Aktpsychologie

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Die Aktpsychologie bezeichnet eine auf Franz Brentano (1838–1917) zurückgehende Strömung philosophisch-psychologischen Denkens, die vor allem an Traditionen der mittelalterlichen Scholastik anknüpfte.

Ihr Hauptbegriff ist der der Intentionalität, nach dem psychische Phänomene Akte sein sollen, die auf Objekte gerichtet, aber nicht diese Objekte selbst sind. Der psychische Akt als intentionale Gerichtetheit des Bewusstseins wird von den psychischen Inhalten, d. h. den Gegenständen, auf die das Bewusstsein des Menschen gerichtet ist, unterschieden.

Die Auffassung, dass psychische Phänomene intentional einen Gegenstand in sich enthalten, umschreibt Brentano mit dem Begriff der "intentionalen Inexistenz eines Objektes". Als die drei Klassen psychischer Phänomene, in denen die intentionale Inexistenz eines Objektes auf unterschiedlichen Ebenen realisiert wird, bezeichnet er

Wenn Brentano sein Hauptwerk Psychologie vom empirischen Standpunkte betitelt, so versteht er unter Empirie bzw. Erfahrung ausschließlich die so genannte innere Wahrnehmung als unmittelbares Erleben.

Brentanos Schüler Carl Stumpf führte diesen Ansatz fort. Die Aktpsychologie wurde Wegbereiterin der Phänomenologie Edmund Husserls und der verstehenden Psychologie Wilhelm Diltheys.