Virgen de la Caridad del Cobre

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Wallfahrtskirche El Cobre

Die Barmherzige Jungfrau von Cobre (span: Virgen de la Caridad del Cobre) ist eine seit 1612 verehrte hölzerne Heiligenfigur und wichtigster Gegenstand von Wallfahrten in Kuba. Sie wurde 1916 von Papst Benedikt XV. zur kubanischen Schutzpatronin erklärt, nachdem sie bereits seit Beginn der Aufstandbewegung der Kubaner gegen die spanische Kolonialherrschaft 1868 als Schutzpatronin und Symbol der kubanischen Identität galt, was ihr den Beinamen „La Mambisa“ – Mambí war die Bezeichnung für aufständische Kubaner – eintrug.

Geschichte[Bearbeiten]

Barmherzige Jungfrau von Cobre (Gipskopie)
Barmherzige Jungfrau in der Wallfahrtskirche

Der Legende nach wurde die Heiligenfigur im Jahre 1612 von drei Jägern (den zwei Brüdern Juan und Rodrigo de Hoyos sowie Juan Moreno, zwei Indios und einem damals zehnjährigen schwarzen Sklaven) in der Bucht von Nipe gefunden. Sie waren vom Rinderzuchtgut in Barajagua im Landesinneren zur Versorgung mit Salz für die Fleischkonservierung aus einer Saline auf der in der Bucht gelegenen Insel Cayo Francés geschickt worden. Später wurde die Figur nach El Cobre gebracht, dem Zentrum des königlichen Kupferbergbaus, dem das Rindergut gehörte.[1]

1686 entstand die Wallfahrtskirche. Am 12. August 1898, dem letzten Tag des Spanisch-Amerikanischen Krieges, fand ein Danksagungsgottesdienst für die Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft statt. 1915 schließlich baten die Veteranen des Befreiungskrieges Papst Benedikt XV. darum, die Barmherzige Jungfrau von El Cobre zur Schutzpatronin von Kuba zu erklären. Papst Johannes Paul II. krönte und segnete sie 1998 bei seinem Besuch in Kuba. Als Symbol der kubanischen Nationalität wird sie mittlerweile auch von vielen Nichtgläubigen respektiert. Am 27. März 2012 verehrte Papst Benedikt XVI. der Jungfrau von El Cobre anlässlich der vierhundertsten Wiederkehr des Jahrestages ihrer Auffindung eine Goldene Rose während seiner Pilgerreise nach Kuba.

Die Wallfahrtskirche mit ihrer reich geschmückten Heiligenfigur befindet sich zwischen Santiago de Cuba und Bayamo im Erzbistum Santiago de Cuba in der Provinz Santiago de Cuba neben einer Kupfermine (span.: cobre = Kupfer). Die Kirche beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Votivgaben, die meist, aber nicht ausschließlich, religiösen Hintergrund haben; u. a. findet sich hier auch die Nobelpreis-Medaille von Ernest Hemingway.

Die Schutzpatronin wird sowohl von Katholiken wie auch von der synkretistischen Santería-Religion verehrt. In der Santería trägt sie den Namen Ochún und ist die Göttin der Flüsse und der Liebe. Der Gedenktag der Virgen de la Caridad wird in Kuba am 8. September begangen; am selben Datum feiern auch die Anhänger der afrokubanischen Religionen ihre Orisha Ochún.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erzbistum Santiago de Cuba: Breve cronología sobre la Virgen de la Caridad auf der offiziellen Webseite Virgen de la Caridad del Cobre, abgerufen am 5. Dezember 2011 (spanisch)

Weblinks[Bearbeiten]

20.0507-75.949Koordinaten: 20° 3′ 3″ N, 75° 56′ 56″ W