Ahlrich Meyer

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Ahlrich Meyer (* 1941) ist ein deutscher Politologe und Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyer war von 1968 bis 1975 wissenschaftlicher Assistent von Hans Blumenberg in Münster. Sein Forschungsinteresse galt zunächst dem Frühsozialismus und der Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts. Seine erste publizierte Arbeit war ein ausführliches Nachwort zur Neuveröffentlichung von Max Stirners Buch Der Einzige und sein Eigentum (1845). Dies ist auch sein am meisten verbreiteter Text, denn das Buch wurde von 1972 bis 2011 neunmal neu aufgelegt. Meyer beklagte jedoch die „Erfolgsgeschichte“ dieses Buches in einer Zusatzbemerkung, die ab 1981 in jeder Nachauflage gedruckt wurde, weil dieser Erfolg zeige, dass das „geistige Elend seines [des Buchs] Ursprungs“ noch immer nicht erkannt worden sei.

Seit den 1990er Jahren arbeitet Meyer zum Nationalsozialismus und zur Judenverfolgung in den von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Ländern.

Meyer hatte seit 1975 eine Professur für Politische Theorien und Politische Ideengeschichte an der Universität Oldenburg und trat im Jahr 2000 in den vorzeitigen Ruhestand.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachwort (1970). In: Max Stirner: Der Einzige und sein Eigentum. Reclam, Stuttgart 1972, S. 423–461
  • Frühsozialismus. Theorien der sozialen Bewegung 1789–1848. Alber, Freiburg im Breisgau/München 1977, ISBN 3-495-47376-9
  • Moses Heß, der Abbé Constant und die Schrift „La Voix de la famine“. In: Alternativen denken. Kritisch emanzipatorische Gesellschaftstheorien als Reflex auf die soziale Frage in der bürgerlichen Gesellschaft. Herausgegeben vom Zentralinstitut für Philosophie. Zentralinstitut für Philosophie, Berlin 1991, S. 45–48. (Kolloquium zum Thema: Alternativen Denken, 4. und 5. Oktober 1991, Berlin).
  • Der Blick des Besatzers. Propagandaphotographie der Wehrmacht aus Marseille 1942–1944 – Le regard de l’occupant. Marseille vue par des correspondants de guerre allemands, 1942–1944. Vorwort von Serge Klarsfeld. Geleitwort von Friedrich P. Kahlenberg. Zweisprachige Ausgabe. Edition Temmen, Bremen 1999.
  • Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940–1944. Widerstandsbekämpfung und Judenverfolgung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000.
  • mit Jörg Paulsen: Erinnerungsbuch. Ein Verzeichnis der von der nationalsozialistischen Judenverfolgung betroffenen Einwohner der Stadt Oldenburg 1933-1945. Edition Temmen, Bremen 2001, ISBN 3-86108-794-4. (aktualisierte Online-Fassung 2014: Erinnerungsbuch für die jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg)
  • Täter im Verhör. Die „Endlösung der Judenfrage“ in Frankreich 1940–1944. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005.
  • Das Wissen um Auschwitz. Täter und Opfer der „Endlösung“ in Westeuropa. Schöningh, Paderborn 2010.
  • mit Insa Meinen: Verfolgt von Land zu Land: Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938–1944. Schöningh, Paderborn 2013, ISBN 978-3-506-77564-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]