Ísleifur Gissurarson

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Ísleifur Gissurarson (* 1006; † 5. Juli 1080) war der erste Bischof von Island und Grönland.

Christianisierung von Island[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1000 übernahm die damalige Republik Island das Christentum per Parlamentsbeschluss als Staatsreligion. Die Christianisierung war durch die mitgebrachten irischen Sklaven und deren Einfluss eingeleitet und durch die Aussendung von Missionaren im 10. Jahrhundert verstärkt worden.

Ausbildung und Weihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ísleifur Gissurarson, der Sohn von Þórdís Þóroddsdóttir und Gissur Teitsson aus dem Mosfellingar-Clan erhielt seine kirchliche Ausbildung im ostwestfälischen Herford und wurde 1056 vom Bremer Erzbischof Adalbert zum ersten Bischof von Island und Grönland geweiht.[1]

Skálholt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ließ sich auf dem südisländischen Gut Skálholt nieder, wo seine Familie Grund besaß, und gründete dort auch die erste isländische Schule. Gleichzeitig übernahm er auch das Godentum von seinem Vater.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Ehefrau war Dalla Þorvaldsdóttir. Mit dieser hatte er drei Söhne, Þorvaldur, Teitur und Gissur, welcher nach dem Tod seines Vaters das Bischofsamt übernahm. Einer seiner Schüler war Jón Ögmundarson, der später als Bischof von Hólar wirkte.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ísleifur am 5. Juli 1080 in Skálholt starb, hatte er dort 24 Jahre lang den Bischofsstuhl innegehabt.[2]

Sein Sohn Gissur Ísleifsson folgte ihm im Amte nach.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Köhne: Bischof Isleif Gizurarson, ein berühmter Schüler des Stifts Herford. Kirchliche Verbindungen zwischen Deutschland und Island im 11. Jahrhundert. In: Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. Band 67, 1970, S. 1–38.
  • Helge bei der Wieden: Bischof Isleif Gissurarson und seine Erziehung in Herford. In: Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford. Band 15, 2008, S. 55–61.
  • Saga Biskupsstólanna. Hólar 2006.
  • Ekkart SauserÍsleifur Gissurarson. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 18, Bautz, Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7, Sp. 704.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. http://www.archive.org/stream/hungurvakasiveh01lagoog#page/n51/mode/1up Hungrvaka, S. 51, abgerufen: 28. Juli 2010
  2. Íslendingabók, Kafli 9, abgerufen: 18. Juli 2010
Island Anmerkung: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.