Zinkphosphatzement

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Zinkphosphatzement ist ein in der Zahnmedizin genutzter Zement, der mit Pulver (Zinkoxid und 10 % Magnesiumoxid) und Flüssigkeit (Orthophosphorsäure H3PO4) angerührt wird und nach Abbindung ein kristallines Zinkphosphat ergibt. In der Zahnmedizin dient der Zement zur Befestigung von Kronen und als Unterfüllung.

Verarbeitung[Bearbeiten]

Für die zahnmedizinische Verarbeitung wird eine trockene, saubere Glasplatte und ein Stahlspatel benutzt. Die Verarbeitungstemperatur soll bei Raumtemperatur liegen (18–20 °C).

Für die Befestigung wird eine sahnige Konsistenz gefordert, damit die Krone oder Brücke sich sicher auf die präparierten Zähne drücken lässt.

Das Anmischverhältnis von Pulver zu Flüssigkeit ist abhängig vom Feinheitsgrad der Mahlung (Korngröße) des Pulvers und des Wassergehalts der Säure. Als Unterfüllung sollte der Zement als Kitt verarbeitet werden, also mit mehr Pulver angerührt werden. Durch Stopfdruck lässt sich der Kitt in kleinste Hohlräume pressen, ohne Lufteinschlüsse. Auf Trockenheit des Zahns ist zu achten.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Klebefähigkeit am Zahn, am Metall, oder auch an Zirconiumoxid schätzen die Zahnärzte hoch ein, trotz der starken Säure, die das Zahnmark (bzw. den Zahnnerv) während der Abbindephase schädigen kann. Zinkphosphatzement besitzt die höchste Adhäsion von allen konventionellen Befestigungszementen.

Herstellung[Bearbeiten]

Das rote Zinkoxid wird mit Flussmittel zu einem festen Klinker gebrannt, dann zu Pulver gerieben und an der Luft oxidiert (geröstet). Dem dann weißen Pulver werden Metalloxide (Eisen- und Manganoxid) beigemischt, um eine Zahnfarbe zu erreichen. Die Phosphorsäure wird durch Kalziumphosphat-haltige Mineralien mittels Schwefelsäure gewonnen.

Weblinks[Bearbeiten]