Adagio (Musik)

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Adagio ist eine der ältesten musikalischen Tempobezeichnungen, die schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts aufkam. Adagio bedeutet im Italienischen "bequem, behaglich", hat aber für die Musik im Laufe der Zeit die Bedeutung von langsam, ja sehr langsam (doch nicht so langsam wie largo) erhalten, besonders in Deutschland, während in Italien infolge des Wortsinnes auch heute noch adagio mehr dem gleichkommt, was wir unter Andante verstehen. In der Barockmusik, z. B. bei Händel, bedeutet adagio eine Verlangsamung von Largo.

Die Bezeichnung adagio kommt sowohl innerhalb eines Tonstücks für wenige Noten als auch zu Anfang eines Satzes als Tempobestimmung für dessen ganze Dauer vor, so dass man gewöhnlich unter einem Adagio auch einen ganzen Satz einer Sonate, Sinfonie oder eines Quartetts usw. versteht. Gewöhnlich ist das Adagio der zweite Satz, doch sind Ausnahmen nicht selten (9. Sinfonie von Beethoven und seither öfter); man nennt einen solchen Satz auch dann ein Adagio, wenn er einen bewegteren Teil (Andante, Piu mosso u .dgl.) enthält.

Der Superlativ Adagissimo, „äußerst langsam“, ist selten. Die Diminutivform Adagietto bedeutet: ziemlich langsam, d. h. nicht so langsam wie Adagio; als Überschrift kennzeichnet sie gewöhnlich ein langsames Sätzchen von kurzer Dauer (kleines Adagio).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]