Schiedam

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Gemeinde Schiedam
Flagge der Gemeinde Schiedam
Flagge
Wappen der Gemeinde Schiedam
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Cor Lamers
Sitz der Gemeinde Schiedam
Fläche
 – Land
 – Wasser
19,89 km²
18,18 km²
1,71 km²
CBS-Code 0606
Einwohner 76.406 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 3841 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 55′ N, 4° 24′ O51.9180555555564.3972222222222Koordinaten: 51° 55′ N, 4° 24′ O
Vorwahl 010
Postleitzahlen 3111–3125
Website www.schiedam.nl
Lage von Schiedam in den Niederlanden
Altes Stadthaus von Schiedam

Schiedam ( anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde der niederländischen Provinz Südholland und zählte am 1. Januar 2014 laut Angabe des CBS 76.406 Einwohner. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 19,89 km² und zu ihr gehören die Stadt Schiedam und das Dorf Kethel.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Schiedam liegt unmittelbar westlich von Rotterdam, ist aber nicht als dessen Vorort zu betrachten. Die Stadt ist durch Auto- und Eisenbahnen mit Delft und dem östlichen Nachbarn verbunden; seit 2002 gibt es auch eine U-Bahn-Verbindung nach Rotterdam. Westlich der Stadt liegt die Gemeinde Vlaardingen.

Die Stadt liegt am kleinen Fluss Schie und am Nieuwe Maas.

Schiedam hat einige Schiffswerften und andere mit dem Rotterdamer Hafen verbundene Unternehmen. Aber Spirituosen (Jenever) sind auch heute noch immer von Bedeutung für die Wirtschaft der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt entstand um 1250, als ein Herr Dirk (Dietrich) Bokel, der die umliegenden Polder besaß, das Schloss Mathenesse und im Fluss Schie einen Damm bauen ließ. Das Fischerdorf bekam 1262 eine Pfarrkirche. Der Graf von Holland, Floris V., verlieh dem Ort 1275 das Stadtrecht. Aber erst 75 Jahre später durfte Schiedam eine Stadtbefestigung bauen. Die Stadt kam nicht zu so großer Blüte wie die Nachbarin und Konkurrentin Rotterdam, da Schiedams Hafen immer wieder versandete.

Um 1590 erschienen die ersten Schnapsbrennereien in Schiedam. Dieses Gewerbe bestimmte Schiedams Wirtschaft bis etwa 1890, als der Umsatz dieser Getränke, unter anderem durch bessere Aufklärung über die Gefahren zu hohen Alkoholkonsums, rückläufig wurde. Die Periode zwischen 1890 und 1950 war eine Zeit der bitteren Armut in Schiedam, es gab ab und zu sogar Hungersnot (ein literarisches Zeugnis gibt der Roman Geert Maks Das Jahrhundert meines Vaters). Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte Schiedam aber von der Entwicklung des Rotterdamer Hafenbetriebs und das soziale Elend verschwand.

Bekannte Personen aus Schiedam[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Elendsviertel der Schiedamer Innenstadt sind durch Neubauten der Nachkriegszeit ersetzt worden. Aber es sind auch noch viele Monumente (Rijksmonument) erhalten geblieben, unter anderem durch eine rechtzeitige und sachkundige Restaurierung.

Das Stadtbild wird von den sechs klassischen, sehr hohen (alle größer 30 m) steinernen Windmühlen - darunter die 2011 neu errichtete Windmühle De Kameel - und einem Mühlenneubau von 2006 geprägt, von denen einige – auch die neue – besichtigt werden können. Die völlig neugebaute Mühle De Nolet, quasi eine Windkraftanlage (für die gleichnamige Brennerei) in der Hülle einer klassischen, runden Backsteingaleriewindmühle mit um 360° drehbarer Kappe und Flügelnachführung mit Steert, ist seit dem 3. März 2006 mit 43 m die höchste Windmühle der Welt (55 Meter bei senkrechter Flügelstellung). Die Malzmühle und Restaurant (in den unteren drei Stockwerken) De Noord von 1803 (der Vorgängerbau De Noort Moole von 1707 wurde abgerissen und danach als De Noord wegen besserer Windverhältnisse näher am Wasser wieder aufgebaut; die Gründungssteine beider Mühlen sind in die Außenwand eingelassen) hielt den Höhenrekord bis zur Fertigstellung von De Nolet mit 33,5 m. Im 19. Jahrhundert hatte Schiedam 20 dieser hohen Backsteinmühlen, die hauptsächlich Malz für die Brennereien und Bäckereiprodukte mahlten.

Die St. Janskerk (Johanniskirche) ist eine dreischiffige Hallenkirche, die 1425 erbaut wurde. Die Liduinakirche stammt aus 1881 und enthält Reliquien der Hl. Lidwina. Die Ruine von Schloss Mathenesse, einige stattliche Häuser an den Grachten und das Rathaus (1782) sind ebenfalls sehenswert.

Das Nationaal Jenever Museum an einer Gracht in der Innenstadt ist dem Schnaps gewidmet.

Das Städtische Museum zeigt die Lokalgeschichte und moderne Kunst, unter anderem Werke der CoBrA-Malergruppe.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schiedam – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande