Christi Himmelfahrt (Kempten)

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Christi-Himmelfahrts-Kirche in Kempten

Die katholische Kirche Christi Himmelfahrt ist ein kubischer Stahlbetonskelettbau aus Fertigteilen in der Art eines Zweckbaus mit verglaster Fassade in Kempten (Allgäu). Der Bau wurde in den Jahren 1969 bis 1971 nach Plänen des Architekten Robert Gerum errichtet und steht unter Denkmalschutz.[1] Die 1971 fertiggestellte Kirche ersetzte die 1973 abgebrochene, am Illerufer gelegene Kirche Christi Himmelfahrt von Andor Ákos.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgebrochene Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die abgebrochene Kirche Christi Himmelfahrt mit dem Turm der St. Mang-Kirche im Hintergrund

Die erste Kirche wurde als Notkirche an der früheren St.-Mang-Brücke in den Jahren 1926/27 in einfacherer Form als ursprünglich geplant[2] erbaut, nachdem die Finanzkrise und die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg die vom Kirchbauverein gesammelten Gelder vernichtet hatte. 1965 gestaltete man den Innenraum im Zuge der Liturgiereform um. Im Jahr 1973 wurde die Kirche abgerissen.

Sie war die Pfarrkirche der 1931 neugeschaffenen Kemptener Stadtpfarrei Christi Himmelfahrt. Die Kirche wurde 1971 durch die neue ersetzt. Aus der Pfarrei Christi Himmelfahrt entstand 1963 die Tochterpfarrei St. Ulrich, die 1964 zur Stadtpfarrei für Kempten-Ost erhoben wurde.[3]

Neue Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau der neuen Kirche wurde in den Jahren 1969 bis 1971 nach Plänen des Architekten Robert Gerum errichtet. Die Kirche war zeitweise wegen baulicher Mängel geschlossen. Seit 2010 war sie wieder zugänglich.

Seit 1. September 2011 ist die vormals eigenständige Stadtpfarrei als Filialgemeinde der Gemeinde der Stadtpfarrei St. Lorenz angegliedert.[1][4]

Mit der Auflösung der Pfarrei Christi Himmelfahrt ergaben sich Möglichkeiten für eine neue Nutzung der Gebäude im Freudental. Seit 2016 läuft der Umbau zum Kirchlich-sozialen Zentrum Christi Himmelfahrt. Die Wiedereröffnung soll Ende 2017 stattfinden.[5]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Seitenkapelle der neuen Kirche steht der Hohenthanner Altar, der aus der Burgkapelle der Burg Hohentann stammen soll: Das spätgotische Altarwerk wurde in der neuen Christi-Himmelfahrts-Kirche im Freudental in einer eigens dafür geschaffenen Kapelle aufgestellt. Der Flügelaltar, der davor im Chor der alten Kirche stand, gilt als ein Werk des Memminger Malers Ivo Strigel. Im Laubwerk dieses Altars befindet sich die Datierung 1513. Unter dem Maßwerk des Schreins steht zwischen den Figuren des hl. Benedikts und des hl. Wolfgangs eine plastische Darstellung der Schutzmantelmadonna, die um 1420/30 entstanden sein soll. Im Aufsatz des Schreins befindet sich zwischen zwei Armbrustschützen eine Plastik des hl. Sebastians. Die Gemälde auf den Innenflügeln zeigen den hl. Valentin sowie den hl. Einsiedler Antonius. Auf den Außenflügeln sind die Heiligen Margarethe und Ottilie abgebildet, an der Predella das Schiff der hl. Ursula.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Wut der Katholiken. Artikel in der Augsburger Allgemeinen vom 1. Februar 2012.
  2. Dieter Weber: Oberleutnant Andor Ákos 17. Juli 1893 – 1. Juli 1940. Architekt – Künstler – Maler (online)
  3. Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung der Stadtpfarrgemeinde Christi Himmelfahrt Kempten (Hrsg.): 80 Jahre Stadtpfarrei Christi Himmelfahrt – 40 Jahre Pfarrzentrum. 1. Auflage. Selbstverlag, Kempten 2011, S. 8 f.
  4. Endgültig: Diözese löst Pfarrei Christi Himmelfahrt in Kempten auf. all-in.de, Meldung vom 25. Mai 2011.
  5. http://www.f64architekten.de/projekte/sortiert/chronologisch//////detail/umnutzung-umbau-und-sanierung-der-kirche-christi-himmelfahrt-mit-kindergarten-in-kempten/
  6. Michael Petzet: Stadt und Landkreis Kempten. 1. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 1959, S. 20 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christi Himmelfahrt (Kempten) – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 47° 43′ 23″ N, 10° 19′ 7″ O