Totes Meer

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Totes Meer
Satellitenbild des Toten Meeres
Satellitenbild des Toten Meeres
Geographische Lage Israel, Jordanien, Palästina
Zuflüsse Jordan
Abfluss abflusslos
Städte am Ufer En Gedi, Sedom, Al-Mazra
Daten
Koordinaten 31° 29′ N, 35° 29′ O31.49083333333335.479722222222Koordinaten: 31° 29′ N, 35° 29′ O
Totes Meer (Israel)
Totes Meer
Höhe über Meeresspiegel f1−428 m (jahreszeitlich schwankend, durch zunehmende Austrocknung weiter rückläufig)
Fläche 810 km²
(nördliches Becken)dep1f5
Länge 67 kmf6
Breite 18 kmf7
Volumen 147 km³dep1f8
Umfang 135 kmf9
Maximale Tiefe 380 m; Seeboden 800 m u. M.f10
Mittlere Tiefe 120 mf11
Besonderheiten
  • tiefstgelegener See der Erde
  • tiefste Landstelle der Erde
  • extrem salzhaltig
  • weitgehend bakterielles Leben
  • lokaler Luftdruck an Wasseroberfläche ca. 1060 hPa
  • Sauerstoffgehalt um ca. 5 % erhöht gegenüber Meereshöhe (Literaturwerte 3–10 %)

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Das Tote Meer ist ein abflussloser See, der 428 m unter dem Meeresspiegel liegt, vom Jordan gespeist wird und für seinen hohen Salzgehalt bekannt ist. [1] Er grenzt an Palästina, an Israel und an Jordanien.

Gewässernamen[Bearbeiten]

Der heutige Name war bereits in der Antike geläufig, so bei Pausanias im 2. Jahrhundert als θάλασσα ἡ Νεκρά thallassa ē nekra und Iustinus im 2. oder 3. Jahrhundert als Mare mortuum. Außerdem wurde der See „Salzmeer“ oder „Asphaltsee“ genannt. Der hebräische Name lautet ‏ים המלחJam haMelach ‚Salzmeer‘; im Arabischen finden sich ‏البحر الميّت‎, DMG al-Baḥr al-Mayyit ‚das tote Meer‘ und ‏بحر لوط‎ / Baḥr Lūṭ / ‚Meer des Lot‘.

Geografie[Bearbeiten]

Topographie[Bearbeiten]

Das Tote Meer bildet einen abflusslosen und rund 800 km² großen Salzsee, der als Endsee in einer Senke liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des Großen Afrikanischen Grabenbruchs darstellt. Das Tote Meer ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil getrennt. Seine Wasseroberfläche wird noch häufig mit Werten um 396 m unter dem Meeresspiegel angegeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel des nördlichen Teils aufgrund fortschreitender Austrocknung bereits seit einigen Jahren mehr als 420 m unter dem Meeresspiegel.[2] Das Ufer des Sees bildet damit den am tiefsten gelegenen nicht von Wasser oder Eis (Bentleygraben) bedeckten Bereich der Erde. Damit ist das Tote Meer der am tiefsten gelegene See der Erde. Der See mit dem tiefstgelegenen Grund ist dagegen der Baikalsee. Bei ihm liegt der tiefste Punkt bei 1186 m unter dem Meeresspiegel[3], während der tiefste Punkt des Toten Meers bei 794 m unter dem Meeresspiegel liegt.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima am Toten Meer ist ganzjährig sonnig bei geringer Luftfeuchtigkeit. Im Jahresverlauf fallen weniger als 50 mm Niederschlag. Die mittleren Höchsttemperaturen bewegen sich im Sommer zwischen 32 und 39 °C, im Winter zwischen 20 und 23 °C. Im Durchschnitt gibt es 192 Tage mit mehr als 30 °C Höchsttemperatur. Die Wassertemperatur liegt zwischen 19 °C im Februar und 31 °C im August.[4]

Salzgehalt[Bearbeiten]

Salzverkrustete Steine am Toten Meer
Salzkristalle an der Küste des Toten Meers
Salzkristalle an der Küste des Toten Meers (Nahaufnahme)

Der Salzgehalt des Toten Meeres liegt bei bis zu 33 %, im Durchschnitt liegt er bei rund 28 %. (Zum Vergleich: Der Salzgehalt des Mittelmeeres liegt bei durchschnittlich 3,8 %.) Noch salzhaltiger sind nur der Lac Retba in Senegal mit etwa 39 %[5], der Assalsee in Dschibuti mit knapp 35 %, der Kara-Bogas-Gol in Turkmenistan mit bis zu 34 % sowie einige Seen in den antarktischen Trockentälern (Don-Juan-See, etwa 44 %).

