models aus.[16]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1989: Bambi
- 1993: Lucky Strike Designer Award der Raymond-Loewy-Stiftung
- 1996: Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie
- 2005: Bambi
- 2008: Elle Fashion Star Award
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Karl Lagerfeld - Biography auf http://www.fashion-forum.org, abgerufen 5. Oktober 2008
- ↑ „Der Modedesigner und seine Geburtstags-Mogelei: Der große Karl macht sich ein klein wenig jünger“ Bild.de, 10. September 2008
- ↑ Karl „Lagerfeld wohl fünf Jahre älter als angegeben“, ORF, 6. September 2008 und FAZ, 4. September 2008
- ↑ Interview mit Reinhold Beckmann, 27. Juni 2005
- ↑ „Tommy Hilfiger wird für 1,6 Mrd. Dollar von Apax Partners übernommen“, finanzen.net, 23. Dezember 2005
- ↑ „US: Hilfiger to drop Karl Lagerfeld’s US line“, just-style.com, 12. Juni 2006
- ↑ „Kulturpreis der DGPh“, DGPh
- ↑ vgl. „Das Model und der Silberfuchs, Spiegel online, 25. November 2006
- ↑ vgl. Hildebrandt, Hans Georg: Harte Kritik an Lagerfeld. In: SonntagsZeitung. 10. Dezember 2006, S. 95
- ↑ Inès de la Fressange, englische Wikipedia
- ↑ „Lagerfeld über den modernen Mann“, Die Welt, 27. November 2006, Interview
- ↑ Mörderische Mode, ZDF-Frauenmagazin ML Mona Lisa, 26. November 2006
- ↑ http://www.netzeitung.de/entertainment/style/313488.html
- ↑ Lagerfeld im zweiten Interview mit Beckmann, 17. Dezember 2007
- ↑ „H.A.P.P.Y - Lagerhouse. Das schlechteste Musical der Welt - jetzt aber wirklich!“ Donaufestival-Webseite
- ↑ [1]
[Bearbeiten] Literatur
- Arnaud Maillard: Karl Lagerfeld und ich − 15 Jahre an der Seite des Modezaren, Heyne Vlg., München 2009, ISBN 978-3-453-60121-5
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizieller Internetauftritt von Karl Lagerfeld und Lagerfeld Collection
- Kurz-Porträt von Karl Lagerfeld bei Vogue
- Karl Lagerfeld in Bad Bramstedt
- „Ich diskutiere nicht“, Karl Lagerfeld im Interview bei Vanity Fair, 7. Mai 2007
- „Der Sonnenkönig, den Deutschland nie hatte“, FAZ, 5. September 2008, mit Bilderstrecke und weiteren Artikeln
- Karl Lagerfeld im Interview mit Park Avenue, November 2008
- Literatur von und über Karl Lagerfeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Videos
- Lagerfeld im Interview bei Maischberger, 5. Dezember 2006, (Real-Media-File)
- Karl Lagerfeld bei Beckmann, 17. Dezember 2007
- Karl Lagerfeld auf dem ADC-Gipfel der Kreativität in Berlin, April 2008
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lagerfeld, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Lagerfeldt, Karl Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Modeschöpfer, Designer und Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 10. September 1933 |
| GEBURTSORT | Hamburg |

