Vedran Smajlović

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Vedran Smajlović in Sarajevo, 1992. Foto von Mikhail Evstafiev
Vedran Smajlović in der zerstörten Nationalbibliothek, 1992. Foto von Mikhail Evstafiev.

Vedran Smajlović (* 11. November 1956), auch bekannt als Cellist von Sarajevo, ist ein Musiker aus Bosnien und Herzegowina. Smajlović ist der Sohn des Musikers Avdo Smajlović.

Er gehörte während der Belagerung von Sarajevo zu der in der Stadt verbliebenen Bevölkerung. Während der Belagerung spielte er ab dem 28. Mai 1992 22 Tage lang zu Ehren von 22 von serbischen Soldaten erschossenen Zivilisten an verschiedenen Orten der Stadt. Außerdem trat er bei Beerdigungen auf, die häufig Ziel von serbischen Heckenschützen waren. Diese Zeichen des Widerstands wurden zum Symbol für die Eingeschlossenen in Sarajevo. In diesen Tagen besuchte ihn auch die unter anderem für ihre Antikriegslieder bekannte amerikanische Sängerin Joan Baez. Im Spielfilm Welcome to Sarajevo von 1997 spielt ein Smajlović ähnelnder Cellist eine Nebenrolle.

1993 verließ Smajlović Sarajevo; heute arbeitet er als Komponist, Darsteller und Dirigent in Nordirland.

Der Komponist David Wilde schrieb zu Ehren von Smajlović das Stück Der Cellist von Sarajevo, es wurde von Yo-Yo Ma aufgenommen. Auch das Konzeptalbum "Dead Winter Dead" der Band Savatage ist deutlich von der Geschichte Smajlovićs inspiriert.

Der kanadische Autor Steven Galloway veröffentlichte 2008 einen Roman mit dem Titel The Cellist of Sarajewo, der im selben Jahr als Der Cellist von Sarajevo auch auf Deutsch erschien.

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