Werkrealschule

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Die Werkrealschule ist eine Schulform in Baden-Württemberg, die Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulempfehlung bis zur mittleren Reife führt und einen Hauptschulabschluss nach dem 9. Schuljahr ermöglicht.

Werkrealschule 'neuen Typs' (ab 2010/11)[Bearbeiten]

Die Werkrealschule neuen Typs wurde in Baden-Württemberg im Schuljahr 2010/2011 als weitere Schule neben Gymnasium, Realschule und Hauptschule eingeführt. Sie führt in einem durchgängigen Bildungsplan bis zur mittleren Reife und ermöglicht einen Hauptschulabschluss nach dem 9. Schuljahr.

Ursprünglich sollten diese Werkrealschulen zweizügig sein; ab dem Schuljahr 2012/13 wurden aber auch einzügige Schulen zugelassen, wenn sie mindestens 16 Schüler in Klasse 10 aufweisen konnten oder mit einer entsprechenden benachbarten Schule kooperierten.

Am Ende der 7. Klasse der Hauptschule wählen die Schüler ein Wahlpflichtfach, das in der 8. und 9. Klasse besucht wird. Die Schüler haben die Wahl zwischen den drei Profilfächern Natur und Technik (NuT), Wirtschaft und Informationstechnik (WuI) sowie Gesundheit und Soziales (GuS). In Klasse 10 wird eng mit dem ersten Jahr der zweijährigen Berufsfachschule kooperiert, an zwei Unterrichtstagen pro Woche findet der Unterricht an der Berufsfachschule statt.

Neben den Wahlpflichtfächern mit jeweils 2 Wochenstunden besuchen die Schüler folgende Fächer: Mathematik (5), Deutsch (5), Englisch (5), Materie-Natur-Technik (MNT-4), Welt-Zeit-Gesellschaft (WZG-5), Musik-Sport-Gestalten (MSG-5), Religionslehre (2), Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit (WAG-3). Die Anzahl der Unterrichtsstunden pro Woche kann variieren, da die Schulen Schulcurricula entwickeln.

Übergang nach Klasse 10[Bearbeiten]

Nach Klasse 10 kann wechseln, wer zum Halbjahr der neunten Jahrgangsstufe eine entsprechende Bildungsempfehlung erhält.[1] Voraussetzung hierfür ist in der Regel, dass der Notendurchschnitt der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sowie des Wahlpflichtfaches 3,0 (oder besser) beträgt und keine dieser Noten schlechter als ausreichend ist. Diese Schüler nehmen verpflichtend an der dezentralen mündlichen Sprachprüfung Englisch und an einer themenorientierten Projektprüfung teil. Weiterhin schreiben sie die schriftlichen Prüfungen zum Hauptschulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch mit. Die Noten in Deutsch und Mathe werden wie eine Klassenarbeit gewertet.

Ebenfalls überwechseln können Schüler, die in der Prüfung zum Hauptschulabschluss diese Noten erreichen.

Werkrealschule 'alten Typs' (ab 1994/95)[Bearbeiten]

Vor dem Schuljahr 2010/2011 wurden als Werkrealschule diejenigen Hauptschulen bezeichnet, in denen ab der 8. Klasse die Wahlpflichtfächer und ein 10. Schuljahr für besonders begabte Hauptschüler angeboten wurden. Für die Teilnahme am Zusatzunterricht in Klasse 8 und später am 10. Schuljahr galten jeweils Mindestanforderungen an die erbrachten Noten, die strenger sind als heute.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werkrealschule, Broschüre des Kultusministeriums, Dezember 2009 (PDF; 4,1 MB)
  2. Die Werkrealschule in Baden-Württemberg - Kurzbeschreibung (Stand 2008)