Abén Humeya

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Abén Humeya (arabisch محمد بن أمية Muhammad ibn Umayya, DMG Muḥammad b. Umaiya) (* 1520 in Válor; † 20. Oktober 1569 in Láujar de Andarax) war der letzte maurische König in den andalusischen Alpujarras zur Zeit des Moriskenaufstandes von 1568.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abén Humeya entstammte einer angesehenen maurischen Familie, die sich auf die Umayyadendynastie von Córdoba zurückführte und während der Reconquista zum Christentum zwangskonvertiert wurde. Daher trug er den christlichen Geburtsnamen Fernando de Córdoba y Válor. Er war Mitglied des Stadtrats von Granada.

Die Unterdrückung der Morisken führte 1568 zu einem letzten Moriskenaufstand im Alpujarragebiet. Zu Weihnachten 1568 erhoben sich die Kryptomuslime des früheren Emirats von Granada und ermordeten die christlichen Einwohner der Dörfer in den Alpujarras. Abén Humeya machte sich zu ihrem Anführer und wurde zum König proklamiert. Im Februar 1569 ließ er sich in einem Olivenhain in Cádiar krönen. Abén Humeya holte Türken, Korsaren und Barbaresken zur Unterstützung ins Land. Er misstraute ihnen jedoch und unterstellte sie seinem Cousin Abén Aboo. Feinde machte er sich auch, weil er sich zusätzlich zu den vier Frauen, die er nach seiner Erhebung zum König geheiratet hatte, weitere Frauen nahm.

Im Oktober desselben Jahres fiel er in Láujar de Andarax, östlich von Ugijar, einer Verschwörung zum Opfer. Sein Gegner Johann von Österreich ließ seinen Leichnam später nach Guadix überführen. Abén Aboo wurde sein Nachfolger als Anführer der Morisken.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der spanische Dramatiker Francisco Martínez de la Rosa (1787–1862) verfasste das historische Drama Aben Humeya ó La rebelion de los moriscos,[1][2] das 1830 zunächst in Frankreich uraufgeführt wurde und 1836 seine spanische Erstaufführung erlebte.

In Purchena (Provinz Almería) werden seit 1993 jährlich im August die Juegos Moriscos de Abén Humeya als touristisches Event veranstaltet, bei denen die Moriskenkämpfe als sportliche Wettkämpfe nachgespielt werden.[3][4][5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aben-Humeya auf Wikisource (spanisch)
  2. D. F. Martinez de la Roza: Aben Humeya ó La rebelion de los moriscos: drama historico. Jules Didot, Paris 1830 (Biblioteca Digital Hispánica der Spanischen Nationalbibliothek).
  3. José Acosta Montoro: De Olimpia a Purchena (Prólogo de Juan Antonio Samaranch a la 1.ª Edición). Ayuntamiento de Purchena, Almería 1997, ISBN 84-8176-285-7.
  4. Bertomeu LLorens Peset: Fiesta en Purchena: Los Juegos Moriscos de Abén Humeya en la obra del compositor estadounidense Albert Hay Malotte. Ayuntamiento de Purchena, Almería 2013. D.L. AL-714-2013.
  5. Juegos Moriscos Aben Humeya, Purchena, abgerufen am 14. Juni 2017