AB3ü Bay 04

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AB3ü Bay 04 / BC3i Bay 04/33
Anzahl: 10
Hersteller: Rathgeber
Baujahr(e): 1904
Gattung: AB3ü (BC3i)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 14.074 mm
Länge: 12.850 mm
Höhe: 4.000 mm
Breite: 3.000 mm
Fester Radstand: 2 × 4.625 mm
Bremse: Handbremse
Zugheizung: Dampf
Kupplungstyp: Schraubenkupplung
Sitzplätze: 6 / 18
12 / 12
Klassen: 1. und 2.
2. und 3.
Ansichten des AB3ü Bay 04 nach Blatt 071

Der AB3ü Bay 04 war ein dreiachsiger Durchgangswagen mit Seitengang der 1. und 2. Klasse, der mit der Blatt-Nr. 071 für die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) zum Einsatz im Schnellzugverkehr gebaut wurde. Mit dem Umbau 1933 wurde der Faltenbalg entfernt, die Klassenzuordnung geändert und die Wagen wurden zu BC3i Bay 04/33 umgezeichnet. Für den Übergang zu benachbarten Bahnen in Österreich, der Schweiz und Italien erhielten die Wagen entsprechende Signalhalter.

Konstruktive Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergestell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rahmen der Wagen bestand komplett aus Eisen und war aus Walzprofilen zusammengenietet. Die äußeren Längsträger hatten eine U-Form mit nach außen weisenden Flanschen. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 650 Millimetern, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 Millimetern.

Laufwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wagen hatten genietete Fachwerkachshalter aus Flacheisen mit der kurzen, geraden Bauform. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslager. Die Räder hatten Speichenradkörper, das mittlere Rad war seitlich verschiebbar. Die mittlere Achse wurde ebenfalls gebremst.

Bremse: Handbremse im geschlossenen Übergang an einem Wagenende. Für die Übergangsfähigkeit auf fremde Bahnen wurden alle Wagen sowohl mit Westinghouse- als auch mit Saugluftbremsen (z. B. für Österreich) ausgerüstet.

Wagenkasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren glatt. Die Wagen besaßen ein gewölbtes Dach ohne Oberlichtaufbau.

Der Innenraum hatte insgesamt vier- und ½ Abteile mit gepolsterten Sitzbänken, die zum Seitengang mit Schiebetüren abgeschlossen waren. Das halbe Abteil der 1. Klasse hatte 2, das Vollabteil 4 Sitzplätze. Die Abteile der 2. Klasse hatten jeweils 6 Sitzplätze. Die Reihung der Abteile war von der Bremserseite aus gesehen: I, I, II, II, II. Der Wagen hatte 1 Abort, welcher sich an dem der Bremserseite gegenüberliegenden Wagenende befand. Die Sitze der 1. Klasse konnten zu Schlaflagern umgebaut werden.

Zur Beheizung verfügten die Wagen über eine Dampfheizung.

Die Belüftung erfolgte über Dachlüfter bzw. über die versenkbaren Fenster.

Die Beleuchtung erfolgte durch Gaslampen. Die zwei Vorratsbehälter hingen in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Mit dem Umbau 1933 erhielten die Wagen eine elektrische Beleuchtung.

Bemerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Umbau 1933 wurden die Faltenbälge entfernt. Die Abteile der 1. Klasse wurden ohne Änderung der Sitzaufteilung zu solchen der 2. Klasse umgebaut. Zwei Abteile der 2. Klasse wurden mit Holzbänken ausgestattet und zu Abteilen der 3. Klasse. Insgesamt wurden so zehn Wagen zu BC3i Bay 04/33 umgebaut.

Wagennummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herstelldaten Wagennummern je Epoche
Gattungszeichen (mit Direktionsangaben)
Zusatzinfos
Blatt Nr.
WV 1913
Bau-
jahr
Her-
steller
Anz. ab 1909
(1907)
Abg.
Reparat.
DR
(ab 1923)
DRG
(ab 1930)
DRG
(nach Umbau)
Ausge-
mustert
Bremsen Signal-
halter
Bemerkung
ABü AB3ü Bay 04 AB3ü Bay 04 BC3i Bay 04/33 (siehe
Legende)
AT CH IT
71 1904 Rathgeber 10 1362 29 023 Mü 13 240 Mü 13 240 Mü xx/193x Pl;Wsbr
Hnr;Ahbr
X X X
1363 29 024 Mü 13 241 Mü 13 241 Mü 01/1951 Altschadwagen
1364 29 025 Mü 13 242 Mü 13 242 Mü 07/1956 ab 1955 bei DB Nummer 38 012 Mü
1365 29 026 Mü 13 243 Mü 13 243 Mü 11/1951 Altschadwagen
1366 29 027 Mü 13 244 Mü 13 244 Mü 12/1956 ab 1955 bei DB Nummer 91 051 Au
1367 29 028 Mü 13 245 Mü 13 245 Mü 1945 ?
1368 29 029 Mü 13 246 Mü 13 246 Mü 06/1959 ab 1955 bei der DB Nummer 91 052 Au
1369 29 030 Mü 13 147 Mü 13 147 Mü 1945 ?
1370 29 005 Nür 13 248 Nür 13 248 Nür 10/1955 ab 1955 bei DB Nummer 91 053 Nür
1371 29 006 Nür 13 249 Nür 13 249 Nür 05/1950 Altschadwagen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alto Wagner: Bayerische Reisezugwagen. 1. Auflage. Kiruba Verlag, Mittelstetten 2015, ISBN 978-3-945631-00-3.
  • Emil Konrad: Die Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen. 1. Auflage. Franckh'sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart 1984, ISBN 3-440-05327-X.
  • Wagenpark-Verzeichnis der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen nach dem Stande vom 31. März 1913.