Afrika-Rat

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Der Afrika-Rat – Dachverband afrikanischer Vereine und Initiativen Berlin-Brandenburg e. V. ist eine deutsche Organisation, die sich für die Belange von Menschen afrikanischer Herkunft einsetzt.

Der Verein wurde am 28. Mai 2005 gegründet. Er entstand als Dachorganisation afrikanischer Vereine in Berlin und Brandenburg. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich dabei um die erste Dachorganisation afrikanischer Vereine und Organisationen in Deutschland. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde der Afrika-Rat durch die Deklaration von so genannten „No-Go-Areas“ im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein versteht sich als eine Interessenvertretung der afrikanischen Diaspora. Neben der Förderung des Austausches und der Zusammenarbeit innerhalb der afrikanischen Gemeinschaft in Berlin und Brandenburg steht die „Beseitigung des spezifischen Rassismus gegenüber AfrikanerInnen und Menschen afrikanischer Herkunft auf individueller, struktureller und institutioneller Ebene“ im Mittelpunkt der Ziele und Aktivitäten des Afrikarates.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kampf gegen Rassismus und der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands in Afrika. So forderte der Rat zum Beispiel 2005 aus Anlass des Maji-Maji-Aufstandes von 1905 die Bundesregierung auf, „sich der Verantwortung gegenüber Deutschlands kolonialer Vergangenheit zu stellen.“ Neben der Öffentlichkeitsarbeit durch Pressemitteilungen ist der Rat aber auch durch Standaktionen und Veranstaltung von öffentlichen Festen präsent.

Zusammen mit der Internationalen Liga für Menschenrechte machte der Verein auch während der Fußballweltmeisterschaft 2006 auf den alltäglichen Rassismus in Deutschland aufmerksam. Es existierten noch immer Gegenden in Berlin und Brandenburg, „in denen Menschen mit sichtbar afrikanischer Herkunft einem hohen Risiko rassistisch motivierter Gewalt ausgesetzt sind.“ Die Bezeichnung dieser Gegenden als „No-Go-Areas“ für Menschen afrikanischer Herkunft weckte die Aufmerksamkeit der internationalen Presse, und der Verein kam so unerwartet zu großer Medienpräsenz.[1]

Nach eigenen Angaben befindet sich der Verein in einer Konsolidierungsphase.[2]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dem Afrika-Rat zusammengeschlossen haben sich rund 50 Vereine und Initiativen aus Berlin und Brandenburg. Darunter Afrikanische Fraueninitiative e.V., ADEFRA - Schwarze Frauen in Deutschland e.V., der Global Afrikan Congress (Deutschland), die Initiative schwarze Menschen Deutschland e.V. sowie das Panafrikanisches Forum e.V. und zahlreiche Migrantenorganisationen und Communitiy-Vereine aus den verschiedenen afrikanischen Ländern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Afrika-Rat warnt vor Ostdeutschland. auf: Deutsche Welle, 7. Juni 2006.
  2. "Wir brauchen mehr Zeit". auf: taz.de 8. Juni 2007. Interview mit Moctar Kamara