Die Mineralzusammensetzung des Salzes des Toten Meeres unterscheidet sich deutlich von der Salzzusammensetzung von Meerwasser. Es enthält ungefähr 50,8 % Magnesiumchlorid, 14,4 % Calciumchlorid, 30,4 % Natriumchlorid und 4,4 % Kaliumchlorid, bezogen auf die wasserfreien Salze. Der Rest entfällt auf zahlreiche Spurenelemente. Es enthält wenig Sulfat, jedoch relativ viel Bromid.

Aufgrund des hohen Salzgehalts hat das Seewasser eine Dichte von ca. 1,240 kg/l.[6]

Das Tote Meer hat keinen Abfluss. Im trockenen Wüstenklima verdunstet das Wasser, wobei Mineralien, Salze und anderes zurückbleiben und sich im Toten Meer anreichern. Durch den Zufluss von Jordanwasser und den Entzug von Verdunstungswasser pegelt sich die Höhe des Wasserspiegels ein. Zusätzlich negativ beeinflusst wird der Wasserpegel durch die künstliche Verdunstung der kommerziellen Salzgewinnung.

Die Zusammensetzung der Salze im Toten Meer ist hygroskopisch, was dazu führt, dass bei moderaten Temperaturen Wasser aus dem Toten Meer nie ganz verdunstet und sich auch keine Salzkrusten oder -kristalle bilden.

Entgegen dem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschiedene Extremophile: vor allem halophile Mikroorganismen, insbesondere Salpeter, Schwefel und Cellulose abbauende anaerobe Bakterien. Auch manche Pflanzen mit großer Salztoleranz, die Halophyten, können in dieser extremen Umwelt überleben.

Eine Rotfärbung des Toten Meeres im Jahr 1992 war durch Mikroorganismen und Algen hervorgerufen worden.

Eine Forschergruppe um Dr. Danny Ionescu (Max-Planck-Institut) hat im Jahr 2011 im Rahmen des von Deutschland initiierten SUMAR-Projektes darüber hinaus eine unerwartet reiche Vielfalt an Mikroorganismen im Toten Meer entdeckt: Die neu entdeckten Mikroorganismen kommen in der Umgebung bisher unbekannter unterirdischer Quellen am Grund des Toten Meeres vor. Sie bilden am Seeboden großflächige Algen- und Bakterienmatten. Die Mikroorganismen im Toten Meer gehören hauptsächlich zur Domäne der Archaebakterien. Pro Milliliter finden sich 1.000 bis 10.000 Organismen. Die Konzentration an Mikroorganismen in normalem Meereswasser ist dagegen deutlich höher. Von manchen der dort entdeckten Mikroorganismen war ein Vorkommen in einem solch salzhaltigen Milieu bisher nicht bekannt. Viele andere Mikroorganismen waren der Wissenschaft bisher gänzlich unbekannt. Gegenstand weiterer Forschungen soll die Frage sein, wie die Mikroorganismen in dieser Umgebung überleben und welche Energiequellen sie sich dabei nutzbar machen.[7]

Tourismus[Bearbeiten]

Zeitunglesen – ein beliebtes Motiv

Touristisch interessante Orte am Toten Meer sowie der näheren Umgebung sind En Bokek, Neve Zohar, die Oase En Gedi sowie Masada, Jericho und die Höhlen von Qumran. Auf der jordanischen Ostseite des Toten Meeres befinden sich auf der Lisan-Halbinsel die Orte Numeira und Bab edh-Dhra (auch bekannt als Dhra). Es gibt Annahmen, dass sie am Ort der Städte Sodom und Gomorra stehen, die nach biblischer Überlieferung zerstört wurden. Dhra ist einer der archäologisch ältesten Orte mit Belegen für den frühen Ackerbau (hier 9500 v. Chr.). Mehr als 20.000 bronzezeitliche Schachtgräber werden hier vermutet, erst wenige sind ausgegraben.

