Canyoning

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Canyoning in den Alpes-Maritimes (Frankreich)

Man versteht unter Canyoning (auch Schluchteln oder Schluchting) das Begehen einer Schlucht von oben nach unten (in der Frühzeit des sportlichen Canyonings auch von unten nach oben) in den unterschiedlichsten Varianten. Durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gelangt man in geeigneter Ausrüstung durch die Schluchten. Als Erlebnissportart etablierte sich Canyoning vor gut zwei Jahrzehnten in Spanien und Südfrankreich. In den letzten Jahren folgte der Durchbruch auch in den Nordalpen. In den USA ist Canyoning eher als Canyoneering bekannt. Es bekam dort durch europäischen Einfluss Ende der 1990er Jahre einen enormen Entwicklungsschub.

Die Sportart Canyoning[Bearbeiten]

Neben dem sportlichen Reiz des Abenteuers steht vor allem das Naturerlebnis im Vordergrund. Bei dieser Sportart spielen Teamgeist und das gegenseitige Vertrauen eine wichtige Rolle. Einige Naturschützer kritisieren Canyoning, da Teile der Natur begangen werden, die sonst vom Mensch unberührt blieben. Besonders die kommerzielle Vermarktung für den Tourismus führe zu Problemen. Anhänger des Canyoning erwidern, dass Canyons teilweise mehrmals im Jahr von Hochwässern weit mehr verändert werden, als durch den Einfluss der Menschen, die durch diese Schluchten laufen. Bei vielen Touren steht in erster Linie das gemeinsame Naturerlebnis im Vordergrund.[1]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gedenkstein für die 21 Toten des Canyoning-Unfalles im Saxetbach von 1999

Canyoning erfordert ein Maß an alpin- und wassertechnischer Qualifikation - ist man erst einmal in eine Tour eingestiegen, ist ein Rückzug vor Ende der Tour oft nicht mehr möglich. Diese Sportart sollte zu Beginn nur unter kundiger Anleitung durchgeführt werden. Die verwendeten Techniken weichen z.T. deutlich von denen z.B. im hochalpinen Bereich oder beim Klettern ab, eine Übertragung dieser Techniken auf das Canyoning kann erhebliche Gefahren beinhalten.

Bei allen Canyoningtouren sollte man einen ortskundigen, beziehungsweise zertifizierten Canyonführer zu Rate ziehen. Es gibt für diesen Outdoorbereich mittlerweile einige Organisationen, die professionelle Canyoningführer ausbilden. Bergführer qualifizieren sich über eine Zusatzausbildung zum Canyoningführer.[2]

Vorherige Information über die Wetterlage ist unabdingbar, da bei einem großen Wassereinzugsgebiet der Wasserspiegel in einer engen Schlucht bei starkem Regen in Minutenschnelle lebensgefährlich ansteigen kann. Auch über spezielle Risiken, wie z.B. einem möglichen Wasserablauf eines Stausees oder Schneeschmelzen, welche in manchen Gebieten bis in den späten Frühling die Gefahr erhöhen[3], sollten vorher Erkundungen eingezogen werden. Die Beobachtung des Wetters muss bereits Tage vor einer Tour beginnen und sich über die gesamte Tourenlänge erstrecken. Daher ist meteorologisches Grundwissen und das Deuten von Wettererscheinungen (z. B. Aussehen, Entwicklungsstadien und Gefahren von Wolken) von entscheidender Bedeutung. Einige tragische Canyoningunfälle zeigen, dass für diese Sportart größtmögliche Sicherheit gefordert ist. Es gilt die Regel nicht alleine zu gehen, 3-4 Personen gelten als optimale Gruppenstärke.

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Wer diesen Sport selbständig ausüben möchte, sollte über Trittsicherheit, keine Höhenangst, eine gute Kondition und ausreichendes theoretisches und praktisches Können in den folgenden Themengebieten verfügen:

  • Seiltechnik (Abseilen, lösbare Systeme etc.)
  • Wildwassertechnik (Analysieren von Strömungsformen, Anschwimmen von Kehrwässern etc.)
  • Meteorologie (Analyse der Wetterlage)
  • Kommunikation (klare verbale und nonverbale Kommunikationsfähigkeiten)
  • Erste Hilfe (plus Unfall- und Krisenmanagement)
  • Orientierung
  • Ausrüstung
  • Naturschutz

Ausrüstung[Bearbeiten]

Canyoning in den Rocky Mountains

Zum Canyoning wird je nach Tour folgende Ausrüstung benötigt:

  • Neoprenhose (Long John), mind. 4 mm
  • Neoprenjacke, mind. 4 mm
  • Neoprensocken, mind. 3-4 mm
  • Angemessenes Schuhwerk
  • Alpintauglicher Helm
  • Canyoninggurt (kein Klettergurt)
  • einige HMS-Karabiner
  • Abseilgerät mit Kappschlinge
  • Geräte für den Aufstieg am Seil (z. B. Shunt oder TiBlock)
  • Kappmesser (stumpf mit Wellenschliff) oder Ambossschere
  • Wasserdichte Tonne mit Erste-Hilfe-Material
  • Signalpfeife, Signalrakete, Mobiltelefon
  • Arbeitsseile, der Tour angepasst (höchste Abseilstelle)
  • Notseil (längste Stelle)
  • Handbohrset, Verankerungen und Schlingenmaterial
  • Canyoningtauglicher Rucksack

Zum Kennenlernen dieser Sportart gibt es etliche kommerzielle Anbieter, die auch die Ausrüstung für geführte Touren zur Verfügung stellen. Zum eigenständigen Tourengehen empfiehlt es sich, einem entsprechenden Verein beizutreten oder entsprechende Ausbildungskurse zu absolvieren.

Weblinks[Bearbeiten]

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 Commons: Canyoning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Andreas Schmauch, im Auftrag des DAV: Kritische Hinterfragung der Sportart „Canyoning“ aus ökologischer Sicht im Bayerischen und Tiroler Alpenraum. 28. Februar 2001 (PDF, abgerufen am 7. April 2013).
  2. Ausbildung und Sicherheit im Bereich Canyoning. Website Outdoor Blog guiders. Abgerufen am 14. Oktober 2012.
  3. Informationen zu Canyoning-Gefahren