Wadi Mujib (Jordanien)

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Das Wadi Mujib wird auch als "Grand Canyon Jordaniens" bezeichnet und eignet sich für Trekkingtouren und Canyoning

Das Wadi Mujib ist eine Schlucht im Bergland Jordaniens östlich des Toten Meeres und liegt 90 km südlich von Amman. Sie endet 410 Meter unter dem Meeresspiegel am Toten Meer. Sie wird auch als „Grand Canyon Jordaniens“ bezeichnet und ist das am tiefsten gelegene Naturschutzgebiet der Welt. Der nächstgelegene größere Ort Dhiban liegt 5 km nördlich. Die „Kaiserstraße“ durchquert das Tal in zahlreichen Windungen.

Durch das Wadi Mujib fließt der biblische Arnon, sofern er nicht oberhalb der Mujib-Talsperre während des Sommers zuweilen trocken fällt.

Geographie[Bearbeiten]

Während der letzten Eiszeit erreichte der Wasserspiegel des Toten Meeres 180 m unter dem Meeresspiegel, etwa 230 m höher als heute. Es überflutet den unteren Bereichen des Canyons und entlang seiner Ufer und Buchten lagerten sich Sedimente ab. Vor etwa 20.000 Jahren veränderten sich die klimatischen Bedingungen und der Wasserstand des Toten Meeres sank erheblich ab. Das Wadi Mujib, wurde jedoch durch eine dichte Mergelschicht verschlossen, so dass der Abfluss verstopft wurde. Erst im Laufe der Zeit fraß sich der Fluss immer tiefer in den Sandstein und lagerte die mitgeführten Minerale und Sand im Toten Meer in einem riesigen Schwemmkegel ab.

Blick vom Aussichtspunkt nördlich des Wadi: 180°-Panoramafoto des Wadi Mujib: links im Hintergrund die Mujib-Talsperre mit der Straßenbrücke der Königsstraße (engl. Kingsway), rechts führt das Wadi weiter zum Toten Meer. Zu erkennen sind auch die einzelnen Sedimentationsschichten.

Mujib-Reservat[Bearbeiten]

Das 215 km² große Reservat wurde im Jahr 1987 von der Royal Society für die Erhaltung der Natur (RSCN) angelegt und ist von regionaler und internationaler Bedeutung, insbesondere für die Vogelwelt, die das Reservat schützt. Es erstreckt sich auf das Bergland von Kerak und Madaba und erreicht bis zu 900 Meter über dem Meeresspiegel. Der Höhenunterschied von 1.300 Meter und das ganzjährig fließende Wasser zusammen aus den sieben Nebenflüssen bedeutet für das Wadi Mujib heute eine prächtige Artenvielfalt, die teilweise noch unerforscht und nicht völlig dokumentiert ist. Mehr als 300 Pflanzenarten, zehn Arten von Fleischfressern und zahlreiche Arten von einheimischen und Zugvögeln sind aktuell bekannt, allerdings sind einige der abgelegenen Berg- und Tallagen schwer zu erreichen und somit nicht völlig erforscht. Sie bieten somit sichere Zufluchtsorte für seltene Arten von Katzen, Ziegen und andere Tiere. Das Mujib Reservat besteht aus bergiger, felsiger und spärlich bewachsener Wüste (bis 800 m), mit Klippen, Schluchten und tiefen, durch Wadis durchschnittenen Plateaus. Ganzjährig wasserführende Bäche durchfließen die Wadis zu den Ufern des Toten Meeres.

Die Hänge des bergige Land sind sehr spärlich bewachsene, mit einer steppenartigen Vegetation auf den Hochebenen. Grundwasser tritt an einigen Orten entlang des Toten Meeres an die Oberfläche, zum Beispiel bei den heißen Quellen von Zara, die einem üppigen Dickicht aus Akazien, Tamarisken, Dattelpalmen, Oleander und sogar einem kleinen Sumpf erlauben. Die weniger schweren Steigungen des Reservates werden von Hirten für die Beweidung von Schafen und Ziegen genutzt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

  • Die heißen Quellen von Hammamat Ma'in liegen nahe der Grenze des Reservats und werden stark für den Tourismus (Erholung) genutzt [1].
  • Das Wadi wird für Wander- und Trekkingtouren und für Canyoning genutzt.

Militär[Bearbeiten]

Das jordanische Militär unterhält zeitweise ein Lager im Süden des Reservats.

Mujib-Talsperre[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mujib-Talsperre

Ein neuer großer Staudamm wurde 2003 im Wadi Mujib fertiggestellt, wo nun die dort neu ausgebaute Königsstraße den Fluss überquert. Als Ergebnis hat sich ein großer Stausee gebildet, der die gefährlichen Sturzbäche des Wadis dämmt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die heißen Quellen bei Ma'in