Bedeutend für die Region ist auch der Badetourismus. Aufgrund des hohen Salzgehaltes, der fast das Zehnfache der Ozeane beträgt, und der damit verbundenen hohen Dichte trägt das Wasser den menschlichen Körper außergewöhnlich gut, man kann allerdings dennoch ertrinken. Es gibt dort nach einem Bericht des Roten Davidsterns entgegen landläufiger Meinung neben Todesfällen viele Beinahe-Ertrink-Unfälle, wie auch an anderen Badeseen. Die Menschen verlieren am Toten Meer oft die Balance und schlucken dann große Mengen an Wasser.[8][9] Das Schlucken großer Mengen Wasser ist lebensgefährlich, da es schwere Lungenverletzungen verursachen kann.[10] Das Salz verursacht schon an kleinsten Hautverletzungen brennenden Schmerz. Sehr unangenehm ist das konzentrierte Salzwasser in den Augen. Am Ufer sind die Salzverkrustungen oft scharfkantig.

Gleichzeitig besitzen die Mineralien des Toten Meeres eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten, sodass in manchen Fällen von Neurodermitis und Psoriasis ein Kuraufenthalt bzw. Klimaheilbehandlungen auch von deutschen Krankenkassen bezahlt werden. Die Mineralien werden auch in Kosmetika verarbeitet. Die therapeutisch nutzbaren Bedingungen am Toten Meer erstrecken sich zudem auf einen höheren Luftdruck (+ ca. 50 hPa bzw. 5 % höher als der Druck auf Meeresniveau) und demzufolge einen höheren Sauerstoffpartialdruck. Diese dichtere Atmosphäre absorbiert zusammen mit dem Wüstenstaub und dem ständigen Dunstschleier aufgrund der starken Verdunstung einen größeren Teil der Ultraviolettstrahlung als auf Meeresniveau. Die kurzwelligen UVB-Strahlen werden dadurch um ca. 30 Prozent gegenüber nahe gelegenen Orten, die 300 Meter über dem Meeresspiegel liegen, verringert.[11][12]

Panorama des Toten Meeres von der israelischen Seite

Antike Darstellungen[Bearbeiten]

Plinius der Ältere kommt auf den „Asphaltsee“ an mehreren Stellen seiner Naturalis historia zu sprechen: Er habe eine Länge von über 100 Meilen und eine Breite von 6 bis 75 Meilen. Er schreibt in Buch V: „Der Asphaltsee erzeugt nichts außer Erdpech, woher er auch seinen Namen hat. Er nimmt keinen Tierkörper auf, Stiere und Kamele treiben an der Öberfläche; daher entstand das Gerücht, daß in ihm nichts versinke.“[13]

Weitere Erwähnungen durch antike Autoren: Plinius, Nat. hist. II 226, VII 65; Solinus 35, 2; Josephus, Bell. Iud. IV 8,4; Diodor II 48,6 ff.[14]

Wasserspiegel[Bearbeiten]

Pegelstand des Toten Meeres von 1930 bis 2020

In den 1930er Jahren strömten jährlich etwa 1300 Mio. m³ Wasser ins Tote Meer, heute sind es noch etwa 350 Mio. m³.

Es wird angenommen, dass der Pegel um 2000 v. Chr. mit −250 m am höchsten stand. Mit Stand Januar 2011 lag der Pegel bei 426 Metern unter dem Meeresspiegel.[15] Zwei Jahre später im Januar 2013 ist er aufgrund starker Regenfälle zum ersten Mal seit 10 Jahren um 10 cm angestiegen.[1] Insgesamt setzt sich der Abwärtstrend jedoch fort auf 427,79 Meter unter dem Meeresspiegel gemessen im Januar 2014.[16]

Nach einer Mitteilung der Hebräischen Universität von Jerusalem haben Bohrungen im Jahr 2010 dicke Salzablagerungen in 250 Meter tief unter dem Meeresboden liegenden Sedimentschichten ergeben. Dies sei ein Hinweis darauf, dass das Tote Meer vor rund 125.000 Jahren aufgrund klimatischer Ursachen fast völlig ausgetrocknet war.[15]

