vis viva

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vis viva (lebendige Kraft) ist eine historische Bezeichnung für die "Energie in der Bewegung" und geht auf Gottfried Leibniz zurück. Seine Formel für die kinetische Energie war allerdings  mv^2 und somit doppelt so groß wie der tatsächliche Wert. Wichtig war aber, dass die Geschwindigkeit im Quadrat einging, was zu einer skalaren Größe führt, und die Interpretation als Erhaltungsgröße.

Im Gegensatz zu Leibniz hielten René Descartes und Isaac Newton den Impuls m v für die fundamentale Erhaltungsgröße. Für Newton spielte nicht das Energiekonzept, sondern das Konzept der Kraft (Vis) als Verursachung von Impulsänderungen eine zentrale Rolle.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung lebendige Kraft für die Energie verwendet, die Richtigkeit der Leibniz'schen Überlegungen wurde im 18. Jahrhundert von Émilie du Châtelet bewiesen.

Die Vis-Viva-Gleichung der Himmelsmechanik beschreibt die Bewegung bzw. Geschwindigkeit von Körpern auf Keplerbahnen als Konsequenz der Energieerhaltung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin Hermann (Hrsg.): Artikel Energie. In: Ders.: Geschichte der Physik. A–Z (Lexikon der Schulphysik; Bd. 7). Aulis Verlag, Köln 1972, ISBN 3-7614-0154-X (2 Bde.).