Leinen (Fahrsport)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Achenbachleine)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Leinen sind das wichtigste – und einzige ständige – Hilfsmittel zum Steuern eines Pferdewagens oder einer Kutsche im Fahrsport.

Sie entsprechen den Zügeln beim Reiten. Sie bestehen (üblicherweise) aus Lederriemen und Schnallen (manchmal auch Schlaufen). Die Leinen sind in der Regel 2,0 bis 2,4 cm (im Turniersport 1,8 cm) breit und aus hochwertigem Kernleder hergestellt.

Es gibt verschiedene Leinensysteme, ein gebräuchliches ist die Achenbachleine.

Achenbachleine oder Kreuzleine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Leinensystem, entwickelt von Benno von Achenbach. Es ermöglicht das Fahren von mehreren Pferden gleichzeitig mit effektiv nur einem Leinenpaar in den Händen. Außerdem ermöglicht es durch seine besonderen Verschnallungsmöglichkeiten den Ausgleich verschiedenen Temperaments und Körperbaus von jeweils nebeneinanderlaufenden Pferden bei Zwei- und Mehrspännern. Das Achenbachsystem wird im deutschen Fahrsport gelehrt.[1]

Achenbach selbst nannte seine Leinen „Kreuzleinen“.

Die Achenbachleine wir aus drei Gründen auch Leine 22 genannt:

  • Achenbachs Lehre wurde 1922 in die Heeresvorschriften aufgenommen
  • Auf jedem Verschnallstück sind 11 Löcher, also insgesamt 22.
  • Außerdem besteht sie aus 22 benennbaren Einzelteilen. Schnallstück, Mittelstück mit 22 längsovalen Löchern und Handstück (Außenleine). Schnallstück und Mittelstück (Innenleine) = 5 Teile × 2 Leinen = 10 Teile, 4 Gebissschnallen, 2 Kreuzschlaufen, 2 Kreuzschnallen, 2 Leinenschoner und endlich Schnalle und Strippe an den Handstücken = 22 benennbare Teile.

Zupfleine oder Stoßzügel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zupfleine, oder in Bayern Stosszügel, wird vor allem bei der Arbeit, also beim Holzrücken oder beim Pflügen eingesetzt. Bei einer Zupfleine sind beide Leinen, die vom Gebiss ausgehen auf Höhe des Widerrists zusammengeschnallt, so dass nur eine Leine in der Hand ist und eine Hand frei bleibt für die Arbeit.[2][3] Die Richtung wird durch Stimmhilfen, den Fuhrkommandos, angegeben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Fahlehre, Christian Lamparter, 1991, FN Verlag, ISBN 3885425033
  2. Kreuzzug gegen Kreuzzügel, Der Spiegel, 01.04.1953
  3. Video zur Zupfleine