Ölpapier

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Wachspapier für den Haushalt

Als Ölpapier (auch Wachspapier) bezeichnet man ein meistens holzfreies Papier, das mit weißem Wachs, Paraffin oder Ceresin getränkt worden ist. Im 19. Jahrhundert wurde auch Schweineschmalz oder Öl zur Herstellung verwendet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Entwicklung des Wachspapiers gibt es widersprüchliche Angaben. Einige Quellen benennen Thomas Alva Edison als Erfinder des Wachspapiers (paraffin paper zwischen 1872 und 1876),[2] wohingegen andere Quellen behaupten, Gustave Le Gray hätte das Wachspapier 1851 erfunden.[3]
In der Literatur lassen sich aber auch Hinweise finden, dass das Wachspapier bereits vor den genannten Daten z. B. in der Pharmazie verwendet wurde, wodurch die Erfinderfrage nicht klar belegt ist.

Verwendungszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wachspapier ist wasser- und aromadicht. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es zum Verpacken von stark riechenden Stoffen genutzt, und solchen, die nicht austrocknen sollen. Im Bereich der Verpackung von Lebensmitteln („Brotpapier“) ist Wachspapier (Butterbrotpapier) weitgehend durch Brotdosen oder Cellophan verdrängt worden. Aufschnitt oder Hamburger werden häufig in so genanntem Fettpapier verpackt. Spezielles Backpapier ist zudem hitzebeständig.

Wachspapier findet Verwendung bei feuchtigkeitsempfindlichen Stoffen, wie zum Beispiel Metallen. Rasierklingen werden in einseitig beschichtetem Wachspapier verpackt. Ebenso werden metallische Ersatzteile in der Kfz-Industrie oder im Maschinenbau, die unter Umständen längere Zeit gelagert werden müssen, durch Wachspapier (hier allerdings Ölpapier genannt) vor Feuchtigkeit geschützt.[4]

In der Fotografie wurde das Wachspapier im Februar 1851 durch Gustave Le Gray eingeführt.[5]

Im Baubereich wird Wachspapier verwendet, um eine Trennschicht zwischen gegeneinander verschieblichen Materialien (etwa zwischen Bodenbelag und Unterboden) oder um eine luftdichte Ebene herzustellen, sowie als Rieselschutz oder um einen gewissen (temporären) Schutz vor Dampfdiffusion (Dampfbremse) und Feuchtigkeit zu erreichen. Inzwischen werden zu diesem Zweck meist Folien mit speziellen Eigenschaften verwendet.

Im 19. Jahrhundert wurde Wachspapier zur Herstellung von Fußbodentapeten zum Auslegen der Räume verwendet.[6] Früher gab es auch wasserfeste Baupapiere und -pappen, welche durch die Zugabe von Harzen wie Kolophonium (englisch red rosin paper) bessere Festigkeitseigenschaften erreichten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Ölpapier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Ölpapier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Mohr: Lehrbuch der pharmaceutischen Technik. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Vieweg, Braunschweig 1866, S. 457 (books.google.ch).
  2. thomasedison.com.
  3. Erfindungen die Edison nicht gemacht hat (Memento des Originals vom 22. Februar 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/m4th.com (englisch).
  4. tis-gdv.de
  5. Wachs / Wachsen oder Paraffinieren / Wachspapier (Memento vom 28. Juli 2007 im Internet Archive)
  6. R. Zehentner: Die Entwicklung der Tapetenherstellung. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) Denkmalpflege Informationen. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 1986