Aivars Lembergs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aivars Lembergs

Aivars Lembergs (* 26. September 1953 in Jēkabpils) ist ein lettischer Politiker und Unternehmer. Er ist seit 1988 Bürgermeister von Ventspils.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aivars Lembergs schloss nach dem Schulbesuch in Jēkabpils 1977 ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Lettlands in Riga ab. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Lettlands. 1988 wurde er das erste Mal zum Bürgermeister von Ventspils gewählt und seither fünfmal wieder gewählt. Im Jahr 1994 gründete er seine eigene politische Partei „Latvijai un Ventspilij“ (Für Lettland und Ventspils). Dieser Partei gelang es, die lokale politische Szene über lange Zeit zu dominieren, sie gewann die Kommunalwahlen 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013.

Aivars Lembergs ist einer der reichsten Bürger von Lettland. Im März 2007 wurde er verhaftet und der Bestechung, der Geldwäsche und des Machtmissbrauchs angeklagt. Im Juli 2007 stand er unter Hausarrest.[1]

Lembergs wird von seinen Anhänger als der „Engel von Ventspils“ verehrt.[2] Das Wahlbündnis Zaļo un Zemnieku savienība, dem sich Lembergs Regionalpartei „Latvijai un Ventspilij“ bei landesweiten Wahlen anzuschließen pflegt, benannte ihn im Jahre 2010 – erfolglos – als Kandidaten für das Amt des lettischen Ministerpräsidenten.[3]

Lembergs gilt als einer der Fürsprecher der wirtschaftlichen Interessen Russlands in Lettland. 2017 warb er dafür, das Angebot von Gazprom anzunehmen, den Hafen von Ventspils zum Hauptstützpunkt bei der Verlegung der Rohre der geplanten Gasleitung Nord Stream 2 zu machen. Das lettische Außenministerium hingegen lehnt dies ab, da es befürchtet, dass, wenn Gazprom einen wichtigen Sektor der lettischen Infrastruktur kontrolliert, dies von Russland genutzt werden könnte, um politischen Druck auszuüben.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lembergs wurde 2000 der lettische Drei-Sterne-Orden dritter Klasse verliehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Latvian mayor to receive compensation, Alfa.lt, 3. September 2008 (englisch), gesichtet am 19. August 2011.
  2. Aivars Lembergs „Stipendiaten“: Die lettische Art politischer Landschaftspflege, Lettische Presseschau, 15. Dezember 2009, gesichtet am 30. August 2012.
  3. Šlesers: Zīle, Lembergs un Urbanovičs nav nopietni premjera amata kandidāti, nra.lv vom 13. August 2010 (lettisch), gesichtet am 19. August 2011.
  4. Rudolf Hermann: Moskau lockt die Letten. Gazprom bietet dem Hafen von Ventspils viel Geld. In: Neue Zürcher Zeitung vom 24. April 2017, S. 6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biografie (lettisch, gesichtet 19. August 2011)