Das Tote Meer wird durch die jordanische Halbinsel Lisan – etwa auf Höhe der antiken Festung Masada – in einen kleineren Südteil (Tiefe 4 bis 6 Meter) und in einen größeren Nordteil (Tiefe über 430 Meter) geteilt.[17][18][15] Beide Teile liegen auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Sie sind an ihrer schmalsten Stelle rund 0,6 km voneinander entfernt und sind durch einen rund 13 km langen, regulierten wasserführenden Kanal (Ha’Lashon Kanal) sowie durch mehrere – kaum wasserführende – Rinnen miteinander verbunden.[19]

Nördlicher Teil des Toten Meeres[Bearbeiten]

Schwimmen im Toten Meer

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung Israels und Jordaniens mit Trinkwasser und zur Bewässerung in der Landwirtschaft ist der nördliche Teil des Toten Meeres von schleichender Austrocknung bedroht. 2007 betrug der Pegel 420 m unter dem Meeresspiegel, 2011 lag der Pegel bei 426 m unter dem Meeresspiegel.[15] Er sinkt seit den 1980er Jahren jährlich um etwa einen Meter, da die Zuflussmenge bei gleichbleibender Verdunstung abnimmt. In den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist die Oberfläche des Sees um rund ein Drittel geschrumpft. Bis zum Jahre 2020 wird ein Rückgang des Wasserstandes auf 430 m unter dem Meeresspiegel prognostiziert. Eine Folge davon ist, dass sich im Umfeld des Sees zahlreiche Einsturztrichter bilden; diese entstehen oft spontan und füllen sich später mit Salzlauge. Aktuell (2011) bildet sich im Mittel ein Einsturztrichter pro Tag.[20]

Pläne zur Rettung des Toten Meeres sehen vor, einen 300 km langen und fünf Milliarden US-Dollar teuren Totes-Meer-Kanal vom Roten Meer zu graben. Das durch den Kanal zugeführte Wasser könnte den Wasserspiegel stabil halten, und gleichzeitig könnte das Gefälle zur Energieerzeugung genutzt werden. Wissenschaftliche Studien warnen allerdings vor den Risiken eines solchen Vorhabens: Gefahr bestehe zum einen für die Korallenriffe im Golf von Akaba, von wo das für das Tote Meer gedachte Wasser entnommen werden soll. Zum anderen könne die Vermischung des kalziumhaltigen Wassers des Toten Meeres mit dem sulfatreichen Wasser aus dem offenen Meer zu großflächiger Calciumsulfat-Ausfällung (Gipsbildung) im Toten Meer führen.

Südlicher Teil des Toten Meeres[Bearbeiten]

Demgegenüber steigt der Pegel des südlichen Teils des Toten Meeres seit einigen Jahren kontinuierlich um rund 20 cm pro Jahr an. Ursache hierfür sind große Mengen an Salzablagerungen, die sich als Nebenprodukt einer industriellen Mineraliengewinnung auf dem Grund des südlichen Teils anlagern.[17] Das Tote Meer eignet sich für die industrielle Mineraliengewinnung aus folgendem Grund: Es „weist eine außergewöhnliche Konzentration an Kalium, Brom, Magnesium und Jod auf“ und ist damit „nicht nur das salzreichste, sondern auch das an Mineralien reichste Gewässer der Erde“. Zudem werden „Industrie- und Speisesalz und in den Dead Sea Werken in Sdom Pottasche gewonnen“.[18]

Während der nördliche Teil des Toten Meeres zunehmend austrocknet, und sich die Uferlinie dadurch von den ursprünglichen Badeorten und Badestellen zurückzieht, sind die Badeorte und Badestellen im südlichen Teil von einer Überflutung bedroht.[17] Nach Aussage des Umweltwissenschaftlers Alon Tal, der neben anderen Wissenschaftlern von der Israelischen Regierung damit beauftragt wurde, eine Lösung für dieses Problem zu finden, würde „in fünf bis zehn Jahren das Wasser in den Hotellobbys stehen“.[17]

Schifffahrt[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Getreideschiff auf der Mosaikkarte von Madaba, 6. Jahrhundert.

Anders als beim See Genezareth stand die Schifffahrt naturgemäß nie in Verbindung mit dem Fischfang. Sie diente in jenen Zeiten, wo sie überhaupt stattfand, nur dem Transport.

