Zeitzonen in China

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die geographische Ausdehnung Chinas umfasst fünf Zeitzonen. Offiziell verwenden die gesamte Volksrepublik China, inklusive des Festlandes, Hongkong und Macao, und die Republik China aber nur eine Zone, UTC+8.

Namen der Zeitzonen[Bearbeiten]

Obwohl alle öffentlichen Stellen in der Region mit der gleichen Zeit arbeiten, wird aus historischen und politischen Gründen zwischen verschiedenen Zeitstandards mit unterschiedlichen Namen unterschieden:

  • Im Festland von China, unter der Verwaltung der Volksrepublik China, wird die Standardzeit Peking-Zeit oder chinesische Standardzeit genannt. Eine Sommerzeit galt von 1986 bis 1991.
  • Das Territorium unter dem Einfluss der Republik China, also beispielsweise die Inseln Taiwan, Penghu, Quemoy und Matsu liegt in der Chungyuan-Standardzeitzone (UTC+8), die auch als Nationale Standardzeit oder Taiwan-Zeit bekannt ist.
  • In Hongkong wird die Zeitzone Hongkong-Zeit genannt.
  • In Macao ist die Bezeichnung Macao-Standardzeit gebräuchlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zeitzonen in China 1912–1949 mit der Ausrichtung UTC+5:30, UTC+6, UTC+7, UTC+8, UTC+8:30

Zeitzonen wurden in China offiziell erstmals 1912 eingeführt. Das Land wurde in fünf Zonen, namentlich GMT+5.5, GMT+6, GMT+7, GMT+8 und GMT+8.5 eingeteilt. Zuvor gab es keine feste Konvention und die Zeitmessung war von astronomischen Beobachtungen in den Hauptstädten der Dynastien abhängig.

Nach dem chinesischen Bürgerkrieg 1949 übernahm die Kommunistische Partei Chinas die Macht in Festlandchina. Die zuvor regierende Kuomintang zog nach Taipei und übte dort die Kontrolle über Taiwan und andere Inseln aus. Die kommunistische Volksrepublik China führte eine gemeinsame Zeitzone (UTC+8) für das gesamte beanspruchte Territorium ein. Auch die Kuomintang in der Republik China (Taiwan) legten hierbei UTC+8 als Zeitbasis fest. Mit anderen Worten: Es gab zwei unterschiedliche politische Systeme, aber beide benutzten eine gemeinsame Zeitzone.

Zeitzone Taiwans seit 1949[Bearbeiten]

Einige Befürworter der Unabhängigkeit Taiwans haben vorgeschlagen, Taiwans Zeit um eine Stunde vorzustellen, um dadurch auf Taiwans Eigenständigkeit gegenüber China hinzuweisen. Die Gegner dieses Vorschlages führen an, dass dies stattdessen auf den japanischen Kolonialismus hinweist, da die japanische Zeit ebenfalls eine Stunde vor der chinesischen liegt.

Zeitzone Hongkongs und Macaos[Bearbeiten]

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1997 bzw. 1999 waren Hongkong und Macao Kolonien des Vereinigten Königreichs bzw. Portugals.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong innerhalb der Volksrepublik China gilt ganzjährig UTC+8. Somit hat Hongkong die gleiche Zeit wie der Rest Chinas. 1904 wurde die Greenwich Mean Time als Basis festgelegt. UTC wird als Standard seit 1972 benutzt. Zuvor wurde die örtliche Zeit durch astronomische Beobachtungen im Hong Kong Observatory mit einem 6 Zoll Lee Equatorial und einem 3 Zoll Transit Circle festgestellt.

Die Macao-Standardzeit ist der Zeitstandard in der Sonderverwaltungszone Macao der Volksrepublik China. Wie im Rest von China gilt das ganze Jahr über UTC+8. Ähnlich wie in Hongkong gab es in der Vergangenheit eine Sommerzeit. Wegen der geographischen Breite Macaos ist sie jedoch unnötig.

Zeitsprung an der Grenze zu Afghanistan[Bearbeiten]

Wegen der universalen Zeit für ganz China, auch für die westlichsten Provinzen, kommt es dazu, dass ein Reisender, der die Grenze von VR China nach Afghanistan überschreitet, die Uhr um 3,5 Stunden zurückstellen muss. Dieser Wert wird sonst nirgends an irgendeiner Zeitzonengrenze erreicht. Faktisch spielt dieser Umstand bislang jedoch keine wesentliche Rolle, da Afghanistan mit dem Wakhan-Korridor nur eine 56 km lange Grenze mit China hat, die zudem über einen Gebirgspass führt und nur mit Eseln und anderen Tragtieren gequert werden kann.

Weblinks[Bearbeiten]

Für die Zeitmessung zuständige Behörden: