Vogue (Tanz)

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Vogue-Tänzer

Vogue oder Voguing bezeichnet einen Tanzstil, der zu Beginn der 1960er Jahre in der Ballroom-Szene der marginalisierten homosexuellen Subkultur von New York Harlem entstand. Der Tanzstil entwickelte sich durch seine typisch streng linearen und rechtwinkligen Arm- und Beinbewegungen in Anlehnung an Posen und Körperhaltungen von Models. Die Bezeichnung stammt entsprechend von der gleichnamigen Modezeitschrift Vogue.

Formen[Bearbeiten]

Die Grundlage der Bewegung ist das bewusste Schreiten auf dem Laufsteg, das sich durch ausgeprägten Hüftschwung und das Überkreuzen der Fußballen beim Aufsetzen auf einer absolut geraden Linie auszeichnet. Jeder Schritt wird einzeln betont und mit den Schultern unterstützt. Davon ausgehend werden Bewegungen eingebaut, die jeweils in für kurze Momente gehaltenen Posen enden. Ursprünglich wurden für diese Posen Inspirationen aus Martial-Arts-Filmen, Hip-Hop, rhythmischer Gymnastik bezogen, einige Tänzer erhoben den Anspruch mit ihren Körpern ägyptische Hieroglyphen nachzustellen. Schließlich setzten sich typische Posen aus der Modefotografie durch: Jede Bewegung markiert ein Foto, eine Bewegungsfolge eine Fotoserie.[1] Linien und Winkel werden exakt einstudiert und ausgeführt.

Entwicklung[Bearbeiten]

In den frühen 1980er Jahren wurde er durch afroamerikanische und lateinamerikanische Homosexuelle erweitert und individualisiert.[1]

Der Tanz wurde 1989 durch die Single-Veröffentlichung Deep in Vogue von Malcolm McLaren, den Song Vogue von Madonna aus dem Jahr 1990 oder den Dokumentarfilm "Paris is Burning" von Jenny Linvingston auch beim internationalen Mehrheitspublikum populär.

Wichtiger sozialer Ort des Vogue-Tanzes seit seiner Entstehung sind Wettbewerbe, die zwischen familienähnlich gebildeten Vereinigungen, den Houses, ausgetragen werden. Die Houses tragen oft Markennamen oder Bezeichnungen aus der Modewelt, so beispielsweise das House of Dior, das House of Escada, das House of LaBeija oder das House of Xtravaganza.

„Vogue ist ein bisschen oberflächlich, weil man nach seinem äußeren Auftreten beurteilt wird“, sagte Tänzer und Tanzlehrer Archie Burnett 2014. „Wenn du aber sonst nichts hast, keine Arbeit, kein Geld, und du der Gesellschaft nichts bedeutest - you fake it to make it.“[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chantal Regnault: Voguing. Voguing and the House Ballroom Scene of New York City 1989-92. Soul Jazz Books, London 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c taz: Fake it to make it!, 14. August 2014