Antike[Bearbeiten]

Pompeius Trogus, Historiker des ersten Jahrhunderts vor Christus, war der Meinung, eine Schifffahrt sei auf dem Toten Meer nicht möglich.[21]

Mittelalter[Bearbeiten]

Während der Zeit des Byzantinischen Reichs fand eine Schifffahrt statt und diente nach der Darstellung auf der Mosaikkarte von Madaba (Mitte 6. Jahrhundert) dem Getreidehandel. Im 12. Jahrhundert gibt es Berichte eines Seehandels mit Datteln und anderen Lebensmitteln.[22]

Mit dem Ende des Königreichs Jerusalem im Jahre 1291 ging auch die Ära der mittelalterlichen Schifffahrt zu Ende. Von da an herrschte auch wieder der Glaube vor, eine Schifffahrt sei gar nicht möglich.[22]

Neuzeit[Bearbeiten]

Der Glaube an die Unbefahrbarkeit des Toten Meers hielt sich bis ins 19. Jahrhundert. Der Versuch eines Engländers namens Costigan mit Todesfolge im Jahr 1835 schien die Unbefahrbarkeit zu bestätigen. Kurz darauf, im Jahre 1837, befuhren die Engländer Moore und Beck das Tote Meer erfolgreich, und 1848 nutzte der Amerikaner William Francis Lynch erstmals ein Metallboot.[23][24] 1908 wurde das Tote Meer erstmals mit einem Motorboot befahren.[22]

Im Ersten Weltkrieg befuhr das 23 Meter lange Versorgungsschiff Adele der deutschen Marine das Tote Meer. Es war in Einzelteilen per Pferdeanhänger von Haifa zum Toten Meer transportiert worden und diente dem Transport von Waffen, Munition und Lebensmitteln zwischen dem jordanischen Kerak und Jerusalem. Die Lieferungen gingen vor allem an die verbündeten türkischen Truppen, die gegen die Briten kämpften.[25] Andere Quellen sprechen davon, dass im Ersten Weltkrieg „über 200 Schiffe“ des deutschen Asien-Korps die Türken bei Be'er Scheva im Kampf gegen die britischen Truppen von General Edmund Allenby unterstützten.[26]

Ende des 20. Jahrhunderts gab es Bemühungen, einen touristischen Schiffsverkehr auf dem Toten Meer einzurichten. Technisches Problem war die schnelle Salzkrustenbildung, vor allem aber bestand das ökonomische Problem, dass die Touristen nicht ohne Grenzformalitäten in Jordanien an Land gehen konnten. Diese Bemühungen um eine Verbesserung dauerten bis zum Beginn der Zweiten Intifada im September 2000.[27]

Heute gibt es einen einzigen Schiffsbetreiber am Toten Meer, nämlich Marine Services & Underwater Works in En Gedi am israelischen Westufer. Das Unternehmen ist seit Mitte der 1970er Jahre tätig. Es arbeitet vor allem im Auftrag von Forschungsinstituten. In diesem Rahmen finden auch U-Boot-Tauchgänge bis 200 m Tiefe statt.[28][29][30][31]

Filme, Fotografien[Bearbeiten]

