Warschauer Brücken (Breslau)

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mosty Warszawskie
mosty Warszawskie
mosty Warszawskie
Stahlbetonbogen der alten Brücke über dem Schifffahrtskanal
Nutzung Straßenbrücke mit Straßenbahngleisen
Querung von Stadtkanal, Alte Oder, Schifffahrtskanal
Ort Breslau
Unterhalten durch Zarząd Dróg i Utrzymania Miasta we Wrocławiu
Konstruktion Alte Brücken: Betonbogenbrücke, Stahlbetonbogenbrücke, Stahlbetonplattenbrücke
Neue Brücken: Verbundkastenbrücke
Gesamtlänge Alte Brücken: 229+41,2 m
Neue Brücken: 240,1 m +k.A.
Breite Alte Brücken: 12 m
Neue Brücken: k.A.
Anzahl der Öffnungen 6+1
Pfeilverhältnis 1:8,5 (alte Brücken)
Baukosten Alte Brücken: 3.470.000 €
Neue Brücken: 106.150.903,13 PLN[1]
Baubeginn Alte Brücken: 1914, 1926
Neue Brücken: 9. Juni 2006
Fertigstellung Alte Brücken: 1916, 1927
Neue Brücken: 6. Mai 2008
Eröffnung Alte Brücken: 1916, 1927
Neue Brücken: 12. Mai 2008
Planer Alte Brücken: Alfred von Scholtz (Projektoberleitung), Günther Trauer (Entwurf/Bauleitung)
Neue Brücken: Jan Biliszczuk
Lage
Koordinaten 51° 7′ 49″ N, 17° 3′ 34″ OKoordinaten: 51° 7′ 49″ N, 17° 3′ 34″ O
Warschauer Brücken (Breslau) (Erde)
Warschauer Brücken (Breslau) (Erde)

Warschauer Brücken (poln. mosty Warszawskie) ist eine Gruppe von Oder- und Oderkanalbrücken in Breslau. Die frühere Hindenburgbrücke von 1914 bis 1916 wurde 2006 bis 2008 um eine parallel gelegene neue Brücke ergänzt.

Geschichte

Vorgängerbrücken

Bis 1870 überbrückte die Hundsfelder Chaussee die Alte Oder mit einer hölzernen Brücke. Diese wurde dann durch eine vierjochige Gitterträgerbrücke aus Stahl auf gemauerten Pfeilern ersetzt, die sich Hundsfelder Brücke nannte. Als 1892–1897 im Zuge der Baumaßnahmen für die neuen Stadthafenanlagen links bzw. südwestlich der Alten Oder der Stadtkanal erbaut wurde, wurde dieser in der Verlängerung der Hundsfelder Brücke von 1870 mittels einer Stahlfachwerkbrücke überbrückt.

Alte Brücken

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der vor wenigen Jahren erbaute Stadtkanal zu einem Nadelöhr für die Binnenschifffahrt, so dass ein neuer Großschifffahrtsweg in Angriff genommen wurde. Im Bereich der östlichen Hundsfelder Brücke sollte in diesem Zuge rechts bzw. nordöstlich der Alten Oder die Mündung des neuen Barthelner Kanals angelegt werden. Auf Grund der erforderlichen lichten Höhe und des hohen Alters wurde die alte östliche Hundsfelder Brücke durch eine wenige Meter flussaufwärts gelegene Betonbogenbrücke ersetzt. Die neue Brücke nach dem Entwurf von Günther Trauer wurde 1916 geöffnet und zu Ehren des von Paul von Hindenburg Hindenburgbrücke genannt. In den Jahren 1927–1928 wurde die westliche Brücke von 1897, die bis 1945 den Namen Hundsfelder Brücke behielt, durch eine deutlich breitere Betonplattenbrücke ersetzt, so dass die Straße direkt vor der Gabelung der Matthiasstraße und der Neuen Adalbertstraße verbreitert werden konnte.

Die Brücken überstanden den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und wurden 1945 zunächst in most Karłowicki (Karlowitzer Brücke) und später in most Warszawski (Warschauer Brücke) umbenannt. Anfang der 1960er Jahre und 1987–1988 wurde die Brücke saniert.

Neue Brücken

Die mit nur 7,5 m Fahrbahnbreite sehr schmalen östliche und mittlere Warschauer Brücken führten eine der Hauptausfallstraßen sowie zusätzlich zwei Straßenbahngleise. Zur Erweiterung der Kapazität sowie zur Schonung der alten Brücken wurde 2006–2008 parallel flussaufwärts ein zweiter Brückenzug errichtet, der die Straßenbahngleise sowie die Fahrbahn Richtung Osten aufnimmt, während die Fahrt westwärts weiterhin durch die alten Brücken erfolgt. Am 6. Mai 2008 wurden die Belastungsproben durchgeführt und sechs Tage später die neuen Brücken dem Verkehr übergeben. Abschließend wurden die alten Brücken abermals saniert.

Beschreibung

Die alte östliche Brücke setzt sich aus sechs Betongewölbebögen und einem hochgestellten Stahlbetonbogenpaar mit angehängter Fahrbahn zusammen. Die Aufhängungen bestehen aus Beton mit Gusseiseneinlagen als Zugkräfteübertragung (System Emperger). Die 2,25 m breiten Bürgersteige beidseits der 7,50 m breiten Fahrbahn sind durch Stahlbetonbrüstungen flankiert. Während der südliche Bürgersteig nach Erweiterung um die neuen Brücken nicht mehr benutzbar ist, wurde der nordseitige Bürgersteig von der Fahrbahn entsprechend den polnischen Bauvorschriften mittels eines Stahlstabgeländers abgetrennt.

Die neue östliche Brücke ist eine Stahl-/Stahlbetonverbund-Kastenbrücke mit einer bogenförmigen Verstärkung der Druckzone in dem längsten Joch.[2]

Weblinks

Commons: Warschauer Brücken (Breslau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Arkadiusz Dobrzyniecki: Mosty Warszawskie. In: Jan Harasimowicz (Hrsg.): Atlas architektury Wrocławia. Band 2. Wydawnictwo Dolnośląskie, Wrocław 1998, ISBN 83-7023-679-0, S. 161–163.
  • Maciej Łagiewski: Mosty Wrocławia. Zakład Narodowy im. Ossolińskich Wydawnictwo, Wrocław 1989, ISBN 83-04-02937-5, S. 37–38.
  • P.: Die Neubauten der Hindenburg-Brücke und der Rosentaler Brücke in Breslau. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Band 36, Nr. 68, 23. August 1916, S. 453–454 (130.73.102.69 [PDF]).

Einzelnachweise

  1. Przebudowa Mostów Warszawskich we Wrocławiu
  2. Jan Biliszczuk: Nowy Wschodni Most Warszawski we Wrocławiu