Weight Watchers

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Weight Watchers International, Inc
Weight Watchers
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US9486261061
Gründung 1963
Sitz New York City
Leitung James R. Chambers[1]
Umsatz 1.826 Mio USD[2]
Branche Lebensmittel
Website http://www.weightwatchers.com

Weight Watchers International, Inc (wörtlich Gewichtsbeobachter) ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das eine Methode zur Gewichtsreduktion vermarktet.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1963 im US-Bundesstaat New York von der Hausfrau Jean Nidetch gegründet und ist mittlerweile in rund 30 Ländern vertreten. 1970 führten Irmgard und Walter Mayer das erste deutsche Weight-Watchers-Treffen in ihrer Düsseldorfer Wohnung durch. Im Jahre 2012 sind es über 300.000 Teilnehmer deutschlandweit.

Von 1978 bis 1999 gehörte das Unternehmen Weight Watchers zur H. J. Heinz Company. 1999 wurde es von einer luxemburgischen Investmentholding übernommen. Seit 2001 werden die Aktien von Weight Watchers International Inc. an der New Yorker Börse NYSE gehandelt.[3] Die Aktiengesellschaft mit Sitz in New York City stand fast sieben Jahre unter Leitung von David P. Kirchhoff bevor dieser im August 2013 durch James R. Chambers abgelöst wurde.[4]

Konzept[Bearbeiten]

Das Konzept entspricht den Anforderungen der evidenzbasierten Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas 2007 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an ein Gewichtsreduktionsprogramm.[5] Die Wirksamkeit und Sicherheit wurde in randomisierten, kontrollierten Studien nachgewiesen. Es handelt sich um eine langfristige moderate Reduzierung der Energiezufuhr und eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.[6] Das Konzept besteht darin, jedem Lebensmittel einen sogenannten „Punktwert“ zuzuweisen, der aus unterschiedlichen Faktoren berechnet wird. Es dürfen grundsätzlich alle Arten von Lebensmitteln in Maßen verzehrt werden. Den Abnahmewilligen steht täglich eine festgelegte Punktmenge zur Verfügung, die vom Geschlecht, Alter, Körpergröße und Gewicht abhängt. Die Unterlagen, Rezeptbücher und „Pointslisten“ stehen unter Urheberrechtsschutz und nur zahlenden Mitgliedern zu Verfügung.

Gemäß zweier Studien des Medical Research Council in Großbritannien tritt bei einer Teilnahme an kommerziellen Programmen zur Gewichtsreduktion wie z. B. dem Weight-Watchers-Programm deutlich öfter der gewünschte Erfolg ein als bei Standardbehandlungen im Rahmen medizinischer Grundversorgung im britischen Gesundheitssystem.[7] Knapp ein Drittel der Teilnehmer schaffte eine Gewichtsreduktion von über 5 %. Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ermöglicht das Weight Watchers-Programm bei mäßig adipösen Personen eine mittlere Gewichtsreduktion von 3-4,5 kg (1 Jahr) bzw. 2,9 kg (2 Jahre).[8][9]

Teilnahmemöglichkeiten[Bearbeiten]

Merkmale der Methode sind eine kontrollierte Ernährungsumstellung sowie kostenpflichtige wöchentliche Gruppentreffen der Abnehmwilligen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht, über das Konzept und gesunde Ernährung informiert und die jeweiligen Erfolge überprüft werden. Die etwa 16.000 Gruppenleiterinnen haben ebenfalls mit Weight Watchers abgenommen und ihr Wunschgewicht erreicht. Das Ernährungsprogramm kann ebenfalls gegen Gebühr mittels per Post übersandten Unterlagen, online oder per App durchgeführt werden.

Zunächst wird ein Zielgewicht des Abnahmewilligen festgelegt, das innerhalb der als Normalgewicht definierten Gewichtsspanne (BMI) für die jeweilige Körpergröße liegt. Wer sein Zielgewicht erreicht hat, muss sich sechs Wochen lang nach dem sogenannten Erhaltungsprogramm ernähren, ehe die sogenannte Goldmitgliedschaft (in Österreich Dauermitgliedschaft) in Anspruch genommen werden kann. Goldmitglieder können weltweit kostenlos an Gruppentreffen teilnehmen, solange sie nicht mehr als zwei Kilogramm über ihrem Zielgewicht liegen.

Produkte der Marke Weight Watchers[Bearbeiten]

Weight Watchers vermarktet im Rahmen seines Konzepts eine Vielzahl von Produkten, auf denen der jeweilige Pointswert angegeben ist; diese Produkte sind jedoch nicht zwingend zur Umsetzung des Ernährungskonzeptes notwendig.

Die Stiftung Warentest kritisierte im Juli 2007 ein Produkt von Weight Watchers und bewertete es im Qualitätsurteil mit der Note mangelhaft. Demnach hatte der Premium Kochschinken mit 0,6 g Fett pro Portion einen ungewöhnlich hohen bindegewebsreichen Anteil (Kollagenabbauprodukte), der nach der Fleischverordnung nicht enthalten sein dürfte.

Schleichwerbung[Bearbeiten]

Die Fernsehmoderatorin Andrea Kiewel wurde zwischen 2001 und 2007 für die Erläuterung des Weight-Watcher-Programms in journalistischen Fernsehformaten honoriert. Die Sender ZDF und MDR trennten sich im Dezember 2007 von Kiewel, nachdem die Moderatorin die Schleichwerbung in der Fernsehtalkshow Johannes B. Kerner zugegeben hatte. Seit 2009 arbeitet Kiewel wieder für das ZDF.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Website von Weight Watchers International, Corporate Governance- Executive Committee & Directors, abgerufen am 23. Februar 2014
  2. Weight Watchers International, Annual Report 2012, S. F-4. PDF-Datei
  3. Weight Watchers – Fettes Plus beim Börsengang Spiegel Online, 15. November 2001
  4. yahoo.com, Weight Watchers names new CEO, 2Q results fall, 1. August 2013
  5. Prävention und Therapie der Adipositas 2007, DGE, abgerufen am 24. August 2010 (PDF; 386 kB)
  6. Weight Watchers – das Konzept und die wissenschaftliche Basis, Zeitschrift Adipositas, 2008
  7. Double MRC study proves diet clubs can help in the fight against obesity, Medical Research Council
  8. S. Heshka, J. W. Anderson, R. L. Atkinson, F. L. Greenway, J. O. Hill, S. D. Phinney, R. L. Kolotkin, K. Miller-Kovach, F. X. Pi-Sunyer: Weight loss with self-help compared with a structured commercial program. A randomized trial. JAMA 2003; 289: 1792-98
  9. M. L. Dansinger, J. A. Gleason, J. L. Griffith, H. P. Selker, E. J. Schaefer: Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchers, and Zone Diets for weight loss and heart disease risk reduction. A randomized trial. JAMA 2005; 293: 43-53
  10. Schleichwerbe-Moderatorin Kiewel kehrt in den „Fernsehgarten“ zurück Spiegel Online vom 2. Januar 2009