Albrechts

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ortsteil der Stadt Suhl in Deutschland. Für die Katastralgemeinde in Niederösterreich siehe Albrechts (Gemeinde Waldenstein).

50.617510.639444444444417Koordinaten: 50° 37′ 3″ N, 10° 38′ 22″ O

Albrechts
Stadt Suhl
Höhe: 410–450 m
Einwohner: 1500
Eingemeindung: 1. April 1994
Postleitzahl: 98529
Vorwahl: 03681
Karte

Lage von Albrechts in Suhl

Obermühle

Obermühle

Albrechts ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Suhl des Freistaates Thüringen.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Thüringer Wald nordwestlich der Kernstadt von Suhl. An Albrechts führt die Bundesautobahn 71 vorbei, hierzu wurde in 21 Monaten Bauzeit der Tunnel Berg Bock - benannt nach dem dort befindlichen Berg Bock - errichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bisher früheste urkundliche Erwähnung von Albrechts erfolgte am 14. Mai 1112.[1]

Über viele Jahrhunderte war Albrechts in seiner Herrschaftszugehörigkeit in die hennebergischen Ämter Suhl und Hallenberg gespalten. Nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg gelangte der Ort im Jahr 1583 unter die gemeinsame Verwaltung der ernestinischen und albertinischen Wettiner. Im Rahmen des Benshäuser Tauschvertrages kam der hallenbergische Teil von Albrechts 1619 ebenfalls zum Amt Suhl. Von 1660 bis 1815 gehörte Albrechts zum Fürstentum Sachsen-Zeitz bzw. zu Kursachsen und danach zum Kreis Schleusingen des Regierungsbezirks Erfurt der preußischen Provinz Sachsen.

Albrechts war 1598–1664 von Hexenverfolgung betroffen. 31 Frauen und zwei Männer gerieten in Hexenprozesse, 19 Frauen wurden in der Amtsstadt Suhl, wohin der größte Teil des Ortes verwaltungstechnisch gehörte, verbrannt. Zwei Frauen wurden in Meiningen verbrannt. Von den anderen Prozessen ist der Ausgang unbekannt.[2] Am 26. Juni 2011 wurden die Opfer der Suhler Hexenprozesse postum rehabilitiert.

Im 15. Jahrhundert wurde Brauneisenstein als abbauwürdiges Erz gemeldet und der Bergbau vor Ort begründet. Die Verhüttung der Erze und die Herstellung von Kleineisenwaren schufen Arbeitsplätze in dem für Landwirtschaft ungünstigen Terrain. Die Zunft der Nagelschmiede war der bedeutendste Handwerkszweig, deren Zeit endete mit der industriellen Fertigung von Nägeln aus Draht. Die auch für Frauen geeignete manuelle Barchentweberei hatte in Albrechts bis zur Einführung der Maschinenweberei Bedeutung.[3]

Ende des 16. Jahrhunderts lebten in Albrechts rund 250 Einwohner, 1815 waren es 750 und um 1950 1400 Einwohner. 1945 wurde Albrechts Bestandteil des Landkreises Suhl und seit dem 1. April 1994 ist es in die kreisfreie Stadt Suhl eingemeindet.

Die 1769 erbaute Kirche ist das Zentrum der evangelischen Gemeinde, das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Im Volksmund war bis zum 19. Jahrhundert die Bezeichnung „Malmers“ für Albrechts geläufig (heute auch als "Malmesch" oder "Maumisch" bekannt).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Elisabeth, Caspar Albrechts Frau († 1664), Hebamme, war das letzte Opfer der Hexenprozesse in Albrechts[4]
  • Harry Gerlach (1927–1995), Schriftsteller und Heimatforscher
  • Fredi Albrecht (* 1947 in Albrechts), deutscher Ringer und Kampfrichter

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (ca. 500 – 1152). Bd. 1, Fischer, Jena 1896. Nr.1069/1082
  2. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Albrechts, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 246 und 254; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 597-612.
  3.  Herbert Bauer, Rat des Kreises Suhl (Hrsg.): Suhl. Stadt und Land im Thüringer Wald. Druckerei Fortschritt, Erfurt 1955, S. 38.
  4. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Albrechts, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 246 und 254; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 597-612.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albrechts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien