Wilhelm von Bibra

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Lithographie von Wilhelm von Bibra (aus „Geschichte der Familie der Freiherrn von Bibra“, 1870)
Fotografie und Lithografie des Epitaphs von Wilhelm von Bibra (aus „Beiträge zur Familien Geschichte der Reichsfreiherrn von Bibra“, Zweiter Band, Wilhelm Frhr. von Bibra, 1882)
Costumes Historiques des XIIe, XIIIe, XIVe, et XVI siecles', Camille Bonnard,Paris 1860, Kupferstecher Paul Mercuri

Wilhelm von Bibra (* 1442; † 1490) (Eques auratus) war ein Gesandter des Papstes Innozenz VIII..

Biografische Daten[Bearbeiten]

Wilhelm fungierte als Rat von Kaiser Friedrich III. (reg. 1440-1493) und von dessen Sohn Maximilian I, der 1493 seinem Vater als Herrscher folgte und sich seit 1508 mit päpstlicher Erlaubnis „erwählter Kaiser“ nennen durfte. Er reiste als Gesandter dreimal nach Rom in den Jahren 1483, 1487 und 1490, die letzten beiden Male zu Papst Innozenz VIII. (reg. 1484-1492). Er hatte auch die Stellung eines Hofmeisters und Rats des Erzbischofs und Kurfürsten von Köln Hermann (reg. 1480-1508), geb. Landgraf von Hessen. Hermanns Halbbruder Lorenz wandte sich 1487 mit einem Empfehlungsschreiben an Papst Innozenz VIII. als W. von Bibra im Auftrag des Erzbischofs an den Heiliger Stuhl gesandt wurde. 1490 erkrankte Wilhelm während seiner Rückreise von Rom als Gesandter des Kaisers Friedrich III. Er war zu Gast im Palast der geachteten Familie der Pellegrini, als er starb. Wilhelms Grabstein ist zu sehen in der Pellegrini Kapelle Santa Anastasia in Verona. Ursprünglich lag die Grabplatte am Boden, sie wurde erst im Sommer 1804 an der Wand aufgestellt.

Transkript der Grabinschrift[Bearbeiten]

NOBILIS ET STREN[UUS] DOM[INU]S GULIELMUS DE BIBRA /

EQUES AUREUS DUCATU FRANCIAE ORIENTALIS //

ORIUNDUS SERENISS[IMI] D[IVI] FRIEDERICI III CAESARIS INVICTISS[IMI] ET MASSI /

MILIANI EIUS NATI INCLITI ROMANORUM REGIS CONSILIAR[IUS] AD S.D.N. INNO //

CENTIUM PAP[AM] VIII ORATOR ET NUNTIUS ATQUE REVER[ENDISSIMI] D[IVI] HERMANNI ARCHIPI[SCOPI] /

COLONIENSIS PRINCIP[IS] ELECTOR[IS] MAGIS[TER] CURIAE CONSILIAR[IUS] COMPLETA LEGATIONE EX RO[MA] DOMUM REGREDITUR //

OBIIT IN HAC INCLITA URBE VERONAE DIE X? AUG[UGUSTI] /

ANNO MCCCCXC CUIUS ANIMA REQUIESCAT IN PACE

(Anmerkung des Bearbeiters in Italienisch:) In piedi ancora queste parole:

PEREGRINORUM FAMILIA PIET[A] GRATIA HUNC MIHI SOLUM /

IN HOC SUO FACETO TUMULUM CONCESSIT MCCCCXC

Übersetzt: "Der edle und tatkräftige Herr von Bibra, ein vornehmer Ritter, der aus dem ostfränkischen Herzogtum stammt. Im Dienste des erlauchtigsten und siegreichen seligen Kaisers Friedrichs III. und seines weit bekannten Sohnes Maximilian war er Rat sowie auch Gesandter und Botschafter an Papst Innozenz VIII. Er fungierte aber auch als Hofmeister und Rat des seligen Erzbischofs von Köln, des Fürsten und Kurfürsten Hermann. Als er nach Beendigung seiner Gesandtschaft auf der Heimreise war, starb er in der berühmten Stadt Verona am 1?. August 1490. Seine Seele möge in Frieden ruhen. Anmerkung in Italienisch: Zu Füßen (des Ritters) finden sich noch diese Worte: Die barmherzige Gnade der Familie Pellegrini hat allein mir im Jahre 1490 dieses Grab in ihrer prächtigen Kapelle eingeräumt.

Familie von Bibra[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bibra (Adelsgeschlecht)

Wilhelm von Bibra war Mitglied der adeligen fränkischen Familie von Bibra. In seiner Familie gab es hohe kirchliche Würdenträger, die als Kirchenfürsten den Rang von Reichsfürsten erlangten, z.B. Konrad III. von Bibra, Fürstbischof von Würzburg (1540–1544). Auch der Halbbruder von Wilhelm, Lorenz von Bibra ist Fürstbischof von Würzburg in der Zeit von 1495 bis 1519 gewesen. Als solcher bemühte sich Lorenz von Bibra darum, weitere Familienmitglieder Ämter innerhalb seines Bistums Würzburg zukommen zu lassen. Heinrich von Bibra (1711-1788) war Fürstbischof und Abt in Fulda.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]