  • Das Tote Meer. Dokumentation (45 min.) von Alex West und Daniel Percival. Produktion: SWR. Erstsendung: 22. Juli 2007.
  • Spencer Tunick: Nacktes Meer. Fotografische Aktion mit 1200 Freiwilligen am Ufer, September 2011[32].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Totes Meer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Totes Meer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wikisource-logo.svg Ἀσφαλτῖτις λίμνη (Totes Meer) in Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Israelnetz.comTotes Meer steigt erstmals seit zehn Jahren; Artikel vom 17. Januar 2013; Abruf: 14. Juli 2013
  2. Neue Angaben zur Seespiegelhöhe zu finden etwa in: Florian Neukirchen und Gunnar Ries: Die Welt der Rohstoffe. Springer Spektrum, Berlin 2014, S.229, ISBN 978-3-642-37738-9.
  3. http://users.ugent.be/~mdbatist/intas/morphometry.htm geografische Daten zum Baikalsee
  4. Psoriasis RX: Dead Sea Psoriasis Treatments, abgerufen am 7. Juli 2013.
  5. Papa Sow: Uncertainties and conflicting environmental adaptation strategies in the region of the Pink Lake, Senegal; Zentrum für Entwicklungsforschung, Universität Bonn; August 2012; ISSN 1864-6638; Abruf: 28. März 2014
  6. http://www.dspimport.com/about_the_dead_sea.html
  7. Kartin Kloosterman: New Life In Dead Sea Found!; Artikel vom 21. September 2011 auf greenprophet.com; Abruf: 20. Januar 2012
  8. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/8490 Wladimir Struminski: Mail aus Jerusalem. Gays, Geborgenheit, Glück und Gefahr. – In: Jüdische Allgemeine vom 26. August 2010, abgerufen am 25. Juli 2012.
  9. http://www.haaretz.com/news/national/contrary-to-popular-belief-new-report-shows-you-can-drown-in-the-dead-sea-1.308847 Dan Even: „Contrary to popular belief, new report shows you can drown in the Dead Sea. Magen David Adom reports that of 117 near-drowning incidents that paramedics have attended to since the start of 2010, 17% have been at the Dead Sea.“ – In: HAARETZ vom 18. August 2010, abgerufen am 25. Juli 2012
  10. https://www.ima.org.il/FilesUpload/IMAJ/0/54/27421.pdf, abgerufen am 23. Juli 2014
  11. zeit.de: Stimmt's: Sanfte Sonne, 29. Juni 2006, Zugriff am 29. März 2010
  12. sueddeutsche.de: Frage der Woche: Bekommt man am Toten Meer keinen Sonnenbrand?
  13. G. Plinius Secundus: Naturkunde. Buch V: Geographie: Afrika und Asien. Kapitel II,72. Artemis & Winkler, Zürich 1993, ISBN 3-7608-1585-5.
  14. G. Plinius Secundus, Naturkunde, Buch V, S. 186.
  15. a b c d In die Vergangenheit gebohrt. Totes Meer war fast verschwunden. n-tv.de, Abruf vom 20. Januar 2011. Link: Totes Meer war fast verschwunden
  16. [1],.
  17. a b c d Ein Bokok: Totes Meer – Israels Touristen-Attraktion in Gefahr. Artikel vom 21. Juni 2011. In: Der Westen. Das Portal der WAZ Mediengruppe. Abruf vom 20. Januar 2011. Link: Totes Meer - Israels Touristen-Attraktion in Gefahr
  18. a b Jam haMelach: Das Tote Meer. In: Hagalil.com. Zugriff vom 20. Januar 2012. Link: http://jafi.jewish-life.de/zionismus/places/wasser/totes-meer.htm Das Tote Meer
  19. Messung auf Basis Satellitenbild, Stand März 2011
  20. Eitan Hadok: Kann das Tote Meer überleben? In: Spektrum der Wissenschaft. Juni 2011, S. 79
  21. Zitiert in: Marcus Iunianus Iustinus: Epitoma Historiarum Philippicarum, seinerseits zitiert in: Othmar Keel: Orte und Landschaften der Bibel. Benziger, Zürich. ISBN 3-545-23042-2.
  22. a b c Othmar Keel: Orte und Landschaften der Bibel. Benziger, Zürich. ISBN 3-545-23042-2.
  23. Narrative of the United States Expedition to the River Jordan and the Dead Sea, Philadelphia 1849
  24. Biografie von William Francis Lynch in: Naval History and Heritage.
  25. unterwasser, Ausgabe vom 11. Mai 2004.
  26. Zeitschrift Neueste Nachrichten aus dem Morgenlande. Ausgabe Mai 1918.
  27. Zeit Online, Artikel vom 21. Februar 1997.
  28. Artikel in der Zeitschrift unterwasser
  29. Lars Brinkmann: Dicke Kruste, Artikel der Jüdischen Allgemeinen vom 25. Mai 2006. Jüngster gefundener Textbeleg (Stand Oktober 2013).
  30. Bild des Schiffs unter Panoramio. Bild hochgeladen am 19. Januar 2013.
  31. Der Leiter von Marine Services & Underwater Works, Moty Gonen, starb am 15. Februar 2009, siehe [2]. Das meteorologische Monitoring des Toten Meers durch das Institut Israel Oceanographic & Limnological Research wird weitergeführt, Informationen über den weiteren Schiffsbetrieb, ev. unter anderem Namen, liegen nicht vor.
  32. ORF: 1200 Menschen bei Nacktfotosession am Toten Meer.