XYZ-Analyse

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Die XYZ-Analyse ist ein Verfahren der Materialwirtschaft in der Betriebswirtschaftslehre, bei dem meist anhand von empirischen Erfahrungen, Ergebnisse von Stücklistenauflösungen oder durch die Ermittlung von variations- bzw. schwankungskoeffizienten Gütern und Artikeln einer Klassifikation bezüglich ihrer Umsatzregelmäßigkeit (Verbrauch und dessen Vorhersagbarkeit) zugeordnet werden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Artikel, die sehr regelmäßig und in einigermaßen konstanten Stückzahlen verkauft werden (z. B. Energiesparlampen), werden als X-Artikel bezeichnet, während die Z-Klasse solche Artikel beinhaltet, deren Verkauf sehr unregelmäßig oder sogar stochastisch verläuft (wie z. B. Ersatzteile). Bisweilen wird die XYZ-Analyse auch als RSU-Analyse bezeichnet, mit R für regelmäßig, S für saisonal/trendförmig und U für unregelmäßig.

Zusammengefasst gestalten sich Klassen wie folgt:

X
konstanter Verbrauch, Schwankungen sind eher selten
Y
stärkere Schwankungen im Verbrauch, meist aus trendmäßigen oder saisonalen Gründen
Z
völlig unregelmäßiger Verbrauch

Die XYZ-Analyse wird in der Material Requirement Planning (Materialbedarfsplanung), aber auch in der Planung der Lagerhaltung und in der Kalkulation angewendet. Dabei wird sie oftmals mit der ABC-Analyse verbunden. Diese Kombination wird auch als ABC/XYZ-Analyse bezeichnet.

Definitionen[Bearbeiten]

Das xyz-Kriterium wird anhand des Verbrauchsverhaltens des entsprechenden Artikels bestimmt [1]. Als Datenbasis für die Berechnung werden oft die Materialbewegungstabellen aus dem ERP-System verwendet (Beispiel SAP: Tabelle MSEG und Tabelle MKPF). In diese Systemtabellen werden die Materialbuchungen geschrieben. Meist werden die Warenausgänge (erkennbar an der Bewegungsart) für die xyz-Analyse verwendet. Dabei sollte der Betrachtungszeitraum mindestens ein Jahr umfassen.

Berechnet wird das xyz-Kriterium mithilfe des Mittelwertes des Verbrauches, sowie dessen Standardabweichung. Den daraus gebildete Quotient nennt man Variationskoeffizient.

Für die Festlegung der xyz-Grenzen werden oft die folgenden Werte des Variationskoeffizienten (VK) verwendet:[2]

x-Teile
VK = 0 bis 25 %
y-Teile
VK ≥ 25 % bis 50 %
z-Teile
VK ≥ 50 %

Oft findet man auch die sogenannten, sporadischen "zz-Teile", deren Gesamtverbrauchsmenge im Betrachtungszeitraum an einem Tag ausgefasst wurden.

Sichtweisen[Bearbeiten]

Für eine qualitativ gute Aussage des Verbrauchsverhaltens bieten sich zwei Sichtweisen an:

  1. Das Entnahmeverhalten über der Zeitachse
  2. Das Schwankungsverhalten der Entnahmemengen je Buchung / Vorgang

Beim Entnahmeverhalten über der Zeitachse werden die Anzahl der Buchungstage je Monat gezählt und die Schwankungen über dem Betrachtungszeitraum gemäß der obigen Definition bewertet.

Beim Entnahmemengenverhalten erfolgt die Bewertung hinsichtlich der Mengentreue.

Beispiel:

  • x–x: das Material wird regelmäßig mit einer hohen Mengentreue verbraucht.
  • x–z: das Material wird regelmäßig mit einer starken Mengenschwankung verbraucht.

Bemerkungen und Fehlerquellen[Bearbeiten]

Je nach Branche müssen gegebenenfalls die xyz-Grenzen angepasst werden.

Da die Auswertung auf einer Materialbewegungstabelle beruht, muss im Vorfeld die Datenbasis auf "Buchungsrituale"[3] hin untersucht werden (siehe Einzelnachweise). Ein typisches Buchungsritual wäre das zeitversetzte oder gebündelte Buchen (z.B. Sammeln der Materialbelege über die Woche und Abbuchen an einem bestimmten Tag). Dadurch werden die Verbräuche verfälscht und das Ergebnis der Auswertung falsch interpretiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto- von- Guericke Universität, Magdeburg: xyz-Analyse. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  2. Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml), Technische Universität München: xyz-Analyse Abgerufen am 18. Juni 2010.
  3. T&O: Struktur in der Materialwirtschaft Abgerufen am 18. Juni 2010.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]