Wilton-Fijenoord

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Die niederländische Schiffswerft NV Dok en Werf Maatschappij Wilton-Fijenoord bestand von 1929 bis 1999. Das Unternehmen aus Schiedam betrieb Schiffbau und -reparatur, sowie Schiffsmaschinenbau. 1988 schloss die Neubauabteilung, die Schiffsreparatur wird als Damen Shiprepair Rotterdam BV fortgeführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln von Wilton-Fijenoord gehen auf die 1825 von Gerhard Moritz Roentgen und der Reederei Nederlandsche Stoomboot Maatschappij im Rotterdamer Süden gegründeten Schiffsmaschinenbaubetrieb Maatschappij voor Scheeps- en Werktuigbouw Fijenoord, bis 1895 Etablissement Fijenoord, zurück. Der Betrieb auf dem Gelände des ehemaligen Rotterdamer Pesthauses stellte Schiffsdampfmaschinen her. Rund dreißig Jahre darauf, 1854, gründete Bartel Wilton mit Unterstützung von Willem Ruys eine Schmiede. Wiltons Betrieb entwickelte sich, unter Umständen durch Einwirkung von Ruys, mehr und mehr von einer herkömmlichen zu einer Schiffbauschmiede, die 1875 schon 35 Mann beschäftigte. Im Jahr 1876 erwarb Wilton schließlich ein Gelände am Westseedeich Rotterdams, an dem er einen Hafen aushebt und eine Querhelling errichtet. Hier firmiert das 1895 mit einem Kapital von 300.000 Gulden gegründete Unternehmen als NV Machinefabriek B. Wilton. Später bennet sich der Betrieb in Wilton's Machinefabriek en Scheepswerf um. Fijenoord und Wilton entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten gut. Wilton verlegte seinen wachsenden Betrieb zwischenzeitlich nach Schiedam.

Wilton's Machinefabriek gründete 1921 eine Holding-Gesellschaft mit Anteilen im Wert von 25 Millionen Gulden und schloss 1927 eine Übereinkunft zur Zusammenarbeit mit der Maatschappij Fijenoord, bevor beide Unternehmen 1929 schließlich zur Dok- en Werfmaatschappij Wilton-Fijenoord fusionierten. 1938 erwarben Wilton-Fijenoord und die Nachbarwerft Rotterdamsche Droogdok Maatschappij gemeinsam den Mitbewerber Machinefabriek en Scheepswerf van P. Smit Jr. vom Rotterdamer Geschäftsmann D.G. van Beuningen. Diese Werft wurde nicht eingegliedert, sondern als selbständiges Unternehmen weitergeführt.

Nachdem die Rotterdamsche Droogdok Maatschappij am 4. März 1966 mit der Werft Koninklijke Maatschappij „De Schelde“ und der Motorenfabriek Thomassen zur Rijn-Schelde Machinefabrieken en Scheepswerven (RSMS) fusioniert waren, schloss sich Wilton-Fijenoord am 3. Juli 1968 auf Druck der Regierung dem Verbund an. Ebenfalls auf Regierungsdruck trat die in finanzielle Schieflage geratene Verolme Verenigde Scheepswerven (VVSW) aus Rotterdam zum 1. Januar 1971 der Gruppe bei, die daraufhin als Rijn-Schelde-Verolme Machinefabrieken en Scheepswerven (RSV) firmierte. Am 6. April 1983 ging die RSV in Konkurs.

Nach der Entflechtung des bankrotten Konzern übernahm die Gemeente Schiedam das Werftgelände, der niederländische Staat ermöglichte neue Kredite und die Werft ging als Dok en Werf Maatschappij Wilton-Fijenoord BV mit einer übergeordneten Holding hervor. Nicht zuletzt dank mehrerer Neubauorders der Koninklijke Marine bestand die Werft fort. 1987 erwarb die Wilton-Fijenoord Holding zunächst die Reparaturwerft Vlaardingen-Oost Bedrijven (VOB) und einen Monat darauf die Werft Verolme Botlek. Doch schon im Februar 1988 schloss die Neubauabteilung der Werft. 1994 erwarb die Wilton-Fijenoord Holding auch die Werft Verolme Scheepswerf Heusden. Nachdem das Unternehmen 1998 erneut in finanzielle Schieflage geraten war, wurde sie seinerseits von RDM Technology übernommen. Ein Jahr darauf fusioniert Wilton-Fijenoord mit der Reparaturwerft Yssel-Vliet-Combinatie zur Rotterdam United Shipyards und im Jahr 2003 übernahm die Damen Holding aus Gorinchem den Betrieb, zu dem sie bis heute gehört.

Weblinks[Bearbeiten]